Auf den Beitrag: (ID: 37876) sind "6" Antworten eingegangen (Gelesen: 365 Mal).
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Ein kleines Sonett

Nutzer: Dhana
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geschrieben am: 29.02.2004    um 02:07 Uhr   
Der Mensch – ein drolliges Objekt – kann suchen nach dem Leben.
Er zieht daher von Stadt zu Dorf, blickt fahndend nach dem Heim.
Er schaut sich um nach Freund und Feind, bleibt lieber nie allein
und glaubt durch seine Innigkeit den andern Kraft zu geben.

Der nette Mensch hat viel voraus, steht an den Lebensreben,
denn er der meist Gelobteste ist aller Freuden Keim
denn er der Loseste vom Selbst hilft jedem Kümmerlein
und weiß zum Glück mit Gottes Wort Gefallene zu heben.

Der kläglich’ Mensch – das arme Schwein – weiß sich nicht selbst zu nützen.
Er lebt von dem, was andre tun, lässt stricken sich die Mützen.
Mag dabei aber niemals nie gestehen seine Not.

Nun fragt man sich doch innerlich, was scheidet diese LeutÂ’?
Am Ende kommt der Sensenmann, der niemands Dasein scheut.
So sucht der Mensch sein Leben lang und findet nur den Tod.

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Nutzer: starchaser
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geschrieben am: 29.02.2004    um 08:46 Uhr   

schade wäre es, wenn am schluss nur der tod sich als ziel erweist. frage mich gerade, ob der nette und der klägliche mensch wohl zwei typen sind oder eher zwei phasen ?
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Nutzer: Dhana
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geschrieben am: 01.03.2004    um 21:53 Uhr   
Ich habe sie mir eigentlich als zwei unterschiedliche Menschen vorgestellt, aber möglicherweise folgt ja auch die Armut auf das Wohltäterdasein? Wer weiß, wer weiß...

Danke für's Mitdenken! ;-)
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Nutzer: Gast_BlueLama
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geschrieben am: 20.03.2004    um 11:54 Uhr   
Schau an, ein Sonett. :-))

Dhana, du hast dich da einem strengen Gesetz unterworfen, und es ist dir vortrefflich gelungen. Mein Kompliment!
Ich habe es mit der Lupe untersucht und keinen Patzer entdecken können. ;-) Hat Spaß gemacht.
Auch die Aussage gefällt mir, bis auf das letzte Terzett. Da finde ich es etwas zu...hm..."dicke".

Lama
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Nutzer: Dhana
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geschrieben am: 20.03.2004    um 15:39 Uhr   

Nun ja, ich gebe meinen Gedichten ganz gerne mal eine unverhoffte Wendung und - man kann sagen, was man will - letztendlich müssen wir doch alle sterben. Der eine hat vielleicht "mehr Nutzen für die Gesellschaft" gebracht, als der andere, aber auch sein Körper und Geist werden nun einmal vergehen. Asche zu Asche, Staub zu Staub.
Schultern zuckt

Geändert am 20.03.2004 um 15:42 Uhr von Dhana
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Nutzer: starchaser
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geschrieben am: 21.03.2004    um 02:55 Uhr   


zumindest die chance für ne unerhoffte wendung besteht doch. schliesslich wärs traurig wenn alles nur eitel wäre, oder ?
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Nutzer: Dhana
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geschrieben am: 21.03.2004    um 15:03 Uhr   
Ach ja, der gute alte Gryphius... schmunzelt
"Du siehtst, wohin du siehst nur Eitelkeit auf Erden."
Wo er recht hat...
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