Auf den Beitrag: (ID: 38274) sind "1" Antworten eingegangen (Gelesen: 653 Mal).
"Autor"

Du, meine Rose

Nutzer: Herzchen_
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 06.11.2002
Anzahl Nachrichten: 81

geschrieben am: 30.07.2004    um 16:45 Uhr   


Ich ging in einem Traum durch einen wundersamen Garten, in dem nur Bäume, die mir fremd waren und herrlich duftende Blumen wuchsen, wie ich sie nie zuvor gesehen hatte. Aber in diesem Garten schien keine Sonne. Es war da ein dämmriges, geheimnisvolles Licht. Und es war mir, als ob all die Blumen im Gespräch miteinander wären, aber ich vernahm kein einziges Wort. Ich ging hundert Schritte hinein in diesen Garten, als eine leuchtende Gestalt auf mich zukam – ein Engel wohl. Er winkte mir zu, und es schien, als habe er mich erwartet. Er führte mich weiter hinein in den Garten, blieb dann stehen und wies auf eine prächtige Rose. Er schaute mich sehr ernst an, fast hilflos, und deutete mir an weiterzugehen, hin zu dieser Rose. Und ich ging die letzten Schritte und erschrak, denn diese Rose stand unter einem Glasgefäß, und dieses Glasgefäß hatte oben eine Öffnung, doch diese Öffnung war durch eine glitzernde Glasscheibe verschlossen. Ich sah meinen Begleiter fragend an. Dann ging ich hin und wollte diese Glasscheibe entfernen – ich wollte diese Rose erlösen aus ihrem Gefängnis, und da sie mich so entzückte in ihrer Pracht, hatte ich nichts anderes mehr im Sinn, als sie mitzunehmen. Doch da war mir, als schrie sie, als wollte sie mich warnen. Ihre Stacheln blitzten auf, als wollte sie mir damit sagen: Lass mich! Fass mich nicht an! Ich beugte mich über diese Rose, und ich konnte durch die funkelnde Scheibe hindurch in das Herz der voll erblühten Rose sehen. Und ich schaute tief hinein in dieses Herz, und ich sah große Traurigkeit und tiefe Enttäuschung, und ich sah darunter viel Wärme und Hoffnung, die zugedeckt waren von ihrem Leid. Und ich durfte in ihre Vergangenheit sehen, sah wie sie unter Dornengestrüpp emporgewachsen war, davon befreit, dann bewundert und geliebt wurde, zu ihrer vollen Pracht erblühte, und dann doch von einem Menschen zutiefst verletzt, enttäuscht zurück ging, zurück in dieses Gewirr von Sträuchern und Dornen, aus denen sie dann der Engel befreite und sie unter diesem gläsernen Gefäß verbarg, um sie zu schützen vor den Menschen, doch auch die Menschen von ihr, denn sie stach aus Angst wieder verletzt zu werden, jeden der sich ihr näherte. Und doch, ihre Schönheit lockte viele an Und ich sah sie alle, die wie ich versucht hatten, sie aus diesem Gefängnis zu befreien, und die dann traurig und mit Wunden gegangen waren, denn sie hatte sich gewehrt mit ihren Waffen die sie besaß. Sie hatte unermessliche Angst davor, sich noch einmal ganz einem Menschen zu schenken und dann enttäuscht zu werden. Sie wollte unter diesem schützenden Glas bleiben, damit ihr niemand mehr wehtun könnte, und sie hatte geschrieen, weil sie mir nicht wehtun wollte, sie wollte keinem Menschen wehtun, um nicht zusehen zu müssen wie er traurig davon ging.
Doch meine Rose, diese herrliche Rose, wartete auf den Tag, an dem in diesem wundersamen Garten wieder die Sonne scheinen würde. Die Sonne, die das dunkle Licht verscheuchen und alles in hellem Licht erstrahlen lassen würde. Die Sonne, die das funkelnde, sie verschließende Glas von ihrem Gefängnis nehmen, sie aufatmen lassen und dauerndes Glück schenken sollte.

Ich aber, auch ich ging, wie viele vor mir, voller Traurigkeit hinaus aus diesem wundersamen Garten, weg von der Rose. Jedoch, als ich hinaus kam, da bemerkte ich, dass es kein Traum gewesen war, sondern Wirklichkeit. Es war früh am Morgen, ich sah die Sonne aufgehen, und ich bat Gott den Herrn, die Sonne hinein scheinen zu lassen, hinein in diesen Garten, damit meine Rose von aller Trübnis befreit, durch ihre Schönheit und ihren wunderbaren Duft einem Menschen wieder Freude, Wärme und Liebe schenken könnte und selbst wieder glücklich wäre.
(s.z.)
  Top
"Autor"  
Nutzer: starchaser
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 01.01.2000
Anzahl Nachrichten: 4935

geschrieben am: 30.07.2004    um 23:09 Uhr   

zwick nen steckling ab und setz ihn an die sonne - nach zwei jahren wird er blühen :-)
  Top