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geschrieben am: 26.06.2005 um 02:29 Uhr
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Der erste Feldversuch einer fiktiven kurzgeschichte...
Kritik ist erwünscht :-)
(zitat)es war eine kühle sommernacht. wir hatten uns in der stadt verabredet, nachdem ein mysteriöser anruf von ihr kam... "wollen wir uns treffen?" fragte sie, und ich sagte ja, obwohl ich schon bei ihrem anruf ein mulmiges gefühl hatte. andererseits jedoch...
"immerhin ist es inzwischen jahre her und du bist ein alter sack" dachte ich mir. mal sehen, was aus ihr geworden ist. vielleicht hatte sie sich ja verändert...
ich spazierte also in richtung stadt, zu unserem verabreten treffpunkt, wo sie auch schon, mir den rücken zugekehrt, wartete. ich tippte ihr auf die schulter, und sie erschrak, als sie mich sah. hätte nicht erwartet, dass sie mich inzwischen fast nicht mehr erkennt...
ok - ich trug inzwischen bart, und die haare waren kürzer, fast schon militärisch kurz geschoren, aber sonst...das sollte jetzt nicht heißen, dass man eine machete gebraucht
hätte, um ein gesicht zu sehen.
sie hingegen sah aus, wie ich sie in erinnerung hatte. schön, stolz, aufrecht, nur diesmal in blond, statt brauner haare. das mache sich besser in ihrem beruf, sagte sie.
wir gingen in mein lieblings-café, und erzählten uns geschichten aus alten zeiten, und wie es uns in den letzten jahren ergangen sei; sie hatte zwar ein bewegtes leben,
wie ich feststellte, aber wirklich weiterentwickelt hat sie sich nicht. war mir auch egal, im nachhinein. natürlich suchte ich etwas neues an ihr, etwas, was ich nicht schon damals gekannt hätte, damals, nach jener nacht verflucht hätte, aber ausser ihren blondierten haaren war da nichts.
irgendwann gingen wir zum italiener, tauschten weiterhin unsere obflächlichen nettigkeiten und witzelchen aus, was mich über mich selbst nachdenklich machte: das war doch eigentlich so gar nicht meine art. vielleicht war es auch nur das längst vergessene gefühl, was wieder auflebte, was mich so lange zeit an sie band. inzwischen war es mitternacht, und sie wurde müde, sagte sie. ich rief uns ein taxi.
je später es wurde, desto weiter kühlte die luft ab, und sie frohr sichtlich in ihrer dünnen kombination aus jeansrock und oberteil ohne bh, über die sie nur die dünne hüftlange jeansjacke trug, und dazu diese weißen riemchenschuhe. so kalt wie ihr war, so nahe kam sie mir, und vergrub sich in meiner lederjacke. eigentlich hätte da jetzt ein alarmsignal ertönen müssen, aber egal. ich bin schon so oft allein nach haus gefahren "aber nicht heute, nicht jetzt" dachte ich mir, und eh ich mich versah, lagen wir bei mir und liebten uns zum "haus der tausend leichen" den wir uns eigentlich zum ausklang des abends gemeinsam sehen wollten...markaber, oder?
am nächsten morgen weckte sie mich, wie wir eingeschlafen waren, was zwar prinzipiell schön war, aber mich selbst verwunderte...
als wir fertig waren,bat sie mich, sie nach hause zu fahren. wir zogen uns an und gingen zu meinem auto. ich machte ihr die beifahrertür auf, und stieg dann selbst ein.
irgendwie komisch...während der fahrt beschlich mich das gefühl, und ich glaube, sie auch, dass es nach langer trennung die erste und die letzte begegnung waren, und wir uns nie wieder sehen würden.
wir schwiegen uns an. als wir angekommen sind, nahm sie ihre sachen, und verschwand mit einem schüchternen "tschüss" eilig, ohne sich umzudrehen, ins haus, ich schaute ihr noch eine weile hinterher, und fuhr kaffee trinken.
(/zitat)
copyright '05
John.
Geändert am 26.06.2005 um 02:31 Uhr von John_LeTour Geändert am 26.06.2005 um 02:34 Uhr von John_LeTour Geändert am 26.06.2005 um 02:35 Uhr von John_LeTour Geändert am 26.06.2005 um 02:38 Uhr von John_LeTour |
| Wenn wir einmal nicht grausam sind, dann glauben wir gleich, wir seien gut... |
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