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Nutzer: alienbecci
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geschrieben am: 22.08.2002    um 11:11 Uhr   
habe mal vor 5 jahren ein praktikum in einer kinder und jugendpsychatrie absolviert und dort mit zwei mädchen gearbeite, die von ihnen nahestehenden männern vergewaltigt wurden. Das eine mädchen war 10 und seit 2 jahren in der psychatrie... sie hat ihren 11 geburtstag nicht mehr erlebt. das andere mädchen ist heute fast 19 und kann es immernoch nicht ertragen mit einem mann in einem raum zu sein oder wenn jemand lauter redet. Die beiden schweine sind frei und vergreifen sich vielleicht an anderen kindern.... Ich habe jahrelang an dieser erfahrung (wenn ich sie auch nur als außenstehende miterlebt habe) zu knabbern gehabt und bin der meinung, das sollte in jedem forum stehen, nur so kann man diese schweine stoppen. Das ist kein thema zum totschweigen. Ich kann die Wut verstehen, die in jedem von euch betroffenen steckt und hoffe für jeden von euch, dass ihr irgendwann mal ein normales Verhältnis zu euch, eurem Körper und euren Mitmenschen entwickeln könnt.

becci
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Nutzer: chattterboy
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geschrieben am: 04.09.2002    um 14:56 Uhr   
Auf alle Fälle viel Kraft aufbringen das Angetane zu Diskutieren, darüber zu reden. Das schlimmste was passieren kann is, die wenn du jetzt in tiefen Hass verfällst. Ich kenn so nen Fall in meinen FreundesKreis und diejenige stand knapp vor nem Selbstmord. Wir haben auf Sie eingeredet und sie machte ne Therapie und siehe da es ging dann wieder-eins ist klar: Vergessen kann und wird man das NIE!
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Nutzer: Deirdre
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geschrieben am: 04.09.2002    um 16:17 Uhr   
Ich hoffe meine Zeilen machen ein ganz kleines Bißchen Mut daß es irgendwann leichter wird...
Zwar kann ich nicht von der männlichen Warte aus mitreden, aber letztlich ist das Verletztsein, Beschmutzt-fühlen, die Scham, der Zorn der kein Ziel und Ventil findet, nicht geschlechtsabhängig.
Bei mir ist es inzwischen 22 Jahre her und obwohl es verdammt hart und bitter war habe ich es geschafft daß es nur noch sehr selten und kurz Einfluß direkten auf mein Leben hat.
So wahnsinnig es klingen mag, ich empfinde es sogar so daß es notwendig war die Vergewaltigung und die endlosen Jahre danach zu durchleben und durchleiden - weil ich auf diese Weise WIRKLICH weiß was ein mensch fühlt der bei mir Hilfe sucht.
Vielleicht war es gerade die Zeit in der mich kein männliches Wesen auch nur ansehen durfte (um nur einmal die harmloseren Auswirkungen zu erwähnen, es gibt dinge über die ich öffentlich definitiv NICHT rede, auch heute) ein Teil des Grundes warum ich mich jetzt, mitten im Leben, noch einmal aufraffe um Abi nachzuholen und zu studieren. Psychologie, um als Psychotherapeutin die das Gefühl "von innen" kennt helfen zu können....
Ich denke nur wer manches erlebt hat am eigenen Leib hat die Möglichkeit Menschen bei denen die Erinnerung noch frisch und quälend ist tatsächlich zu erreichen, zu be-greifen was in ihnen vorgeht.
So haben annähernd 17 Jahre bis zum "freischwimmen" in meinen Augen letztlich doch ihren Sinn, ihre Berechtigung, sogar in gewisser Weise ihre Berechtigung bekommen.

Ich bin nicht sicher ob rüberkommt was ich ausdrücken will. Schrift ist dafür ein so unzulängliches Medium.
Es GEHT vorbei. Man KANN lernen damit zu leben und umzugehen ohne sich durch unablässigen Hass selbst zu verstümmeln. Es IST möglich soweit zu kommen daß es eine ferne Erinnerung wird und die hilflose Wut nur noch ab und zu ausbricht, bei bestimmten Szenen im TV, in manchen Gesprächen...
Aber ICH bin Herrin meiner Gefühle, nicht länger ER!
Und darauf bin ich verdammt stolz.
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