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Bekannte Gedichte

Nutzer: Gewitterschen08
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Anzahl Nachrichten: 71

geschrieben am: 25.07.2004    um 04:32 Uhr   
O meine Brüder, bin ich denn Grausam? Aber ich sage: was
Fällt, das soll man auch noch stoßen!
Das Alles von heute – das fällt, das verfällt: wer wollte es
Halten! Aber ich – ich will es noch stoßen!
Kennt ihr die Wollust, die Steine in steile Tiefen rollt? –
Diese Menschen von heute: seht sie doch, wie sie in meine
Tiefe rollen!
Ein Vorspiel bin ich besserer Spieler, o meine Brüder! Ein
Beispiel! Tut nach meinem Beispiele!
Und wenn ihr nicht fliegen lehrt, den lehret mir – schneller
Fallen! –

Friedrich Nietzsche
Ehre ist alles, Ehre ist mehr als der Tot!
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"Autor"  
Nutzer: alienbecci
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Registriert seit: 17.05.2002
Anzahl Nachrichten: 10379

geschrieben am: 25.07.2004    um 11:09 Uhr   
Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832 (Erlkönig)

Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?
Es ist der Vater mit seinem Kind.
Er hat den Knaben wohl in dem Arm,
Er faßt ihn sicher, er hält ihn warm.

2. Mein Sohn, was birgst du so bang dein Gesicht?
Siehst Vater, du den Erlkönig nicht!
Den Erlenkönig mit Kron' und Schweif?
Mein Sohn, es ist ein Nebelstreif.


3. Du liebes Kind, komm geh' mit mir!
Gar schöne Spiele, spiel ich mit dir,
Manch bunte Blumen sind an dem Strand,
Meine Mutter hat manch gülden Gewand.


4. Mein Vater, mein Vater, und hörest du nicht,
Was Erlenkönig mir leise verspricht?
Sei ruhig, bleibe ruhig, mein Kind,
In dürren Blättern säuselt der Wind.


5. Willst feiner Knabe du mit mir geh'n?
Meine Töchter sollen dich warten schön,
Meine Töchter führen den nächtlichen Reihn
Und wiegen und tanzen und singen dich ein.


6. Mein Vater, mein Vater, und siehst du nicht dort
Erlkönigs Töchter am düsteren Ort?
Mein Sohn, mein Sohn, ich seh'es genau:
Es scheinen die alten Weiden so grau.


7. Ich lieb dich, mich reizt deine schöne Gestalt,
Und bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt!
Mein Vater, mein Vater, jetzt faßt er mich an,
Erlkönig hat mir ein Leids getan.


8. Dem Vater grauset's, er reitet geschwind,
Er hält in den Armen das ächzende Kind,
Erreicht den Hof mit Mühe und Not,
In seinen Armen das Kind war tot.
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