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Das Ende |
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geschrieben am: 20.08.2004 um 16:12 Uhr
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Ich wartete noch ein wenig und drückte meine Zigarette im Aschenbecher aus. So langsam schmeckten sie mir nicht mehr, aber zum Aufhören war ich zu unmotiviert. Ich fasste in meine Manteltasche und holte mir ein Kaugummi heraus, um den Geschmack loszuwerden. Ein kurzer Blick auf die Uhr – 14.37 Uhr – noch sieben Minuten.
Ich stand auf um zur Anzeigetafel zu gehen. Diese ratterte noch einmal. Der ICE hatte fünf Minuten Verspätung. „Wär’ auch zu schön gewesen, eine pünktliche Bahn….“, murmelte ich vor mich hin.
Ich schaute mich um: Es war nicht viel los. Hier ein Pärchen, dass zum Abschied orale Körperflüssigkeiten austauschte, dort zwei Bahnpolizisten die auf einen Obdachlosen einredeten, da ein Kioskbesitzer der mit einem Fußballfan über das heutige Spiel philosophierte, hier und da Geschäftsleute mit Aktenkoffern und weitere Reisende. Noch zwei Minuten.
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| "Anständigkeit ist die Verschwörung der Unanständigkeit mit dem Schweigen." George Bernard Shaw |
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geschrieben am: 20.08.2004 um 16:12 Uhr
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Ich ging zum Bahnsteig und wartete an einem Pfeiler. Ich sah den Zug sich dem Bahnhof nähern – es war soweit. Was nun kommen würde, würde über alles entscheiden. Ich musste ihn nur abfangen. Ich blickte noch kurz zum Bahnsteig gegenüber. Ein kleines Kind spielte unbeaufsichtigt mit einem Ball. Die Mutter tratschte lieber. Ehe ich mich versah war der Ball auf den Gleisen, gefolgt von dem Kind. Nun musste ich handeln, die Mutter hatte ja etwas anderes im Kopf. Der Zug war keine 50 Meter mehr entfernt. Ich sprang auf die Gleise, krallte mir das Kind und entwich dem Zug in der letzten Sekunde. Mein Herz schlug mir bis zum Hals. Das Kind schrie. Die Mutter kam angerannt und fauchte mich an: „Lassen sie mein Kind in Ruhe!“ In der selben Sekunde riss sie mir es weg. Alle schauten mich an, ich stand auf und klopfte mir den Dreck vom Mantel.
Dann fiel mir wieder ein warum ich eigentlich hier war und rannte los ans Ende der Gleise – da war er. Ich hasste ihn für das was er getan hatte. Aber das würde er noch zu spüren bekommen. Ich folgte ihm, ließ es mir aber nicht anmerken. Es dauerte wohl noch etwas bis sein Anschlusszug kam. Ich ging an ihm vorbei, rempelte ihn kurz an, entschuldigte mich ohne ihn anzusehen und ging weiter. „Macht nichts“, rief er mir hinterher.
Er hatte wohl nicht bemerkt, dass ich ihm den Umschlag in die Jackentasche steckte. Das würde ihm seine gute Laune wohl nehmen, obwohl er mir irgendwo Leid tat. Er war nunmal leider das Bauernopfer, damit würde er leben müssen. Ich beobachtete ihn noch ein wenig aus der Ferne bis er zu seinem Gleis ging.
Er griff in seine Tasche, um wohl nach seinem Ticket zu sehen. Dabei holte er mit leicht verdutztem und irritierten Blick den Umschlag heraus. Er öffnete ihn langsam und schaute sich den Inhalt an. Er wurde kreidebleich. Dann drehte er sich um und schaute mir direkt in die Augen, als ob es auf dem ganzen Bahnhof nur uns beide geben würde. Seine Augen waren tränendurchsetzt. Die Zeit schien stillzustehen. Ich schaute ihn mit leicht runtergezogenen Augenbrauen und einem nicht gerade fröhlichen Ausdruck im Gesicht an.
Keine Ahnung wie lange es dauerte bis der sich nähernde Zug die bedrückende Stille unterbrach. Er schaute in Richtung des Zuges, dann nochmal zu mir – ein todtrauriges Gesicht. Dann nahm er Anlauf und sprang direkt vor den Zug, der nicht mehr stoppen konnte und ihn überrollte. Ich war geschockt, rannte aber geistesgegenwärtig zum Gleis.
Menschen schrien. Polizisten kamen angerannt. Am eben noch so ruhigen Bahnhof brach nun die Hölle aus. Eine Frau wurde ohnmächtig. Überall entsetzte Gesichter. Die beiden Polizisten konnten ihm auch nicht mehr helfen. Auch die nun erscheinenden Sanitäter konnten nur noch seinen Tod feststellen. Ich setzte mich auf die nahe Bank und sah mir das Ganze an – was hatte ich nur getan? Das hatte ich nicht gewollt. Es war grausam. Weit entfernt von den schlimmsten Vorstellungen die ich je hatte…
Ich saß noch so lange da, bis die Kripo den Tatort absperrte. Sie fanden die Überreste des Umschlags und des Inhalts. Es war Zeit zu gehen. Ich ging in die Nahe Bahnhofskneipe und bestellte mir einen doppelten Whiskey. Ich trank ihn auf ex und zahlte. Danach verließ ich den Schuppen und stand im Regen. Ich hatte Mist gebaut.
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| "Anständigkeit ist die Verschwörung der Unanständigkeit mit dem Schweigen." George Bernard Shaw |
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geschrieben am: 20.08.2004 um 16:12 Uhr
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Dann klingelte mein Handy und ich ging ran. Sie war es – total verheult sagte sie mir, dass ich dringend vorbeikommen solle. Ich ging zum nächsten Zug und fuhr zu ihr. Als ich an ihrem Bahnhof ankam, fiel sie mir in die Arme. Die Augen rot vom Weinen. Sie war total fertig mit ihren Nerven. Oh, ich hasste mich. Was hatte ich nur getan?
Auf der Fahrt zu ihr erzählte sie mir, die mir schon allzu gut bekannte Geschichte. Auch ihre Eltern waren schockiert. Ich nahm sie in den Arm und sie heulte sich bei mir aus. Mir war sehr flau im Magen. Ihre Mutter gab ihr eine Valium, so dass sie ein wenig schlafen konnte. In der Zeit redete ich mit ihren Eltern und ließ mir eine Geschichte einfallen, wie ich von der Tragödie erfuhr. Das konnte einfach kein gutes Ende nehmen.
Spät am Abend legte ich mich ins Gästebett. Ich hörte sie schluchzen, weinen und auch zwischenzeitlich schreien. Mir wurde schlecht, also ging ich zur Toilette um mich zu übergeben. Dann wurde mir schwummrig und zugleich schwarz vor Augen.
Sie rüttelte mich mitten in der Nacht panisch wach und fragte ob alles in Ordnung sei. Ich lag noch auf dem Boden und schaute sie an. Ihre Augen waren leer. Ich war irritiert und bejahte ihre Frage.
Ich wollte sie ins Bett bringen, da sah ich das Blut an ihrer Hand. Sie hatte sich die Pulsadern aufgeschnitten. Noch bevor ich sie zum Bett bringen konnte schwankte sie und kippte um.
Ich rief panisch ihre Eltern, die einen Notarzt und Krankenwagen riefen. Der Notarzt kam kurz darauf und tat das Allernötigste, meinte aber, dass sie dringend ins Krankenhaus müsste. Ich fuhr im Krankenwagen mit. Ihre Eltern mit dem Auto hinterher. Die Sirene war zwar sehr laut, fiel mir aber nicht auf, da ich voll auf sie konzentriert war. Ich hielt ihre Hand und sie sah mich mit ihren Augen , die nur noch kleine Schlitze waren, auf einmal an und lächelte. Dann schloß sie die Augen langsam. Der Arzt machte was er konnte. Ohne Erfolg. Knapp 200 Meter vor dem Krankenhaus starb sie.
Als wir am Krankenhaus stehen blieben und ich ausstieg, schaute ich die Eltern mit einem leeren Blick an. Sie wussten nicht was los war und rannten zu ihrem Kind.
Ich stand neben dem Krankenwagen. Neben mir selbst. Ich sah den LKW zwar auf mich zukommen, wich aber nicht aus. Das letzte was ich sah waren zwei grelle LichterÂ…
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| "Anständigkeit ist die Verschwörung der Unanständigkeit mit dem Schweigen." George Bernard Shaw |
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geschrieben am: 20.08.2004 um 20:58 Uhr
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vielleicht ein möglicher Weg, sich etwas von der Seele abzuarbeiten ?
Ich hoffe, es gelingt dir ! |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 20.08.2004 um 21:22 Uhr
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nicht gerade ein happy end .. |
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geschrieben am: 21.08.2004 um 01:27 Uhr
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| Japps, mein Innenleben ist im Moment sehr "unsortiert"... |
| "Anständigkeit ist die Verschwörung der Unanständigkeit mit dem Schweigen." George Bernard Shaw |
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geschrieben am: 11.09.2004 um 19:30 Uhr
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| Hey, nun gehts mir wieder super! :-)) |
| "Anständigkeit ist die Verschwörung der Unanständigkeit mit dem Schweigen." George Bernard Shaw |
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geschrieben am: 11.09.2004 um 21:38 Uhr
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| dann muß ich auch mal zum Media-Markt, wenn das so die Psyche aufbaut ! |
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geschrieben am: 11.09.2004 um 21:51 Uhr
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verrätst du, was in dem umschlag stand? *liebgugg*
ansonsten gefällt mir sehr...
tänzerle |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 11.09.2004 um 23:28 Uhr
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geschrieben am: 12.09.2004 um 02:32 Uhr
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| "Autor" |
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geschrieben am: 12.09.2004 um 17:08 Uhr
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| Was in dem Umschlag stand is freie Interpretation. Klar hab ich mir was dabei gedacht, aber das wird nich verraten. ;-) |
| "Anständigkeit ist die Verschwörung der Unanständigkeit mit dem Schweigen." George Bernard Shaw |
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geschrieben am: 18.09.2004 um 13:01 Uhr
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| tztz......versteh ehrlich gesagt nicht ganz, warum du so ein Geheimnis darum machst, daß in dem Brief stand: "deine teuer erstandene Nappalederjacke ist in Wirklichkeit ein rein synthetisches Polyester-Imitat!".....kann doch wohl jeder wissen ! |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 18.09.2004 um 14:57 Uhr
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lol
Das war ein Umschlag und kein Brief. |
| "Anständigkeit ist die Verschwörung der Unanständigkeit mit dem Schweigen." George Bernard Shaw |
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geschrieben am: 18.09.2004 um 15:08 Uhr
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na und in dem Umschlag war der Brief...oder bist du so knauserig, daß du an Briefpapier sparst und so wichtige Mitteilungen auf den Umschlag kritzelst ?
Wäre schlechter Stil....... |
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geschrieben am: 18.09.2004 um 15:51 Uhr
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| Wer sagt, dass es was schriftliches war? ;-) |
| "Anständigkeit ist die Verschwörung der Unanständigkeit mit dem Schweigen." George Bernard Shaw |
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geschrieben am: 18.09.2004 um 18:09 Uhr
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(zitat)Was in dem Umschlag stand is freie Interpretation. Klar hab ich mir was dabei gedacht, aber das wird nich verraten. ;-)(/zitat)
öhm, sagst du damit nicht selbst, daß es was Schriftliches war ? |
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geschrieben am: 18.09.2004 um 18:13 Uhr
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| Korinthenkacker. Freie Interpretation. Ende. |
| "Anständigkeit ist die Verschwörung der Unanständigkeit mit dem Schweigen." George Bernard Shaw |
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geschrieben am: 19.09.2004 um 21:06 Uhr
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ui, des pudels kern muß echt ein knackiger sein :-) |
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