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Mein Dilemma mit Goethe

Nutzer: Lyrikus
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geschrieben am: 11.08.2004    um 02:47 Uhr   
Mein Dilemma mit Goethe.

Heimat. Wo ist das?
Heimat ist dort, wo das Herz ist, sagt man doch.
Wo ist dein Herz gerade?
Das ist nun gerade mein Problem, ich kann mich nicht entscheiden.
Ist dein Herz also nicht nur da, wo du bist?
Nein. Nicht ganz und gar. Wenn ich etwas weiß, dann das.
Ist dein Herz dort, wo du herkamst?
Ja, zu einem Teil bestimmt. Es wird wohl bis an mein Lebensende bei Ihr, bei Lotte sein. Und dort sind meine Wurzeln, meine Lieben. Nenn mich Konservativ, aber für mich bedeuten Familienbande sehr viel.
Und ist dein Herz auch dort, wo du hingingst?
Auch hier nur ein eingeschränktes Ja. Ich habe mit der Stadt Freundschaft geschloßen. Wir sind uns irgendwie ähnlich. Gespalten in zwei Hälften, die einander nicht verstehen können. Und auch hier gibt es eine Sie - Gretchen. Sie stammt aus vergangenen Tagen. Vielleicht war sie sogar der Grund, hierher zu kommen.Doch es ist paradox: die, der meine Liebe einst gehörte, steht für den Ort an dem ich nun bin. Die, der meine Liebe nun gehört, steht für den Ort von dem ich kam.
Was bewog dich zu gehen?
Schwierige Frage! Ich habe es einmal in einem Gespräch versucht auf drei Punkte zu reduzieren. Ich spürte den Drang, mich zu bewegen. Ich fühlte, dass ich einem Dilemma mit Lotte und Albert entgehen musste. Und eher unterbewusst sehnte ich mich nach Gretchens Nähe. Inzwischen ist aber viel passiert.
Was ist passiert?
Alle Gründe wurden negiert. Ich spüre noch immer das Verlangen, mich weiter zu bewegen. Ich sehne mich nun nach Lottes Nähe. Und ich spüre, dass ich einem Dilemma mit Gretchen entgehen muss.
Eine Umkehrung der Situation?
Ja, so ist es. Ich verspüre so sehr den Wunsch, nach Hause zurückzukehren, wie damals fortzugehen.
Warum bist bist du noch nicht entschloßen, es dann auch zu tun?
Das hat zwei Gründe. Zum einen ist da das Gefühl, zu kapitulieren. Das wiegt schwer. Und außerdem befürchte ich auch mit einer Rückkehr, das Grundproblem nicht zu lösen. Ein Neuanfang wäre nötig. An einem andern Ort.
Warum folgst du dieser Erklenntnis nicht?
Nunja, ich bin nicht begeistert >schon wieder< einen Neuanfang zu machen. Mir fehlt der Elan. Aber da irgendetwas passieren muß, habe ich die Entscheidung an eine höhere Instanz abgegeben.
Eine höhere Instanz?
Ja, an die Universitäten. Ich habe mich erneut für drei Orte beworben. Als Studienortwechsler, wie als Anfänger. Zum einen an dem Ort, von dem ich komme. Außerdem hier, wo ich nun bin. Und zuletzt an einem ganz andern Ort.
Dann wird sich alles von selbst entscheiden, oder nicht?
Nein, ich habe diesbezüglich etwas Selbsbetrug vollzogen. Die Bewerbung an dem neuen Ort hat kaum Chancen auf Erfolg. Und die anderen beiden Universitäten werden vermutlich beide zusagen, sodaß ich mich doch selbst entscheiden muß.
Und was nun?
Geändert am 11.08.2004 um 02:51 Uhr von Lyrikus
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Nutzer: Sommerloch
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geschrieben am: 11.08.2004    um 10:21 Uhr   
Mit unseren heutigen technologischen Möglichkeiten ist das doch alles kein Thema mehr: du loggst dich einfach unter neuem nick ein ( im Falle von Werther empfehle ich etwa mal zu Albert zu wechseln....dann klappt das mit Lottchen schon) und alle Probleme sind wie weggewischt ! ;-)
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Nutzer: orla
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geschrieben am: 11.08.2004    um 10:29 Uhr   
Heimat

Ist die heimat wirklich dort wo das herz ist - oder wo erinnerungen ruhen?
Beides?

Ist sie nicht vielmehr dort, wo wir uns einfach nur wohlfühlen -
oder sollte das gefühl für heimat kein gutes sein?

Und was hat die heimat mit einem ort zu tun?
Sind es nicht die lieben die uns ein gutes gefühl bringen.

Und was wiederum hat heimat mit menschen zu tun,
beschreibt sie doch eigentlich einen ort:
Heimat - ort, land, in dem jemand geboren wurde und mit dem er sich verbunden fühlt.

Nun, eine definition für ein lexikon zu verfassen um einen nenner zu erschaffen ist sicherlich eine gute basis... aber etwas auf diese definition zu beschränken eher ignorant.

Dort wo unsere gedanken sind, so denke ich, und unser fühlen, dort ist auch unsere heimat. So kann es sich um leben aber auch um einem ort handeln.
Und zu alledem - beschränkt sie sich weder auf ein leben noch auf einen ort, oder gar nur auf eines der beiden!


Herz

Das herz als erklärtes zentrum unseres fühlens ist also dort, wo wir die heimat meinen.
Oder ganz einfach dort wo wir lieben!

Da unser fülen breitgefächert und fast verschwänderisch großzügig ist - schränkt auch dieses sich nicht auf ein leben und, da es uns ebenso möglich ist orte zu lieben, nicht auf ein gebiet ein.


Liebe

Und wo wir gerade so schön festgestellt haben
spricht mit sich selbst ^ ^",
das sich weder heimat noch das herz auf ein einziges beschränken. Können wir gleiches auch von der liebe annehmen.


...das ganze blabla mal etwas abkürzt

Ich sehe hier einfach unentschlossenheit und die furcht einer wahl - daher auch das "zügel aus der hand geben" mit den bewerbungen.
Kaum kommen wir in einem zwiespalt erwarten wir das ein "schiksaal, eine "bestimmung" oder, wennŽs sein muss, ein "zufall" uns den weiteren weg deutet.
Ganz schön naiv...
...ganz schön feige!

Entscheidungen sind etwas das zu treffen gilt - keinem werden sie (ewig) abgenommen! Wir wählen unseren weg und gehen. Können uns auf schönes freuen und müssen halt schlechtes in kauf nehmen.

Letzten endes weiß im text die "person" mit dem dilemma darum und hat, bewußt oder unbewußt, doch die wahl auf sich genommen in dem die bewerbungen so verfasst sind, das deren beantwortungen schon klar scheinen!
Er/Sie hat sich etwas zeit geschafft - doch verschieben... - Nunja, wir kennen ja die ganzen sprüche mit dem verschieben!

Das traurigste an solch einer situation ist, dass ein dritter viel sagen kann - doch helfen...
Es gibt dinge, die kann man halt nur allein regeln/bewältigen!


Was nun?

Einfach wählen!
Ganz aus dem bauch heraus - einfach sich selbst fragen was man will und was nicht.

entschuldigt sich, falls sie die sache falsch angegangen ist
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Nutzer: starchaser
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Anzahl Nachrichten: 4935

geschrieben am: 12.08.2004    um 00:15 Uhr   


der drang, sich gleich mit werther oder faustus gleichzustellen ist wohl dein wirkliches problem mit dem ollen sepp. in ersterem falle genügt nicht, sich gelb zu kleiden und im anderen ist ein pakt mit dem teufel unabdingbar.


hast nicht schon alles gesagt mit "Ja, so ist es. Ich verspüre so sehr den Wunsch, nach Hause zurückzukehren, wie damals fortzugehen." ? ;-)
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Nutzer: Lyrikus
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geschrieben am: 12.08.2004    um 00:59 Uhr   
Eigentlich setze ich mich nicht mit den Protagonisten gleich. Ich vergleiche vielmehr Lotte und Gretchen mit der Rolle der beiden Frauen aus dieser Geschichte. Dies geschieht allerdings, ohne dass es dem unbeteiligten Leser erkenntlich werden könnte und ist somit vielleicht schwer zu erkennen. ;-)
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