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geschrieben am: 20.05.2005 um 15:28 Uhr
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Organismus, der in der lichtlosen Tiefe des Ozeans lebt, ein riesiger Tintenfisch, der mich mit Schwärze umhüllt und seine Tentakel nach mir ausstreckt.
“Hat es Ihnen geschmeckt? Darf ich bereits den Teller nehmen, oder essen Sie noch?”
“Pardon, die Dame wird zu ende speisen.”
Schön den Teller leer essen. Vielleicht ist er ja ein Feeder, einer dieser Männer, die ihre Frauen so lange mästen, bis sie nicht mehr laufen können, und nur noch im bett liegen und darauf warten, dass sie gefüttert werden. Ich aber bin noch weit davon entfernt, in meinem Fleisch gefangen zu sein, ich bin mager wie der Knochen, den Hänsel der hexe durch den Käfig entgegen streckt. Es wird dauern, bis ich etwas ansetze, ich bin kein guter Futterverwerter. Wenn es also das ist, Rex, was du im Sinn hast, dann stell dich auf eine lange zeit des Wartens ein.
Ich esse alles auf. Rex legt mir ein Stück Brot in die Hand, mit den ich den Teller mit den letzten Spuren der Sauce befreie. Halbnackt sitze ich da, das Kleid liegt um meine Hüften wie welke Blütenblätter, die ihre wahre Bestimmung offenbaren, den fleischigen Stempel, der auf Befruchtung aus ist, und nun gleiten seine Hände meinen Rücken herunter, seine Lippen auch, er küsst das Wundmal, er streichelt es sacht mit seinem Handrücken und umkreist es mit seinen Fingerspitzen, er hat mich für immer gezeichnet, und selbst dann, wenn wir beide nicht mehr sein werden, wird das Brandzeichen noch da sein, für immer.
“Sermin? Den nächsten Gang, bitte.”
Ja, sie hat gewartet, sie war nie fort. Sogleich wird der Teller weggezogen und ein neuer hingestellt, es ist ein tiefer Teller, heißer Dunst schlägt mir entgegen. Es muss eine Suppe sein. Ohne zu überlegen, suche ich den Tisch nach einen Löffel ab, beginne zu essen, es ist irgendein Samtsüppchen mit viel Sahne, es schmeckt nach Grasmilch und Steppenkräutern, etwas Suppe tropft auf meinen nackten Busen, aber darauf hat Rex nur gewartet, seine Hand macht sich auf dem Weg und seine Zunge leckt mich sauber, “iss, iss weiter”, murmelt er unter meinem Kinn, während er meinen linken Arm festhält, und ich tauche den Löffel ins Nirgendwo, hebe ihn an, verfehle kann das Ziel und verschütte wieder ein paar tropfen, umschließe den Löffel mit meinem Mund. Rex beginnt an mir zu saugen und ich beiße auf den Löffel, beiße auf das warme Silber, und es ist verrückt und vollkommen unwiderstehlich , nicht weiter zu tun als zu essen, während er sich über mich hermacht.
Nein, er ist nicht keiner dieser eiligen Tölpel, die eine Frau schnöde gelangweilten, er ist weit entfernt von der gelangweilten Dreistigkeit, mit der sich so viele Männer die Frauen einfach nehmen. Er ist ein Künstler, ein Körperkünstler, für den die Berührung eine exakte Wissenschaft ist, einer, der die Topografie eines Frauenkörpers bestens kennt. Er weiß, was er tut, er weiß, dass die unschuldigen Lustgefühle des Gaumens direkt in ein verborgenes Zentrum führen, das mich steuert, und so verzehrt er mich in der Aufruhr und gleichzeitig in einen Zustand willenloser Trägheit.
Ich sehe ihm zu, ohne ihn zu sehen. Das Dunkel verwärmt sich, dehnt sich aus, wird plastisch, ornamentiert mit unsichtbaren Linien. Ich lege den Löffel neben den Teller und er hebt meinen linken Arm an, sucht sich seinen Weg in meine glatte Achselhöhle, er stöhnt, wie ich, ich spüre sein haar in der Innenseite meines Arms, es ist kurz und weich, ich wage nicht, |
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