| "Autor" |
Umsonst Sterben! |
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geschrieben am: 22.02.2005 um 21:39 Uhr
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"EINE GESCHICHTE ZUM WEINEN!"
Sie saß am PC wie fast jeden Abend. Immer wenn sie nach Hause kam, setzte sie
sich an den Computer, wählte sich ins Internet ein und blieb so lange drin, bis
sie ihre Mutter ins Bett scheuchte.
Aber an diesem Tag war es anders. Sie hatte sich verliebt. Es verging kaum eine
Minute, wo sie nicht an ihn dachte. Sie hatte nur seinen Nickname im Kopf und
seine Beschreibung. Andauernd dachte sie darüber nach, wie er wohl aussehen
würde. Sie hatten nie so richtig über sich selbst geredet, nie über persönliche
Details wie genauer Wohnort oder so. Sie wusste nur, dass er in Deutschland
wohnte wie sie selbst, aber etwa 400km weit entfernt; zu weit zum Besuchen. Sie
konnte ihm vertrauen, konnte sich loslassen, konnte sich fallen lassen, wenn sie
mit ihm chattete, was sie sonst nicht konnte. In real war sie sehr schüchtern,
traute sich kaum etwas zu. Doch im Chat, wenn sie mit ihm sprach, dann konnte
sie sich richtig fallen lassen und ihren Gefühlen freien lauf lassen. Doch dass
sie sich in ihn verlieben würde, daran dachte sie nie. Sie hielt es nicht für
möglich, sich in einem Chat zu verlieben, doch nun war es passiert; sie konnte
nichts mehr dagegen machen.
Es vergingen einige Tage. Sie dachte pausenlos an ihn; war schon öfters so nah
dran, es ihm zu gestehen, aber sie schaffte es nie. Doch dann kam der Tag, an
dem sie beschloss, es ihm zu sagen.
Als sie sich nach der Schule an den PC hockte und in den Chat ging, war er nicht
da. Sie wartete lange, doch er kam nicht. Sonst war er immer da. Jeden Tag um
die selbe Zeit. Doch heute nicht.
Sie hatte keine Ahnung was dazwischengekommen war und befürchtete schon das
Schlimmste. Und da kam ihr die Idee, ihre E-mails nachzulesen.
Sie hatte Post, es war eine Mail von ihm. Als sie den Betreff las, stieg in ihr
ein eigenartiges Gefühl auf. Ein mulmiges Gefühl in ihrem Bauch...Ein Gefühl,
das ihr die Luft wegbleiben liess.
Im Betreff stand: Es tut mir leid, ich mag dich nicht...
Sie machte die Mail auf...
Na du!
Es tut mir leid, ich hätte es dir schon viel eher sagen sollen, hätte es niemals
so weit kommen lassen dürfen. Ich bin nicht der, den du denkst. Ich bin nur ein
gewöhnlicher Mensch, kann mit dir ehrlich gesagt nichts anfangen. Ich habe dich
die ganze Zeit nur belogen. In Wirklichkeit wollte ich nur jemanden verarschen.
In Wirklichkeit kann ich dich nicht leiden. Du mit deinem ewigen Gejammer, du,
mit deiner völlig abartigen Sicht zum Leben und allem. Ich habe mitgespielt,
weil es das war, was du wolltest. Aber ich kann dich nun mal nicht leiden,
deswegen werde ich dich jetzt auch in ruhe lassen. Das ist das Letzte was du von
mir hörst.
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| "Autor" |
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geschrieben am: 22.02.2005 um 21:40 Uhr
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Sie konnte es nicht glauben. Jedes Wort fühlte sich so an, als würde ein Messer
in ihr Herz stechen. Es tat so fürchterlich weh, als sie das las.
Die Tränen konnte sie nicht mehr zurückhalten. Sie rollten über ihre Wangen, bis
zum Kinn. Es fühlte sich an, wie Dornen die sich in sie hineinfraßen. Sie war
alleine daheim; zum Glück. So hätte sie es sich nie getraut, aus dem Zimmer zu
gehen. Und das Weinen konnte sie auch nicht mehr unterdrücken. Es kam aus ihr
heraus, als hätte sie seit Jahren nicht mehr geweint. Sie hatte das Gefühl, als
würden diese Worte alles in ihr zerstören, verbrennen...
Sie wollte nicht mehr. Er war die einzige Person, der sie vertraut hatte. Der
sie alles über sich erzählt hatte. Doch es war alles nur Show...Er war nicht
real, diese Person die sie liebte, hasste sie.
Sie wollte nicht mehr leben. Alles, woran sie geglaubt hatte, war eine Lüge. Und
das schlimmste war immer noch, dass er es ihr so sagen musste. Er hätte es auch
anders tun können...Aber wieso so? Und wieso gerade sie, und nicht eine andere
naive Chatterin?
Sie sah nicht mehr richtig, ihre Augen waren voller Tränen. Und in ihr brannte
es förmlich. Sie konnte sich noch daran erinnern, dass ihre Mutter einmal
Schlaftabletten gekauft hatte....
Im Bad mussten sie sein, wie vor einigen Tagen auch noch, als sie sie per Zufall
gefunden hatte.
Sie setzte sich wieder an den PC, vor ihr der Posteingang - Keine neuen
Nachrichten...
Der Deckel des Röhrchens sprang weg, als sie es aufmachte. Darin hatte es einige
weisse Tabletten. So klein und doch so gefährlich. Sie nahm sich eine raus und
schluckte sie. Es war ekelhaft; es schmeckte fürchterlich bitter, aber die
Tablette verschwand sofort in ihrem Magen.
Der Rest kann ja nicht schlimm sein, gleich ist es eh vorbei dachte sie sich,
und schluckte den Rest der Tabletten auch.
Wie lange sie da saß und auf Post von ihm wartete konnte man nicht sagen. Es
mussten Stunden gewesen sein.
Ihr Kopf wurde immer schwerer, die Augenlider waren so schwer wie Blei. In ihrem
Magen brannte es, doch sie spürte es nicht mehr. Alles war wie durch Watte
gedämpft.
Der Kopf sank auf die Tastatur, ihre Augen schlossen sich...Das Herz wurde immer
langsamer, alles schlief ein. Für immer.
Man fand sie am nächsten Morgen. Tot vor dem PC, in der Hand das leere Röhrchen.
Und auf dem Bildschrim, eine Nachricht. Irgendwer musste sie geöffnet haben.
Darin stand:
hallo!
Gott, was hat denn mein Bruder fürn Mist geschrieben?
Tut mir leid, ich habe das nicht geschrieben...
Glaub mir bitte...
Ich könnte dir niemals weh tun...
Denn ich liebe dich
Verfasser Unbekannt... |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 23.02.2005 um 08:47 Uhr
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Soll ich erlich sein? Am Anfang hat es mich garnicht berührt. Ich kenne auch die Situation "Unsterblich verliebt in einen Chatter" und das bin ich heute noch, leider(?). Doch gegen Ende fras es sich in mein Herz hinein. Erstaunlich wie kommt man blos auf solche Ideen? Ich bin wahrscheinlich die Einzige die dazu etwas schreibt. Was ich mich frage ob es bei dem/der Verfasser/inn einen Hintergrund hat. Ja oder nein?
Herz.. |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 23.02.2005 um 16:48 Uhr
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Ich weiß es nicht, ja der Anfang ist wirklich Lahm aber am Ende packt es einen und rüttelt einen doch noch mal wach.
Doch ob soetwas wirklich in der Realität passiert ob selten oder häufig- ich finde es Grausam.
Träumt eure Träume...
Traeume |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 23.02.2005 um 21:34 Uhr
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und die moral von der geschicht .. trau dem virtuellen nicht ...
*do never dream it - be it .. |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 24.02.2005 um 11:28 Uhr
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Es ist einfach nur gelungen. Wunderschön verfasst und um erlich zu sein stand ich auch kurz vor so einem Müll bis ich mich schlieslich dazu entschloss mich Žmehr zu distanzieren, was ja auch im Endefekt geklappt hat, ein Glück! Auch wenn es irgenwie makaber oder abstrakt erscheinen mag. Sowas lese ich oftmals gerne. Ich hoffe das diese Geschichte nicht im rl geschehen ist an sonsten würde ich nähmlich nicht um mehr bitten..
Herz ~Hörst du das Herz in meiner Brust? Pass auf ich habe dich gern!~ |
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