| "Autor" |
Der Tod (eine Kurzgeschichte) |
|
|
|
geschrieben am: 12.05.2004 um 16:20 Uhr
|
|
Der Tod (eine Kurzgeschichte
Wie er blickte, komisch. So wie wenn man einem Hund sein Spielzeug weg nimmt, mit einem leicht offenem Mund, aber nicht böse oder verärgert, einfach nur ein bisschen fragend. So eine Reaktion habe ich noch nie erlebt und glaub mir, ich hab schon viele Menschen gesehen. Aber dieser Junge übertrifft alles. Viele LEute flehen, rasten aus, heilen, aber er, er nimmt es einfach hin. So eine Selbstverständlichkeit. Bei Gott, wenn ich das überhaupt sagen darf, bei Gott, ic hweiß, dass er nicht geistig behindert war, er war auch nie alleine, nein, ich war keine Erlösung oder wie auch immer für ihn. Aber trotzdem denke ich er freute sich mich zu sehen, auch wenn er mich nicht irgendjemandem zuordnen konnte. Ich glaube ich habe oder hatte eine Art Vorbildfunktion für ihn, was wohl ziemlich unrealistisch ist, denn normalerweise bin ich alles andere als ein Vorbild.
... Hm, zugegeben, in den nächsten Tagen, als er noch da war, habe ich ihn manchmal beobachtet, wenn ich eine freie Minute hatte. Immer unsichtbar,klar, aber irgendwie hat er mich doch gesehen. Auf jeden Fall blickte er immer fröhlich in meine Richtung, mitten in die Luft. So weit ich weiß, und ich weiß vieles, hat er keine neuen Kontakte geknüpft, irgendwie war er immer mit mir verbunden. Mehr er mit mir, als ich mit ihm und auch jetzt merke ich, dass er nicht sehr weit weg ist, obwohl jeder hier nur so lange bleibt, wie er muss. Eventuell muss er auch noch hierbleiben, vielleicht hat er noch was zu erledigen ... ich weiß es nicht, ich weiß es einfach nicht ...
©by mir.
Der 1. Teil von Kurzgeschichten über den Tod. Seine Erlebnisse oder Gefühle. Es werden noch welche folgen, wie viele weiß ich nicht, es werden nicht alle gut sein, es werden nicht alle nachvollziehbar sein, aber sie werden hier stehen.
;-) |
|
|
|
|
|
|
Top
|
| "Autor" |
|
|
|
|
geschrieben am: 12.05.2004 um 17:35 Uhr
|
|
Hab bischen Ahnung vom Schreiben und ich finde schon, dass
dus drauf hast!
Ist auf jeden Fall mal eine andere Sicht vom Tod!
|
|
|
|
|
|
|
Top
|
| "Autor" |
|
|
|
|
geschrieben am: 12.05.2004 um 19:18 Uhr
|
|
joa... hab schon vieles von ihm gelesen und er erinenrt mich ein bisschen an den tod von terry pretchet... zumindest ist das einer der wenigen der gefühle hat :) freu mich auf folgende!!!
Gruß
Soul |
|
|
|
|
|
|
Top
|
| "Autor" |
|
|
|
|
geschrieben am: 15.05.2004 um 05:26 Uhr
|
|
vielleicht wusste der junge um den tod ? auf der anderen seite, - warum sollte sich der sensenmann grosse gedanken machen ? |
|
|
|
|
|
|
Top
|
| "Autor" |
|
|
|
|
geschrieben am: 15.05.2004 um 11:51 Uhr
|
|
weiß ich nicht, warum, aber auf jeden fall kommt hier der 2. teil ;)
(und bis jetz hab ich nur ein terry pratchet buch gelesen und nichma bis zum ende)
Der Tod (eine 2. Kurzgeschichte)
Ich denke nicht, dass Sie wissen, wie lange ich schon im Geschäft bin. Und ich glaube auch zu wissen, dass Sie, falls überhaupt nur eine wage Vorstellung davon haben, was hier zu tun ist. Aber diese Erzählung hätte keinen Sinn, wenn ich Ihnen nicht eine kleine Darstellung geben würde, wie es bei meiner Arbeit aussieht. Ich setze mal vorraus, dass sie schon von der großen Pest gehört haben? Auf jeden Fall starben damals hunderte von Menschen. Was natürlich Übterstunden bedeutet, aber wissen Sie, wie schrecklich das ist? All den Menschen zu erklären, dass es vorbei ist, dass sie nicht mehr zurückkommen können. Oder denken sie an all die Kriege, die Opfer ohne Beine, ohne Arme ... gerade sie werden es hier schwer haben und noch schwerer hab' ich es, denn nicht allzuselten schieben sie die Schuld auf mich, obwohl ich eher der Begleiter bin, Trost sollten sie suchen, nicht einen Schuldigen. Ich bin nicht der, der die Menschen tötet, auch wenn dieses Gerücht umhergeht, den Hob haben andere, die nicht so sehr mit Schuld befleckt werden. Aber eigentlich ist es egal, denn alle verstehen es früher oder später. Manchmal wünschte ich mir Urlaub, oder irgendwas entspannendes, fröhliches, was mir wiederfährt. Denn diese Arbeit ist alles andere als fröhlich und bedrückt einen auf Dauer doch sehr. Auslastung, einmal Auslastung, aber niemand mag so einen Job ...
©by mir |
|
|
|
|
|
|
Top
|
| "Autor" |
|
|
|
|
geschrieben am: 16.05.2004 um 02:59 Uhr
|
|
burn-out beim gevatter - wo soll das nur hinführen ? :-) |
|
|
|
|
|
|
Top
|
| "Autor" |
|
|
|
|
geschrieben am: 20.05.2004 um 09:48 Uhr
|
|
warum denn nicht?
stell dir mal vor, du müsstest 1000e von Jahren tote Menschen begleiten.
Nich so der geile Job, oder? |
|
|
|
|
|
|
Top
|
| "Autor" |
|
|
|
|
geschrieben am: 21.05.2004 um 05:26 Uhr
|
|
kommt drauf an, wie es weiter geht. wenn es dann weiter geht - dann ists ne recht angenehme aufgabe. wenn danach das nichts folgt - dann kann einem das jammern in der tat zusetzen. ;-) |
|
|
|
|
|
|
Top
|
| "Autor" |
|
|
|
|
geschrieben am: 05.06.2004 um 19:33 Uhr
|
|
nun, das bleibt deiner fantasie überlassen ;)
Der Tod (Eine 3. Kurzgeschichte)
Endlos lange stand er da. Es konnte, nein, es durfte einfach nicht sein. Ich glaube, so etwas in der Art dachte er. Auf jeden Fall war er mit der Situation einfach überfordert. Ich kanns verstehen, einfach ist sowas natürlich nicht. Das schlimme ist, ich konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen, die Situation war einfach zu komisch. Wahrscheinlich hält er mich jetzt für den bösen, sadistischen Tod, aber bitte, was erwartet er denn? Beinahe hätte ich sogar herzlichen Glückwunsch gesagt, aber das wäre dann zu viel des Guten gewesen.
Sie müssen wissen, jeder kommt hier so an, wie er dort gestorben ist. Also stand dieser junge Mann völlig nackt vor mir. Ich glaube, dass er das noch gar nicht verstanden hat. Im Nachhinhein krieg ich immerwieder kleine Lachanfälle, wenn ich mich daran zurückerinnere. Ja, dieser Job hat auch gute Seiten. Obwohl man sich über Tote ja nicht lustig machen soll.
Was, Sie denken, ich kenne mich ja mit den Gebräuchen der Lebenden aus? Was meinen Sie, woher die kommen?
Nein, wirklich, ich kenne auch jede Geschichte von den Menschen die zu mir kommen. Oder zumindest die Art des Todes. Und dieser junge Mann, ob sie es glauben, oder nicht, kriegte doch tatsächlich Nasenbluten und ist erstickt ... beim Sex ...
Na, um welche Person handelt es sich? ;-)
Mfg
Rob |
|
|
|
|
|
|
Top
|
| "Autor" |
|
|
|
|
geschrieben am: 15.12.2004 um 20:59 Uhr
|
|
(^^alexander der große)
Der Tod (Eine 4. Kurzgeschichte)
Es ist schlimm, wissen Sie. Jeden Tag fahre ich Tote über diesen See, jede Nacht. Und alle werden mit dem gekreische der Raubvögel empfangen. Schreckliche Biester sind die. Saugen jede glücklich Erinnerung aus dir raus. Na, und ich muss mir das jeden Tag anhören. Auch wenn sie mich in Ruhe lassen, denn was gibt es denn für glückliche Erinnerungen? An was kann ich mich denn erinnern? War ich vielleicht der 1. Mensch der starb? Oder gar die 1. Frau? Wissen Sie, ich habe keinen Körper. Nur den braunen Mantel, der meine Energie zusammenhält. Und die Sense, aber die ist nur zum Sinnbild geworden, heutzutage gibt es ja viele Wirksamere Methoden jemanden umzubringen. Ich denke nur, es würde irritierend aussehen, wenn ich mit einer Schnellfeuerpistole hier stehen würde. Ich verspüre auch gar nicht die Lust dazu, etwas an mir zu ändern, denn ich bleibe wohl ewig. Ja, Sie denken jetzt bestimmt, ich hab einen Knall, oder bin senil, oder irgendsowas, aber ich bitte Sie, was würden Sie machen, wenn Sie seit tausenden von Jahren hier unten bleiben müssten? Gewiss, wenn Sie tot sind, bleiben Sie auch hier, aber ich muss die Toten holen. Ich finde, dass ist deprimierend. Und ich kriege nichts dafür, kein Geld (was soll ich auch kaufen?), kein besseres zu Hause (wie soll ich auch schlafen?) und auch keine Freiheiten (wann hab ich denn mal frei, in der heutigen Zeit?).
Wissen Sie, manchmal brauch ich das einfach, diese Melancholie. Sie heitert mich in gewissem Maße auf.
©by mir. |
|
|
|
|
|
|
Top
|
| "Autor" |
|
|
|
|
geschrieben am: 15.12.2004 um 22:36 Uhr
|
|
| dann spendieren wir dem ollen kahnfahrer doch mal ne venezianische gondel und eine balaleika zur gemütsaufhellung .. *g |
|
|
|
|
|
|
Top
|