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geschrieben am: 22.11.2004 um 22:09 Uhr
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Die Nacht senkte sich, als er auf seine Knie fiel, demütig.
Den Kopf gesenkt, die Augen geschlossen, die Hände zum Gebet gefaltet,
wartete er auf weitere Schläge.
Das Blut tropfte, purpurrot, er schmeckte es salzig, sein Blut.
Du hast es getan.
Sie stand vor ihm. Ein Wesen Lichtjahre von ihm entfernt, die Flügel der Vollkommenheit gespreizt, das Gesicht in unendlichem Hass verzogen.
Er kniete weiterhin starr. Und lauschte auf das Nichts, dass Nichts, dass sie überall verbreitete, wo immer sie auch war.
Er kämpfte den Kampf seines Lebens, den Kampf des Gewissens und der Liebe, den Kampf der Wahrheit, den Kampf aller Kämpfe.
Endlich erhob er sich, Fürst, wunderschönster Fürst, reckte seine Schwarzen Schwingen und wischte sich das Blut von den Lippen.
Er besah sie, ihre Haare, flatternd. Die weiße Göttin, die sie war, ja, er besah sie.
Du hast die höchste Sünde getan, sagte sie, Gott, Zerrstörerin, vernichtend ihr Blick.
Ich werde nicht ablassen. Sein Wort, furchtlos und sein Gesicht eine gemeißelte Statue, gemeißelt aus Dunkelheit.
Ich bot dir die WELT, Nichtswissender,
alles hätte ich dir zu Füßen gelegt,
jeden jämmerlichen Menschen für dich geopfert,
die ganze Erde in Stücke gerissen,
wie meine Seele und meinen Verstand.
Ein Gott, Himmelsherrscher, König wärst du an meiner Seite geworden,
mächtig, groß, jedem überlegen.
Doch du wendest dich von mir ab.
Du wagst es.
Er starrte sie an, seine Augen, so wunderschön, weit geöffnet, die Brauen, so fein, nach oben gezogen.
Und dann lächelte er. Spöttisch, die Lippen verzogen, bösartig.
Lächelte ohne Ende.
Die Göttin schrie gequält auf. Sein Spott tötete ihren Verstand und sie rief es.
Rief das heilige Schwert und schlug ihm schreiend beide Flügel ab.
Sein purpurrotes Blut spritzte, ergoss sich,
über ihn und sie,
besudelte ihren makellosen, weißen Leib, ihre weißen Schwingen, ihren Geist.
Er fiel nieder, auf seine Flügel, verkrampfte sich und keuchte.
Er wand sich, suhlte sich in seinem Blut, heiß, sein himmlisches Leben floss aus roten Sturzbächen aus ihm heraus.
Schmerz brannte hinter seiner Stirn.
Schmerz beherrschte sein Denken.
Schmerz, Schmerz, Schmerz.
Doch war er ein Fürst, ein Fürst,
so stark,
und er hob den Kopf, öffnete seine Augen.
Nahm alle Kraft, alle Macht und Würde um nicht zu schreien,
keine einzige gold’ne Träne zu vergießen.
Er sah sie an, sie, die weiße Göttin, die weiße Zerstörrerin, besudelt, entweiht, unwürdig.
Sie hielt das Allerheiligste, das heilige Schwert krampfhaft umklammert, ihr Gesicht,
die Fratze der Göttlichkeit.
Er keuchte, hustete Blut, öffnete den Mund.
Du seiest verdammt, denn liebe ich ein Menschenkind, so schwach, und nicht dich, die Göttin, deren Liebe jeder nachtrachtet.
Doch niemals, niemals, werde ich der deine.
Und er verzog erneut seine Lippen zu diesem teuflischen Lächeln.
In diesem Moment entflammte die Zeit
Und die Erde zerfiel in Asche.
Sie durchspießte ihn, kreischend,
kreischend, kreischend, kreischend.
Und er, Fürst, König,
er fiel.
Er fiel, blutend, lächelnd.
forsaken.now.
black and white IS grey.
jade
22.11.04
Geändert am 22.11.2004 um 22:13 Uhr von _jade_ |
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