| "Autor" |
Der Tote |
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geschrieben am: 20.10.2004 um 22:28 Uhr
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Es war Nacht. Es war Nacht und es regnete. Ein halbwegs normaler und nüchterner Mensch würde im warmen und gemütlichen Zuhause sitzen. Wie gesagt: Ein nüchterner und normaler. Viel zu frustriert und depressiv um auch nur einen dieser Zustände erreichen zu können ging ich durch die vom Regen leergefegten Straßen. Nicht mal Hunde lässt man da noch raus.
Aber es war mir egal. Es war nebensächlich. Unwichtig. Eine Erkältung oder Grippe konnte mich nicht mehr umbringen. Da war ich mir bewusst. Ich hatte anderes was vielfach wichtiger war. Es beschäftigte mich. Durchdrängte und durchbohrte mich. Wie die Kugel eines Polizisten den gemeinen Verbrecher. Ich wollte ihr nicht wehtun. Ich wollte da sein für sie. Ihr helfen. Der Schuss ging nach hinten los. Ich hatte sie enttäuscht. Maßlos. Dabei wollte ich das Gegenteil erreichen. Ihr ein guter Freund sein. Nein, kein guter - der beste!
Doch nun fühlte ich mich so schlecht. So schlecht und so schuldig. Schuldig nicht in sie komplett vertraut zu haben. Ein Schwerverbrechen unter Freunden. Wie konnte ich nur? Ich hätte alles äußern müssen. Jede Kleinigkeit. Auch wenn sie noch so unlogisch erscheint. In ihren Augen war es das wohl nicht. Das habe ich gelernt. Das wurde auch Zeit. Vielleicht habe ich ja noch eine Chance. Eine letzte. Die letzte Überhaupt. Die letzte zum Leben. Zum Überleben.
Ich gehe über den Friedhof. Setze mich auf eine Bank. Mitten unter den Toten. Mitten im Regen der auf mich niederprasselt. Mich beschuldigt. Mich beschimpft. Mich bestraft. Oh, was habe ich nur getan? - Ohne ihr Vertrauen gehe ich tot. Ich liege schon im Grab. Ich liege schon in ihm. Ich versuche hinauszuklettern. Doch der Regen macht die Erde lehmig und ich rutsche immer wieder ab. Lande mit dem Gesicht im Schlamm. Sehe nach oben. Erde wird auf mich geschaufelt. Ein Totengräber schüttet mich zu. Ich schaue in sein Gesicht. Es ist mein Gesicht. Er trägt mein Gesicht. Ich sehe ihn fragend an und er reicht mir seine Hand und zieht mich hinaus.
Am Horizont geht die Sonne auf und ich renne. Ich renne zu ihr. Ich klingele. Sie öffnet die Tür und nimmt mich in ihre Arme. |
| "Anständigkeit ist die Verschwörung der Unanständigkeit mit dem Schweigen." George Bernard Shaw |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 21.10.2004 um 20:21 Uhr
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ein happy end - wie schön :)
an sich net schlecht...
nur wirkt die thematik (für mich unwissenden) etwas wirr. |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 21.10.2004 um 22:23 Uhr
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vertrauen ist halt keine leichte sache .. |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 22.10.2004 um 12:15 Uhr
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Nicht schlecht, die Kurzgeschichte.
Kann das sein, dass du stark von Hemingway inspiriert bist?
Die kurzen knappen Sätze, die machohafte Affinität zu Waffen: (zitat)Durchdrängte und durchbohrte mich. Wie die Kugel eines Polizisten den gemeinen Verbrecher. Ich wollte ihr nicht wehtun. Ich wollte da sein für sie. Ihr helfen. Der Schuss ging nach hinten los.(/zitat)
Das sind meine Gedanken hierzu. :)
sweety
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| "Autor" |
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geschrieben am: 22.10.2004 um 15:28 Uhr
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(zitat)Nicht schlecht, die Kurzgeschichte.
Kann das sein, dass du stark von Hemingway inspiriert bist?
Die kurzen knappen Sätze, die machohafte Affinität zu Waffen: (zitat)Durchdrängte und durchbohrte mich. Wie die Kugel eines Polizisten den gemeinen Verbrecher. Ich wollte ihr nicht wehtun. Ich wollte da sein für sie. Ihr helfen. Der Schuss ging nach hinten los.(/zitat)
Das sind meine Gedanken hierzu. :)
sweety
(/zitat)
Nein, habe Hemingway trotz Abiturs nie gelesen.
Aber trotzdem danke. :-) |
| "Anständigkeit ist die Verschwörung der Unanständigkeit mit dem Schweigen." George Bernard Shaw |
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