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geschrieben am: 18.11.2006 um 17:23 Uhr
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Hm, also mal ganz ehrlich, meine (!) Meinung:
Ich finde, es ist durchaus "krank", sich selbst zu verletzen. "Gesund" ist es jedenfalls auch nicht, oder?
Bevor Ihr mich jetzt verurteilt oder so, bleibt ganz ruhig, und lest bitte weiter.
"Krank" oder "gesund" sind äußerst kritische Begriffe. Menschen, die physiologisch (oder auch psychisch) gesehen krank sind, können sich durchaus als gesund empfinden, und gesunde Menschen können sich krank fühlen. Aber darum geht es hier ja nicht.
Ich frage mich, was so schlimm, an dem Wort "krank" ist. Natürlich, ist es immer eine Frage der Betonung. "Solche Leute sind doch einfach nur krank", kommt anders rüber als "Sie tun es, weil ihre Seele krank ist."
Krank ist auch jemand, der eine Grippe hat... Und wird der von der Gesellschaft deshalb (ich sage: deshalb!) verstoßen? Ich denke, wir sehen hier sehr schön, dass es genau dieser Gesellschaft, die die körperliche Krankheit, "anerkannt" und erklärt hat, sehr sehr schwer fällt, auch seelische Krankheiten anzuerkennen und zu akzeptieren, geschweige denn, gut damit umzugehen.
"Krank sein" ist in meinen Augen und aus meinem Munde keine Verurteilung, kein Etikett, kein Stigma.
An der Seele "erkrankte" Menschen haben viel zu erleiden. Nicht genug damit, dass sie schon ihre eigenen Probleme (mit sich selbst) haben, wodurch sie "krank" geworden sind, nein, sie müssen nun auch noch ertragen, dass ihr Umfeld ihnen Abneigung, Abwertung und vielleicht auch Verachtung entgegenbringt. Ein Teufelskreis.
Ich habe die Erfahrung gemacht (in mehrfacher Bedeutung), dass der "Grund" oder der Auslöser für's Ritzen, Schneiden, Brennen oder was immer einem so einfällt, ein massives Gefühl der "Taubheit" ist. Zumindest war's bei mir so: Ich spürte nicht mehr, dass ich lebe, es war alles dumpf und taub, ich verlor mich in einem endlosen schwarzen Raum, ich konnte schreien so viel ich wollte, niemand hat mich gehört, geschweige denn er-hört. Bin ich noch am Leben? Das Blut, und später der Schmerz, gab mir die Antwort darauf. Einige Bekannte von mir konnten dieses Gefühl bestätigen.
Mit einem einfachen "reagier dich einfach irgendwie ab", ist es sicherlich nicht getan. Das Wichtigste ist, denke ich, diesen, wie jedem Menschen Respekt entgegenzubringen. Sie haben ihre Gründe für das was sie tun, und in gewissem Sinne hat es für sie in diesem Augenblick ihre Berechtigung. Das muss man erst einmal verstehen, bevor man auch nur entfernt irgendetwas tun kann.
Nun ja... soweit meine Ausführungen dazu.
Danke.
Honigmilch |
| Respektiere sie, und sie werden dich respektieren. |
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