Auf den Beitrag: (ID: 38070) sind "8" Antworten eingegangen (Gelesen: 261 Mal).
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Lebensstufen

Nutzer: BlackShot
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geschrieben am: 16.05.2004    um 00:37 Uhr   
Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

Wir sollten heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns StufÂ’ um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen

Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegen senden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemans enden...
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!

- weiß jemand von wem das ist?
danke...
BlackShot
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Nutzer: Gast_sweety0018
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geschrieben am: 16.05.2004    um 00:40 Uhr   
Hermann Hesse
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"Autor"  
Nutzer: BlackShot
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geschrieben am: 16.05.2004    um 00:46 Uhr   
danke
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Nutzer: Gast_sweety0018
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geschrieben am: 16.05.2004    um 01:10 Uhr   
Warum hast du gerade das Gedicht hier rein gestellt? Ich habs gerade mal genauer gelesen und ehrlich gesagt, mag ich es
irgendwie nicht besonders.

Um damit leben zu können, dürften Bindungen, egal ob zu Menschen oder Orten, also niemals so eng werden, daß deren Lösung seelische Schmerzen verursacht.
Eine solche Sicht auf Beziehungen oder liebgewordene Orte ist aber für mich nicht nachvollziehbar, weil unmenschlich und kalt.

Außerdem gefällt es mir nicht, dass das was wir lieben, so leicht ersetzbar sein sollte.
Im übrigen denke ich, daß die Kraft sich immer wieder neu einzubringen, irgendwann erschöpft sein wird wie der Inhalt einer Flasche. Erst recht, wenn Neubeginn dann doch wieder irgendwann Abschied bedeutet.

sweety
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Nutzer: starchaser
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geschrieben am: 16.05.2004    um 02:55 Uhr   

zum einen kann man den bolero zu zweit tanzen und zum anderen geht es doch um das persönliche wachstum. loslassen, um neue höhen erklimmen und ungeahnte tiefen zu durcheilen. bis zum letzten atemzug aufgeschlossen zu sein für das ewig neue, was uns das leben an guten wie schlechten erfahrungen zu bieten hat. wobei selbst der tod nur als durchlaufphase beschrrieben wird.

soweit mir bekannt ist, stehen die drei abschnitte für drei lebensphasen. die sätze, welche dir ins auge fallen, gehören demnach zum sturm und drang der sich orientierenden jugend. der letzte abschnitt für das hoffentlich lebenserfahrene alter und der mittlere für die zeit dazwischen.

naja, tweedy, und wer erlebte nicht gerade in der ungestümen jugend den steten wandel seiner selbst und auch der anderen ? aussage des steppenwolfs ist doch auch nicht, dass wir nur durch prostituierte zugang zum selbst erlangen durch tötung derselben auf deren verlangen hin, oder




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Nutzer: BlackShot
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geschrieben am: 16.05.2004    um 12:34 Uhr   
also erstmal hab ich gerade das hier reingestellt, weil es mir zufällig über den weg lief und ich eben wissen wollte von wem es ist.
sicher ist die aussicht, sich niemals niederlassen und bleiben zu können nicht unbedingt herzerfrischend, aber ich denke es ist wie immer eine frage des blickwinkels. du kannst es auch als plädoyer dafür sehen, die unvermeidliche weiterentwicklung im leben mit "tapferkeit" anzunehmen und sich auf neue dinge offen einzulassen. ich habe nicht das gefühl, dass hesse damit sagen wollte, dass man sich nicht auf tiefe bindungen einlassen darf, sondern dass man bereit sein muss frohen mutes weiter zu gehen, wenn die zeit kommt.

mfg
BlackShot
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Nutzer: starchaser
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geschrieben am: 17.05.2004    um 02:29 Uhr   

sind die reime denn wirklich so trübselig ? ich finde, dass die zeilen eher mut machen als jenen nehmen
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"Autor"  
Nutzer: BlackShot
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geschrieben am: 17.05.2004    um 12:07 Uhr   
ist auch mein eindruck.
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Nutzer: Gast_sweety0018
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geschrieben am: 17.05.2004    um 13:11 Uhr   
Aber Leute...man kann nicht nur Hesse unterschiedlich interpretieren, sondern fast alles im Leben. Ist es nicht ein Glück, daß alles Geschriebene so unterschiedliche Seiten in uns zum klingen bringt? Vielleicht ändert sich meine Sichtweise zu dem Gedicht wenn ich mal älter bin.

Wären wir alle gleicher Empfindungen fähig, würde das Leben nicht mehr halb so bunt sein. ;-)

sweety

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