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"Autor"

tagesgedankengewirr

Nutzer: Neivis
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geschrieben am: 10.02.2005    um 23:53 Uhr   
„Liebe ist ständiges Begehren, ob geistig oder körperlich. Liebe ist Passion“, so spricht mein Professor dort vorne, voller glühender Begeisterung. Zurückgelehnt sitze ich, eine unter vielen im Hörsaal, und höre zu.
Ein Teil von mir muss lächeln, stimmt diesen Worten zu, saugt sie förmlich auf. Es ist seltsam die eigenen Gedanken laut ausgesprochen zu vernehmen, noch dazu in Literaturgeschichte. Gedanken die um alle möglichen Themen schwirren: ob Liebe, das Verliebtsein und vielleicht auch die daraus resultierende, auch wenn es komisch klingen mag, Wut.
Aber der andre Teil in mir fragt sich wie dumm Menschen sein müssen diesen Floskeln zu glauben. Wenn diese Hälfte meiner Selbst mich beherrscht, frage ich mich manchmal selbst wie ich noch Fühlen soll. Schmerz ist dann das Einzige was helfen könnte, aber so weit ist es noch nicht. Anscheinend hat es wieder begonnen, dieses sich hinter Masken verstecken um sich selbst ertragbar zu machen, und schließlich möchte man auch nicht alleine sein. Auch wenn es schön ist oftmals. Im Dunkeln sitzen, kein Laut außer dem eigenen Atem und vielleicht einfach mal die Tränen laufen lassen. Ebenso dieses Alleinsein frühmorgens, wenn niemand auf den Straßen ist und es scheint als ob die Welt einem ganz alleine gehören würde. Man den Sternenhimmel über einem betrachten kann, und sich daran erfreuen das man als erste in den frischen Schnee springen kann. Dies ist meines Erachtens, für mich persönlich, sehr oft der einzige Hinweis das ich Spuren in dieser Welt hinterlasse. Aber mittags schon sind meine Fußspuren unter Hunderten von anderen begraben.
„Liebe ist Passion“ – Diese Worte gehen mir seit Tagen nicht mehr aus dem Kopf. Sie haben mich zu weiterem nachdenken gezwungen. Ich weiß nicht, nein ich glaube es nicht mal, ob ich diese Form der Liebe schon mal in ihrer Ganzheit verspürt habe. Angst, Wut, Trauer, Freude über kleine Dinge, das schon. In dem alten Stück Literatur, „Tristan und Isolde“, funktioniert die pure Liebe nur zeitweise um am Ende tragisch zu enden. Es kann sein das der Mensch einfach nicht dafür bestimmt ist, oder auch doch. Ich weiß es nicht. Aber ich werde wohl weiter aus dem Fenster blicken und mir meine Gedanken machen, dabei auf die Tannen starren und ganz kurz, für einen winzigen Moment, glücklich beziehungsweise fröhlich zu sein einfach aus dem Grund, weil gerade die Sonne untergeht und die Welt sanfter erscheint.
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Nutzer: Gast_sweety0018
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geschrieben am: 11.02.2005    um 00:26 Uhr   
Was soll nur aus unseren Studenten werden, wenn sie während der Literaturgeschichte-Vorlesung den Tannen nachstarren!? *g*

Alles in allem finde ich: ein wirklich lesenswerter Text. :)

sweety
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Nutzer: Herzdiebin
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geschrieben am: 11.02.2005    um 06:22 Uhr   
aplaudiert Wunderbar! Einfach wunderbar! Regt zum nachdenken an. Aer Tannen sind doch langweilig zum anstarren! Raufasertapeten sind da doch gleich viel interesanter!! gg Nein Scherz bei seite. Es ist wirklich schön geworden und das Kribbeln nach oftmaligen lesen ist ja immer noch da!! Mach weiter so! langsam raus schleicht und dieses Lob hinterlässt

Herz
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Nutzer: starchaser
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geschrieben am: 11.02.2005    um 14:47 Uhr   
ob der mensch dazu bestimmt ist, erscheint mir nicht der springende punkt zu sein. hauptsache ist doch, daß er unter bestimmten umständen dazu in der lage ist. vielleicht nicht heute, aber dafür morgen ? gut ding braucht halt weil .. selbst die tannen wuchsen nicht im letzten jahr

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