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Die Stachelschweine |
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geschrieben am: 04.09.2002 um 17:05 Uhr
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Eine Gesellschaft Stachelschweine drängte sich, an einem kalten Wintertage, recht nahe zusammen, um durch die gegenseitige Wärme, sich vor dem Erfrieren zu schützen. Jedoch bald empfanden sie die gegenseitigen Stacheln; welches sie dann wieder von einander entfernte. Wann nun das Bedürfnis der Erwärmung sie wieder näher zusammen brachte, wiederholte sich jenes zweite Uebel; so daß sie zwischen beiden Leiden hin und hergeworfen wurden, bis sie eine mäßige Entfernung von einander herausgefunden hatten, in der sie es am besten aushalten konnten. - So treibt das Bedürfnis der Gesellschaft, aus der Leere und Monotonie des eigenen Innern entsprungen, die Menschen zu einander; aber ihre vielen widerwärtigen Eigenschaften und unerträglichen Fehler stoßen sie wieder von einander ab. Die mittlere Entfernung, die sie endlich herausfinden, und bei welcher ein Beisammenseyn bestehn kann, ist die Höflichkeit und feine Sitte. Dem, der sich nicht in dieser Entfernung hält, ruft man in England zu: keep your distance! - Vermöge derselben wird zwar das Bedürfnis gegenseitiger Erwärmung nur unvollkommen befriedigt, dafür aber der Stich der Stacheln nicht empfunden. - Wer jedoch viel eigene, innere Wärme hat bleibt lieber aus der Gesellschaft weg, um keine Beschwerde zu geben, noch zu empfangen.
Arthur Schopenhauer. Die Stachelschweine
ich bitte um ein paar kommentare dazu, da es mich wirklich interessieren würde.
the misfit |
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geschrieben am: 04.09.2002 um 17:15 Uhr
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| Ich bin ein Stachelschwein... ganz ehrlich, ich hab angst vor näherem kontakt mit menschen, dh vor engerem kontakt mit männern (meine freunde ausgeschlossen) |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 04.09.2002 um 17:58 Uhr
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die geschichte ist so wahr... wer mag es schon, wenn einem (im schlimmsten fall fremde) menschen zu dicht auf die haut rücken.
es gibt nur wenige menschen, den man diese nähe erlaubt. Ich denke dabei auch immer an (gott, wie kitschig) dirty dancing: "das ist dein tanzbereich, das ist mein tanzbereich"
In den zwischenmenschlichen Beziehungen einigt man sich durch besseres kennenlernen auf eine "mittlere entfernung".
(zitat)Wer jedoch viel eigene, innere Wärme hat bleibt lieber aus der Gesellschaft weg, um keine Beschwerde zu geben, noch zu empfangen. (/zitat)
grübelt hm... ich glaube, ich bleib auch lieber aus der gesellschaft weg.
Nur mit meinen wenigen lieben menschen möcht ich wärme "austauschen"... |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 04.09.2002 um 19:06 Uhr
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Und ich zähle mich eigentlich zu den Skorpionen,da die ja auch nen Stachel haben, aber Stachelschwein zu sein ist auch schön...*gg*
Tun die sich nicht weh beim Sex? ;-)
*prof* |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 04.09.2002 um 19:44 Uhr
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| ich will eigentlich niemanden pieksen, nur wenn mir jemand zu nahe kommt, aus unbeabsichtigte, ganz freundlichen gründen, dann erschrecke ich und verletze denjenigen ganz unbeabsichtigt, was mir später leid tut. |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 05.09.2002 um 14:25 Uhr
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hmmm...aber was ist mit engen freundschafften oder liebesbeziehungen? akzeptiert man da nicht auch mal gerne die stacheln der anderen person???
the misfit der viel über diesen text nachdenken muss |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 05.09.2002 um 14:38 Uhr
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die stacheln? nein, die genießt man nicht. sie gehören vielleicht dazu- man aktzeptiert sie.
Aber die kunst in einer beziehung/engen freundschaft ist doch, so nah wie möglich beieinander zu sein- ohne (!) sich weh zu tun! |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 05.09.2002 um 14:41 Uhr
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ich meine ja auch nicht genießen, dass tut keiner.....
aber nochmal eine andere frage:was meint ihr wohl, was mit "genug eigene Wärme" gemeint ist?meint Schopenhauer Egoismus oder eben zu viel offenheit, sodass man zu leicht an den stacheln andere verletzt wird um in der gesellschafft zu überstehen, oder etwas ganz anderes?
the misfit |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 05.09.2002 um 15:05 Uhr
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hmmm... ich glaube, da gibt es mehrere interpretations-möglichkeiten
(zitat)um durch die gegenseitige Wärme, sich vor dem Erfrieren zu schützen(/zitat)
ergo: wer selbst genug wärme hat, braucht die anderen nicht. Was, da stimme ich dir zu, aber auch egoistisch ist, weil er den anderen nichts von seiner wärme abgibt...
Aber hat er sich damit nicht eine art schutzwall aufgebaut: er braucht die anderen nicht, er hat selbst genug wärme --> er wird nicht verletzt.
Bleibt nur das große risiko: wenn er mal friert, dann ist niemand da.
(zitat)Wer jedoch viel eigene, innere Wärme hat bleibt lieber aus der Gesellschaft weg, um keine Beschwerde zu geben, noch zu empfangen. (/zitat)
ich frage mich aber, warum sich jemand bei ihm beschweren sollte... hat er angst, zu verletzen?
Ich denke, das ist ein sehr sensibles "Schwein" - egoistisch; aber dahinter steckt im prinzip nur die angst, zu verletzen und verletzt zu werden.
Und das kann nicht der richtige weg sein... |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 05.09.2002 um 15:07 Uhr
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schopenhauer war schon kein dummer philosoph (oder wie das geschrieben wird)
the misfit |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 05.09.2002 um 15:13 Uhr
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| "Autor" |
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geschrieben am: 05.09.2002 um 15:16 Uhr
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da ist mir doch ein zitat eingefallen, was ich vor längerem mal gelesen hab:
Die kleinen Unfälle, die uns stündlich vexieren, kann man betrachten als bestimmt, uns in Übung zu erhalten, damit die Kraft, die großen zu ertragen, im Glück nicht ganz erschlaffe.
(A. Schopenhauer) |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 05.09.2002 um 16:08 Uhr
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muss ich mir mal merken....
the misfit der sich über weitere hobby-philosophen in diesem thread freuen würde ;-) |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 05.09.2002 um 16:27 Uhr
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Die Freunde nennen sich aufrichtig, die Feinde sind es.
Schopenhauer Geändert am 05.09.2002 um 19:53 Uhr von twinkle |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 05.09.2002 um 18:59 Uhr
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würd ich nie wagen ;-)
the misfit |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 05.09.2002 um 19:26 Uhr
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nach freundlicher ermahnung von presi (;-)) bitte hier nur weiter zu philosophieren (böses /OT twinkle ;_))
the misfit |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 05.09.2002 um 19:50 Uhr
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Dann lieber noch ein zitat
Vom Standpunkt der Jugend aus gesehn, ist das Leben eine unendlich lange Zukunft; vom Standpunkt des Alters aus eine sehr kurze Vergangenheit. Man muß alt geworden sein, also lange gelebt haben, um zu erkennen, wie kurz das Leben ist.
A.Schopenhauer
sorry presi... es kam so über mich ;-) |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 06.09.2002 um 14:13 Uhr
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| zum thema stachelschweine: ich glaube, bei mir liegts daran, dass ich glaube, dass mich die anderen nicht verstehen, weil ich eine andere gedankenebene habe... |
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