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geschrieben am: 26.03.2005 um 05:26 Uhr
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Dornenliebe
Scharf, reißend und spitz schneiden sie in mein weißes Fleisch, reißen blutige, tiefe Wunden, ranken, um mich herum, halten mich, winden sich um mich in einer klammernden, schmerzlich süßen Umarmung der Ewigkeit.
Rote Tränen auf weißer Haut, ein Stöhnen, schmerzlich gar, entringt sich meiner lustvoll entzückten Kehle, flieht über meine hellen, seit langem schon verstorbenen Lippen. Dornen, Blütenregen und Rankengeflecht, zu gerne nur bin ich euer Knecht.. denke ich bei mir und lobe meinen untoten Geist ob der Erkenntnis, dass der Schmerz niemals mehr weichen wird, zu einem Teil von mir wird, verschmilzt mit mir, gleich, welch Anstrengung ich auch unternehme, um ihm zu entkommen.
Ein Entkommen gibt es nicht mehr, eine Errettung ist nicht vorgesehen in diesem Teil der unendlichen Geschichte des Seins. Verflucht auf ewig zu leiden winde ich mich wollüstig keuchend in meinem Dornengefängnis, ringe nach der Luft, die mir nicht mehr vergönnt, schreie in wilder Qual und purer Erfüllung.. die Leere, eines Tages wird sie meine schwarze Seele holen, sie absorbieren und in sich aufnehmen, meinen Namen löschen auf ewig aus dem Kreislauf des Lebens. Angst davor habe ich nicht, Jahrhunderte blieben mir, mich auf das Schicksal vorzubereiten und irgendwann... weiß ich, die Zeit holt mich ein. Sie holt mich ein mit schreitenden, besonnenen Schritten und sie wird mich zertreten, zermalmen, wie ein Stiefel den wehrlosen Käfer auf dem Rücken.. doch bis es soweit ist, habe ich gelernt mein Rosengefängnis zu lieben, den Schmerz in mich aufzunehmen, zu akzeptieren als Teil von mir. Ich bin ein Jäger, eine Bestie der Nacht und.. scheltet mich.. ich bin es gern.
Der Gedanke an Blut ist es, der meine Sinne lüstern schauern läßt, in blinder Vorfreude auf das rötliche Naß und noch während ich knurrend vor Leidenschaft das Bild der warmen Vita vor Augen habe, winde ich mich räkelnd in den reißenden Ranken, erzittere stöhnend, bebend ob des süßlich-bitteren Schmerzes, während die dornigen Rosen auf meiner Haut zu malen beginnen, Linien ziehend, Punkte setzend, ihre Arme um mich schließend, wie eine Mutter sie um ihr Kinde schlingt. Schützend und strafend, liebend und hassend, voll inniger Intensität und gelegentlich gähnender Leere.
Von der Zeit geblendet schwebt meine Seele im ewigen Dunkel und sehnt sich nach mehr, sehnt sich nach mehr Wissen, mehr Macht, mehr Dornen. Die Rosen und ich... es wirkt nicht selten wie eine innig geführte Haßliebe, die uns verbindet. Und ich liebe ihre Dornen. Ich liebe ihre Schönheit, so rein, so seidig schimmernd voll innerer Perfektion, doch die echten, bezaubernden Rosen haben Dornen, wer sie nicht respektiert, den stechen sie, fordern erbarmungslos reißend Vergeltung für diesen Frevel.
Ich liebe gelegentlich diesen Schmerz, und trotz meines Respektes vor den schönsten aller Blüten, kann ich nicht widerstehen, mich gelegentlich bewußt und wollend zu stechen... denn ich brauche den Schmerz, Schmerz ist es, der einem am lebhaftesten vor Augen führt, dass man existiert..
Dornenliebe, ...weißt Du, was das bedeutet?
Copyright by Joshua Elias
Anmerkung: Dieser Text wurde für einen Charakter in einem Rollenspiel entworfen, wie auch das Gedicht 'Rosenkranz der Ewigkeit'.
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