| "Autor" |
Zum Nachdenken... |
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geschrieben am: 09.11.2004 um 17:18 Uhr
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„Sag mir, was wiegt eine Schneeflocke?“ fragte die Tannenmeise die Wildtaube. „Nichts mehr als nichts“ gab die zur Antwort. „Dann muß ich dir eine wunderschöne Geschichte erzählen“, sagte die Meise. „Ich saß auf dem Ast einer Fichte, dicht am Stamm, als es zu schneien anfing; nicht etwa heftig mit Sturmgebraus, nein, wie im Traum, lautlos und ohne Schwere.
Da ich nichts Besseres zu tun hatte, zählte ich die Schneeflocken, die auf die Zweige und Nadeln meines Astes fielen und darauf hängenblieben. Genau 3.741.953 waren es. Als die 3.741.954. Flocke niederfiel - nichts mehr als nichts, wie du sagst -, brach der Ast ab.“
Damit flog die Meise davon.
Die Taube, seit Noahs Zeiten eine Spezialistin in dieser Frage, sagte zu sich nach längerem Nachdenken: „Vielleicht fehlt nur eines einzigen Menschen Stimme zum Frieden der Welt?“
Was sagt ihr dazu?
Grüße,
kauz |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 10.11.2004 um 21:26 Uhr
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Vielleicht ist es nur ein tropfen
der das fass zum überschwappen bringt
Vielleicht nur eines menschen stimme
die entscheidet ob krieg oder frieden beginnt
Doch nebst diesem jeweils einem
vergiss die masse zuvor nicht
Denn eine einzige flocke wäre kaum genüge
damit der ast entzwei bricht
Zu solch unterfangen müsste sich vereinen
was sonst von individualität spricht
und angesichts der schwer wiegenden folgen
sollte man meinen es sei schlicht
Dennoch bleibt zuvor
der erste und der zweite über mehr und mehr
bis zum letzten und zum ich
Und schließlich dem einem
damit ein ast bricht
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| "Autor" |
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geschrieben am: 15.11.2004 um 17:21 Uhr
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Sehr schön Orla und irgendwie hast du auch recht... auch die davor sind wichtig, es war nicht die eine Flocke allein... aber ohne die davor wäre es nciht gegangen... und gäbe es diese eine letzte Flocke nicht - was dann?
Diese Geschichte gibts Selbstvertrauen! |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 16.11.2004 um 09:17 Uhr
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Mir fällt dazu ein Aphorismus von Stanislaw Jerzy Lec ein:
Keine Schneeflocke in der Lawine wird sich je verantwortlich fühlen.
(Stanislaw Jerzy Lec, poln. Satiriker, 1909-1966) |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 16.11.2004 um 21:15 Uhr
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In der masse ist man stark
und dennoch auch schwach
denn was immer du auch sagst
was die masse meint wird gemacht.
In solch einem pulk
wo eins nicht als eins besteht
wer trägt dort je die schuld
wenn eine lawine sich bewegt.
Vielleicht kann man aus dieser sicht
keinem einzel die verantwortung Žladen
denn wem gibt man dort die pflicht
wo alle nur als eins handeln und sagen!?
Vielleicht kann man es nicht verlangen
wie traurig es auch klingt
den einen zu finden und zu belangen
wegen dessen die lawine sinkt
Und gerade dieses verantwortliche empfinden
scheint mehr als nur eine mangelnde ware
und sollte nun leise hoffnung schwinden
bleibt doch noch das gefühl der schuld als habe.
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| "Autor" |
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geschrieben am: 20.11.2004 um 16:06 Uhr
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also laßt uns eine lawine bilden ! *freu |
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