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Erwachsen - Ideal und Realität

Nutzer: Serenadity
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geschrieben am: 10.04.2003    um 20:32 Uhr   
"Kind, wenn du nichts lernst, landest du später auf der Straße! - Willst du denn nie vernünftigt werden?"

Dies oder ähnliches hat wohl jeder schon mal gehört, hauptsächlich in der Phase seines Lebens, die man Jugend nennt.
Ein jedes Kind wird schon frühzeitig von Eltern, Großeltern, Onkeln, Tanten und Lehrern beeinflusst ein "normales" Mitglied der Gesellschaft zu werden. "Normal" wird hierbei im Sinne der bereits bestehenden Gesellschaftsform gesehen. Die Aussage: "Wenn man jung ist, hat man noch alles vor sich und man kann wählen!", stimmt nur insofern, dass das Kind dazu erzogen wird, was er später sein soll - ein Mitglied der Gesellschaft. Es soll sie schützen und erhalten und mit ihr, in ihr leben, aber möglichst nicht verändern. Und somit wird man nicht, was man wählt, sondern wozu man von der Gesellschaft und seiner Familie erzogen wird.
Das "Ich" eines jeden steht gleich einer Marionette im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit und doch wird sie gelenkt durch die Fäden, welche in den Händen anderer zusammenlaufen, in den Händen der Gesellschaft. Also leben Menschen so wie sie es tun doch nur durch die Erwartungen anderer an sie. Damit sind vordergründig auch die Erwartungen gemeint, die die Gesellschaft in uns setzt.
Und einmal im Leben lehnen wir uns gegen diese Erwartungen auf, kämpfen dagegen an, sehen uns erfolglos am Boden liegen von den Wünschen belastet einmal akzeptiert zu sein so wie man ist, doch am Ende...erleben wir eien Akzeptanz in dem wir uns fügen, fügen in eine Gesellschaft gegen die wir uns wehrten, die uns sicherlich nicht zerstört, die aber trotzdem nie ganz uns selbst sein lassen wird. Und schließlich und endlich wagen wir uns in das Gebäude dieser Erwartungen und gesellen uns zu denen, die schon lernten das Gesellschaft zwangsläufig heißt, dass das "Ich" in einem "Wir" leben muß und deshalb nie wieder ganz "Ich" sein wird.
Werden wir deshalb irgendwann zu Illusionslosigkeit verdammt?
Kann unser "Ich" im "Wir" überleben?
Wir haben Verantwortung gegenüber unserem "Ich", doch auch eine Pflicht gegenüber der Gesellschaft und nur wer dies eint, kann der Durchschnittlichkeit bis hin zur Illusionslosigkeit entkommen.
Man muß sich diesen Erwartungen stellen, denn eine Flucht wird dich vernichten, doch ein Kampf um Gerechtigkeit zwischen "Ich" und "Wir" ein ganzes Leben lang, wird helfen sowohl im "Wir" als auch im "Ich" glücklich leben zu können und statt der Nachteile, die positiven Seiten beider Situationen auszukosten.
Verliert nie eure Identität und verliert nie eure Gesellschaft.
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"Autor"  
Nutzer: coke501(tm)
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geschrieben am: 11.04.2003    um 13:42 Uhr   
Sere, du hast schon recht, mit dem, was du hier schreibst. Auf der anderen Seite ist es nicht falsch, wenn man sich beeinflussen lässt, und, was ganz wichtig ist, andere Meinungen zulässt.

Die Tatsache, daß sich viele im "Wir" verloren vorkommen, kommt dadurch, daß unsere Gesellschaft immer gleicher wird. Die Medien, die auf der ganzen Welt verfügbar sind, geben eine Norm, die über lange Zeit geprägt wurde, vor, und die meissten gehen mit. Die Werbung sagt uns, wie wir sein wollen, und was wir haben wollen, und die meissten ziehen mit. Unsere Lehrer sagen uns, was wir später werden sollen, und viele ziehen mit. Das system ist derart eingerostet, daß jeder, der einzeln daraus flüchten will, entweder stinkreich wird, weil innovativ, oder zertreten, weil zu "schwach".

Tatsache ist, daß gegen den Strom schwimmen immer gut ist, und fragen zu stellen immer etwas bringt. Jedoch darf man seine Fragen nicht als die einzig richtigen bezeichnen. Dogmatismus ist der Feind jeglicher Freiheit. Man kann die Gesellschaft nicht alleine verändern. Nur gemeinsam funktioniert das. Leider geht es uns "zu gut", als das mehr als einzelne gegen den Strom zu schwimmen versuchen. Und kaum einer weiß, wie angeschlagen, und unzeitgemäß das system hinter unserem Wohlstand ist.
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