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Das Nibelungenlied, verkürzt, neu gefast, auf Grundlagen von Franz Fühmann |
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geschrieben am: 01.09.2004 um 17:56 Uhr
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In früher Zeit, es hat getragen,
Eine Sag durch's ganze Land,
Ein einsam Lied von kühnen Taten,
Von holdem Blut, von schöner Hand,
Von Degen, Lanze, hohem Roße,
Von tapfren, edlen Rittersleut,
Von mancher großen Liebesfreut.
Es handelte vor vielen Jahren,
Von einem jungen Königsknaben,
Von Siegfried ist die Kunde wohl,
Vom vielbekannten Drachenfeind,
Dem Bezwinger dieser üblen Wesen,
Der von jedem Mann gepriesen.
Der vom Volk verehrt, für seine Stärke,
Aufgesucht von jeder Maid,
Lag sein Nam' in aller Munde,
Ist zum König hingeeilt.
Der Siegfrieds Hilf ersuchte, in der Liebe,
Um BRünhields hande bat er ihn,
Da die schöne Jungfer, nur dem Manne,
Der sie zwang, ihr Herz verlieh.
Und so brachen sie zum Isenland,
Der König, Siegfried und zwei Treue,
Standen sie vor Brünhields Schlosse,
Spührten bald die eigne Reue,
Als im Kämpfe stand der König,
Dem mächt'gen Weibe ebnbührt,
Wurd von ihm zum ersten Male.
Siegfrieds Hinterlist gerühmt.
Dieser half ihm im Verstecke,
Unterm Mantel Alberichs,
Und schon führte König Gunther,
Die holde Brünhield heim zu sich.
Und als Hilfeslohne, sann sich,
Siegfried nun der Königsschwester,
Kriemhild wollte er zur seinen,
Die schöne Frau vom weiten Rheine,
Wurde ihm dann zugetragen,
Auf des Königs Hochzeitsfest,
Hört' man sie ihr Ja-Wort sagen. |
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