Auf den Beitrag: (ID: 38529) sind "2" Antworten eingegangen (Gelesen: 243 Mal).
"Autor"

Die schlaflose Nacht

Nutzer: zmiti
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 01.03.2004
Anzahl Nachrichten: 326

geschrieben am: 12.10.2004    um 22:29 Uhr   
Ich liege in meinem Bett, beziehungsweise, ich liege auf meinem Sofa, das Bett ist mir zu groß und zu einsam.
Ich liege jedenfalls hier, und kann nicht einschlafen.
Meine Gedanken, bei ihm, wie sollte es auch anders sein.
Ich denke daran, wie er mich damals zum ersten Mal angerufen hat, als ich auf Klassenfahrt war.
Ich glaube da, nein ich glaube nicht, ich weiss es!
Genau da, wurde mir klar dass ich ihn nicht nur liebe.
Ich würde für ihn töten, ich vergöttere ihn.
Wie er mich angerufen hat,
wie ich mal wieder nur Stuss von mir gegeben habe, wie jedes Mal wenn er mich angerufen hat,
mein Hirn ein war Butterklumpen.
Ich glaube ich würde alles geben um ihn noch ein einziges Mal sagen zu hören, was er damals zu mir gesagt hat, bei unserem allerersten Telefonat. Ich weiss nicht, aber ich glaube er wusste dass er mich damit ultraglücklich gemacht hat.
Er hat mir gesagt dass er meine Briefe supersüß gefunden hat, die ich ihm jeden Tag dieser Klassenfahrt geschrieben habe. Wenn ich auch bei dem Wort „süߓ leicht zusammenzuckte. Aber ich hatte ihm doch erlaubt mich süß zu nennen, er war ja schliesslich mein Ein & Alles. Ich war im ersten Moment etwas geschockt und skeptisch von diesem Haufen Kompliment, Ehrlichkeit, Liebenswürdigkeit und „Er-halt“-heit.
Ich war nur zu einem „echt?“ im Stande.
Und typisch für ihn antwortet er „Nee, ich sag dass nur so aus Scherz und meins nicht so…NATÜRLICH ECHT!“
Ich liebe seine Art zu witzeln.
Ich war einfach total dämlich in diesem Moment.
Fasziniert von seiner Stimme.
Um den Finger gewickelt von seinen Komplimenten.
Und mein Hirn butterweich von allem zusammen.
Ich glaube, ich habe nur Müll erzählt.
Als ich wieder aus diesem kleinen Tag- oder besser gesagt Nacht- Traum herauswache merke ich, dass ich grinse und noch immer hier im „Jetzt“ und im Dunkel liege.
Ich weiss genau dass ich ihn so sehr liebe, dass es schon fast wehtut.
Aber er hat sich doch schliesslich entschieden, dass er doch lieber mit einer Anderen zusammen is. Er scheint sie mehr zu lieben. Warum kann ich ihn nicht vergessen?
Warum liebt er sie mehr? er hat doch gesagt hat, ich zitiere: „mehr als ich dich liebe geht gar net!“
Womit mein Grinsen spurlos verschwunden wäre und die Einsamkeit wieder da wäre, die ich in dem großen Bett nicht ausgehalten hätte.
Weshalb ich auf dem Sofa schlafe.
Ich kuschle mich so nah wie möglich an die Sofalehne.
Ich muss wieder an dieses eine erste Telefonat denken.
Ich denke auch an die anderen Telefonate.
...
Geändert am 12.10.2004 um 22:30 Uhr von zmiti
  Top
"Autor"  
Nutzer: zmiti
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 01.03.2004
Anzahl Nachrichten: 326

geschrieben am: 12.10.2004    um 22:29 Uhr   
...
Ich lache leise als ich daran denke wie er so total niedlich eifersüchtig geworden ist, als er angerufen hat, ich ihm erzählt habe, dass ich gerade mein Zeug packe, weil ich diese Nacht nicht zu Hause verbringe.
Als er nachfragt wo ich denn schlafen wollte, wusste ich dass es ihm meine Antwort nicht gefallen wird, weil er doch ziemlich eifersüchtig ist.
Ich erzählte ihm aber trotzdem, dass ich bei meinem besten Kumpel, meinem Nachbar, meinem damaligen Sandkastenpartner übernachten wollte, weil ich ihn lange nicht gesehen hatte, weil er bei seinem Vater war.
Er war schlagartig leiser.
Er fragte nach „Kumpel?“ ….Stille…. „Männlich?“
Ich antworte leicht kleinlaut „Ja…schon“
Womit er mit einem nüchternen „aha…“ antwortet.
Ich merke, dass es jetzt genau richtig ist, Süßholz zu raspeln.
Ich antworte ihm „Schatz, mach dir keine Sorgen, Ich liebe dich, nur dich und mein Kumpel interessiert mich Null.“ „Wenn er dich nicht interessieren würde, würdest du doch schliesslich nicht da pennen“ entgegnete er mir.
Ich überlegte wie ich mich am geschicktesten mit ihm „streite“.
Ich antwortete „Schahaaatz, du weisst wie ich dass meine. Und ausserdem hat der eh ne Freundin!“ Als er mich fragt: „Und was meint die dazu dass ihr Freund mit nem anderen Mädel zusamm pennt?“
Das war ein Schlag.
Was dachte er von mir? Was wollte er von mir denken? Er wusste doch genau, dass es nicht stimmte!
Ich antwortete anscheinend ein bisschen zu patzig „Ich schlaf doch nicht mit ihm zusammen!?!? Ich lieg so ziemlich am komplett anderen Ende vom Zimmer auf ner Matratze und er in seinem Bett, wenn ich nich sogar auf dem Sofa bei denen im Wohnzimmer schlafe!!!“
Dann war Stille,ein wenig zu langÂ… ich wusste nicht ob ich flennen, platzen oder schreien sollte.
Er hatte anscheinend gemerkt, dass er mit der Eifersucht ein wenig übertrieben hatte.
Er wollte mich wieder auf den Teppich bringen und meinte:
„Hey?“ und ohne auf Gegenantwort zu warten sagte er „Tut mir leid…“
Wenn mir irgendwer aus einer anderen, aussenstehenden Sicht dass erzählt hätte, wäre mir das kleine „Tut mir leid“ wahrscheinlich zu wenig, nein nicht zu wenig aber irgendwie unpassend gewesen.
Aber alleine seine Stimme und dann dieser kleine verzweifelte Unterton brachten mich fast zum Weinen vor Rührung.
Ich wusste nicht direkt was ich antworten sollte, da mein Hirn wiedermal Butter war, haspelte ich angebrochene Sätze umher
„Schatz, du wirst doch wohl wissen dass, ich würde doch nie, Schahaatz verdammt, Warum glaubst du mir nicht dass, Ich liebe dich doch!“ und ähnliches.
Er wusste was ich meinte, gab mir das zu verstehen und wechselte irgendwie geschickt das Thema.
Wir unterhielten uns noch ein bisschen.
Nachdem ich sagte „Bei mir hier im Zimmer siehtŽs aus…moah…Chaos pur…ich zertret noch irgendwas…“ und er antwortete „Musst du eben aufräumen!“ und dabei leicht gelacht hatte, wusste ich, dass wieder alles in Butter(!) war.
Ich meinte daraufhin, dass er ja vorbeikommen könnte, um mir dabei zu helfen.
Und dann merkte ich, dass er mich eben wirklich verstanden hatte, er wusste dass es mir ernst war. Und was für ihn dabei typisch war:
Er stichelte wieder herum.
Er meinte „Wozu? Kannst ja deinen Kumpel rüberholen, kennst ihn ja schon seit Kindertagen und er wohnt doch auch direkt nebenan, oder hab ich da was falsch verstanden?“
„Er wohnt zwei Häuser weiter und, ja, ich kenn ihn seit Kindertagen, aber ich will mit DIR hier aufräumen…. Zufrieden?“
Er war zufrieden.
Als er mich dann abgewimmelt hatte, weil er im Badezimmer im Nassen stand, weil ihm vor lauter Telefonieren das Badewasser übergelaufen war, schaute ich auf die Uhr und bemerkte, dass ich vor einer Dreiviertelstunde bei meinem Kumpel sein wollte.
...
Geändert am 12.10.2004 um 22:31 Uhr von zmiti
  Top
"Autor"  
Nutzer: zmiti
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 01.03.2004
Anzahl Nachrichten: 326

geschrieben am: 12.10.2004    um 22:30 Uhr   
....
Als ich wieder merke, dass ich momentan nicht seit fast einer Stunde bei meinem Kumpel sein will, sondern immer noch auf meinem Sofa, an die Lehne gekuschelt liege, will ich am liebsten heulen.
Ich liege hier, alleine, weil er eine Andere mehr liebt als mich.

Ich liebe ihn aber doch.
Ich liebe alles.
Und seine Stimme schwirrt mir unentwegt im Kopf herum.
Seine Stimme.
Ich seufze.
Seine StimmeÂ….
Ich bemerke wie ich plötzlich das Telefon in der Hand halte.
Seine Nummer wähle und es tuten höre.
Ich spüre meinen Puls deutlich.
Er schlägt schneller als jeder gute Drummer in irgendeiner Punkband.

Er geht ran (ER, nicht der Puls).
Das einzige was er sagt ist „ja?“
O Gott.
Was soll ich sagen?
Alles was ich mir eben noch ausgedacht und ausgemalt habe ist weg.
Ich lege auf.
Ich sage mir „du simst ihm morgen Vormittag, dass du das warst“
Weiss aber genau, dass ich es nicht machen werde, weil Morgen die allabendliche Einsamkeit nicht über den Schmerz siegt, den er mir angetan hat…
Mit diesen Gedanken im Kopf herumschwirren und ständig dieses „ja?“ herumbrummend, döse ich langsam ein und schlafe die ganze Nacht durch.


Als ich wieder merke, dass ich momentan nicht seit fast einer Stunde bei meinem Kumpel sein will, sondern immer noch auf meinem Sofa, an die Lehne gekuschelt liege, will ich am liebsten heulen.
Ich liege hier, alleine, weil er eine Andere mehr liebt als mich.

Ich liebe ihn aber doch.
Ich liebe alles.
Und seine Stimme schwirrt mir unentwegt im Kopf herum.
Seine Stimme.
Ich seufze.
Seine StimmeÂ….
Ich bemerke wie ich plötzlich das Telefon in der Hand halte.
Seine Nummer wähle und es tuten höre.
Ich spüre meinen Puls deutlich.
Er schlägt schneller als jeder gute Drummer in irgendeiner Punkband.

Er geht ran (ER, nicht der Puls).
Das einzige was er sagt ist „ja?“
O Gott.
Was soll ich sagen?
Alles was ich mir eben noch ausgedacht und ausgemalt habe ist weg.
Ich lege auf.
Ich sage mir „du simst ihm morgen Vormittag, dass du das warst“
Weiss aber genau, dass ich es nicht machen werde, weil Morgen die allabendliche Einsamkeit nicht über den Schmerz siegt, den er mir angetan hat…
Mit diesen Gedanken im Kopf herumschwirren und ständig dieses „ja?“ herumbrummend, döse ich langsam ein und schlafe die ganze Nacht durch.

(c) by myself
Geändert am 12.10.2004 um 22:31 Uhr von zmiti
  Top