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Ein Traum....

Nutzer: Tears_to_Heaven
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geschrieben am: 23.06.2004    um 00:39 Uhr   
So habt ihr ihn werden lassen...

Es war dunkle Nacht, leise atmete er vor sich hin und nur das ganz feine Rascheln der Bettdecke war zu hören, wenn man sehr genau hinhörte. Doch bei dieser Stille die in dem Zimmer, die den ganzen Raum einnahm, hätte man eine Stecknadel fallen hören können.

Langsam kam er aus dem leichten Dösen wieder zu Verstand und wusste erst nicht so recht, wo er sich gerade befand. Langsam öffnete er die Augen, doch selbst seine grüngrauen Augen konnten die Dunkelheit nicht durchdringen. Noch leicht verschwommen vernahm er aber das kleine schimmern, was der digitale Wecker neben dem Bett abgab, doch auch mit klarer werdendem Blick, konnte er so gut wie nichts erkennen. Er versuchte den Blick zu schärfen und strengte sich dabei an. Nur langsam wurden die Zahlen auf dem Wecker sichtbar, das verschwommene Etwas fügte sich zu Zahlen zusammen.

Es war gerade mal 3.14 Uhr in der Nacht. Langsam kam er zu sich und seine Gedanken formten so langsam wieder das Bild was er immer öfter vor sich sah. Vor seinem geistigen Auge sah er wieder auf die Zeit zurück, die er sich zurück ersehnte. Es gab einige Momente die er immer wieder Revue passieren ließ und immer wieder lief es nach einem bestimmten Muster ab. Er sah in chronologischer Reihenfolge seine schönsten Momente, die er in seinem bisherigen Leben erleben durfte. Er blickte auf eine unbeschwerte und relativ glückliche Kindheit zurück, auf die erste Liebe, halt alles was einen Menschen glücklich und zufrieden sein lässt.

Plötzlich wurde er in die grausame Realität zurück gerissen, die lauten Geräusche eines vorbeifahrenden Lastkraftwagen, vertrieben all seine Gedanken und er richtete sich mit dem Oberkörper langsam auf. Müde rieb er sich die Augen, denn die paar Minuten dösen in den letzten Nächten reichten bei weitem nicht, um wirklich fit zu sein. Er spürte plötzlich wieder den stechenden Schmerz an den Schläfen, die Schlaflosigkeit machte ihm immer mehr zu schaffen und er fühlte sich hundeelend. Einen Moment hielt er inne, denn er dachte kurz an sie. Er sah ihr lächeln vor sich, sah ihre Augen und dachte wie immer, wenn er sie auch wirklich vor sich sah, „sie ist einfach wunderschön“.
Plötzlich verfinsterte sich seine Miene, ihm wurde bewusst das es aus war. Wieder eine dieser Enttäuschungen, die in seinem Leben langsam zur Gewohnheit wurde. Es gab schon ein paar Frauen in seinem Leben, doch irgendwie wollte es nicht richtig klappen. Er hatte schon dreimal geglaubt die Liebe seines Lebens gefunden zu haben, doch entweder es kam etwas dazwischen oder er wurde enttäuscht.

Eigentlich war er ein liebenswürdiger Mann, der sich so einiges im Leben erkämpfen musste. Mit den Jahren des Kämpfens bekam er auch einiges an Anerkennung was ihn aber auch nicht weiter brachte. Er war ein gern gesehener Freund und wurde von den meisten so akzeptiert wie er war. Doch mit den Jahren wurde er einsamer und einsamer. Je mehr er an der großen Liebe festhielt, desto einsamer wurde er. Es war meist so, dass er sich in seinem Kummer und Schmerz immer mehr zurückzog. Natürlich ging er auch weiterhin seinen Hobbys nach und traf sich auch mit Freunden, doch das zurückziehen erfolgte in seinem Innern.

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Nutzer: Tears_to_Heaven
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geschrieben am: 23.06.2004    um 00:39 Uhr   
So gut wie keiner kam an ihn ran, nur sehr wenige haben mehr über ihn erfahren. Die wenigen die ihn näher kannten bekamen sehr langsam einen kleinen Einblick in sein Leben, doch so gut wie niemals haben sie sein wahres Gesicht gesehen. Fast jeden Tag setzte er seine Maske auf und verbarg so seine wahren Gefühle. Drei Menschen denen er sehr vertraute, haben ihn ohne Maske zu Gesicht bekommen und auch wenn er sehr verbittert war, die beiden haben ihn so gemocht wie er in Wirklichkeit war.

Langsam stand er auf und tastete sich durch die Dunkelheit in die Küche. Er öffnete wie jede Nacht wenn er nicht schlafen konnte den Kühlschrank, blickte auf den ziemlich kargen Inhalt und griff zu der Flasche die in der Tür stand. Er öffnete den Drehverschluss der Flasche, setzte den Flaschenhals an seine Lippen und nahm einen großen Schluck der klaren Flüssigkeit. Das Wasser rann langsam seine Kehle hinunter und die Kohlensäure kribbelte den ganzen Weg hinunter bis zu seinem Magen. Er nahm noch einen Schluck und verschloss die Flasche wieder und verstaute sie an ihrem angestammten Platz im Kühlschrank. Plötzlich wurde ihm ein wenig schwarz vor Augen. Er stütze sich an der Arbeitsplatte der Küche ab und atmete langsam und kontrolliert ein und aus. Das Gefühl der Übelkeit ging schnell wieder vorbei und sein Magen der sich zusammengezogen hatte entspannte sich so langsam wieder. Als der Anfall vorbei war, schlich er wieder aus der Küche und setzte sich an den Computer, um sich noch ein wenig abzulenken, doch wie jede Nacht schweifen seine Gedanken schon nach kurzer Zeit wieder ab und er saß Gedankenversunken vor seinem PC. Keinerlei Regung zeigte sein Gesicht das nur durch eine kleine Schreibtischlampe ein wenig erhellt wurde. Er starrte auf den Monitor und trotzdem sah er nicht was sich da abspielte. Wieder überkamen ihn die Gefühle und die Gedanken. Er wollte nicht daran denken doch der innere Zwang war stärker. Er musste einfach an sie denken und es würde ihm auch nicht gelingen sie aus seinen Gedanken zu vertreiben.

Manchmal ging er einfach in den Chat und wollte sich somit ablenken, dabei setzte er immer seine Maske auf, die Maske die seine Gefühle verbargen und somit niemand mehr an ihn ran kam. Er ist so geworden durch die vielen Enttäuschungen und auch durch Rückschläge die er erfahren musste. Es waren nicht nur Rückschläge im Liebesleben, nein es war vielmehr das Leben an sich. Er kam zu der Auffassung, dass das Leben relativ ungerecht und auch ziemlich hart zu ihm war. Im Chat war alles anders, er war bei einigen beliebt und unterhielt sie mit seiner aufgesetzten Fröhlichkeit, niemand kam hinter seine Fassade, niemand bis auf eine Person die trotz großer Entfernung manchmal zu ahnen schien was in ihm vorging.

Er zündete sich eine Zigarette an und überlegte ob er heute mal wieder in den Chat gehen sollte, doch er verwarf den Gedanken, denn heute war ihm nicht danach den anderen den fröhlichen Mann vorzuspielen. Er beschloss erst mal eine Dusche zu nehmen um wenigstens ein wenig Entspannung in seinen Körper zu bringen.

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geschrieben am: 23.06.2004    um 00:40 Uhr   
Nach dem duschen, beim anziehen, fiel sein Blick auf den Wecker im Schlafzimmer, es war mittlerweile schon fast 4 Uhr. Kurz nach 5 würde die Sonne aufgehen, so wie immer in den letzten Tagen und heute wollte er mal wieder den Sonnenaufgang genießen, aber nicht nur von der Wohnung aus. Er schlich durch das Treppenhaus, denn die Nachbarn waren alle noch am schlafen. Als er die Haustür hinter sich zufallen hörte, genoss er die Stille für einen kleinen Moment. Kaum ein Auto war um diese Zeit unterwegs, kein Motorenlärm drang an seine Ohren. Als er die Strasse überquerte und zu seinem Auto ging überkam ihn ein leichtes Frösteln, für diese Jahreszeit war es eigentlich recht kühl. Langsam und sich umschauend öffnete er die Tür des Autos, niemand war zu sehen, wer schlich auch schon um diese Zeit durch die Nacht? Er setzte sich hinters Lenkrad, legte beide Hände auf seine Oberschenkel und atmete tief durch. Sein Plan war gefasst und so startete er den Motor und ließ den Wagen langsam anrollen. Noch auf dem Parkstreifen hielt er den Wagen wieder an und kramte im Seitenfach nach einer bestimmten CD. Als die CD endlich gefunden war und sich schon im CD-Player drehte fuhr er endlich los. Erst fuhr er langsam durch die Stadt, doch sein Ziel war klar. Er wollte auf die Autobahn auf der um diese Zeit absolut nichts los war. Nach kurzer Zeit erreichte er die Autobahnauffahrt und hatte die Wahl zwischen den beiden Richtungen, er nahm die zweite Auffahrt, denn er wusste genau das er dann dem Sonnenaufgang entgegen fuhr.

Er fuhr mit normaler Geschwindigkeit ohne bestimmtes Ziel, das einzige was er sehen wollte war der Sonnenaufgang, dabei diese bestimmte Musik hören die melodisch aber dennoch hart aus den Boxen erklang. Bei einigen Liedern summe er mit, bei anderen sang er lauthals und wegen der Lautstärke schrie er schon gegen das dröhnen aus den Boxen an. Lage Zeit fuhr er einfach so über die Autobahn, kaum ein Auto begegnete ihm und langsam wurde er immer schneller. Die Uhr ging immer mehr gegen 5 Uhr und so langsam sah er auch schon den immer größer werdenden Fleck am Horizont.

Die Sonne schob sich so langsam hinter den Bäumen auf einem kleinen Berg hervor, zumindest sah der Berg aus der Entfernung ziemlich klein aus. Ein Lächeln glitt über seine Lippen, das war es was er sehen wollte. Einige Zeit fuhr er noch der Sonne entgegen, doch nun war es langsam Zeit umzukehren. Er zweifelte an seinem Entschluss, doch er fuhr einfach weiter, heute würde er nicht umkehren, es gab kein zurück mehr. Dan erklang sein Lieblingslied aus den Lautsprechern, eine melodische Melodie mit einem traurigen Text. Er ging völlig in der Musik auf und in der Situation nahm ihn dieses Lied einfach mit. Langsam bahnten sich Tränen den Weg über seine Wangen, doch er ließ sich nicht aufhalten. Mit verschwommenem Blick sah er sich noch mal um, wischte sich leicht die Tränen aus den Augen damit er im Rückspiegel etwas erkennen konnte. Er hätte es aber auch lassen können, denn weder vor noch hinter ihm war kein anderes Fahrzeug unterwegs. Die wenigen die er getroffen hatte hat er schnell hinter sich gelassen. Das Lied neigte sich dem Ende zu und noch mal überkamen ihn die Tränen. Er strengte sich an und fixierte einen Punkt. Völlig verschwommen von neuen Tränen fixierte er weiterhin den Punkt und steuerte direkt darauf zu. Er schloss die Augen und mit den letzten Klängen des Liedes hätte man den Aufprall an dem Brückenpfeiler hören können, wenn jemand da gewesen wäre.

Langsam kam er wieder zu sich. Schweißnass schlug er die Auen auf und wischte sich erst mal mit dem Ärmel des T-Shirts übers Gesicht. Plötzlich wurde ihm bewusst, wo er sich befand, verwirrt schaute er sich um. Er hatte keine Schmerzen, noch nicht...

Als sein Gehirn langsam in Gang kam, bemerkte er, das er wieder nur kurz eingenickt ist, er befand sich in seinem Bett und war hochgeschreckt durch den schrecklichen Traum. Die Erinnerung an den Traum war so real. Langsam begriff er, dass er alles nur geträumt hatte. Seine Gedanken sortierten sich nur langsam und obwohl er wusste das es nur ein Traum war, kontrollierte er seine Arme und Beine und seine Brust. Alles war in Ordnung, das war nur ein Traum, er atmete auf. Er blickte auf den Wecker neben seinem Bet und sah das es nur ein paar Minuten waren die er eingenickt war. Der Wecker zeigte 3.14 Uhr. Seine Gedanken drehten sich sofort wieder um sie und um sein Leben, plötzlich keimte die Angst in ihm auf. Die vor seinen eigenen Gedanken...

Er dachte, warum war das nur ein Traum?.......
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