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geschrieben am: 01.10.2002 um 23:53 Uhr
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(zitat)Ein Delphin als Therapeut
Domino ist ein Delphin. Er schwimmt im Dolphins Reef in Eilat am Roten Meer herum. Dort leitet Sophie Donio ein ganz besonderes Therapie-Programm, und der Hauptakteur dabei ist - natürlich - Domino! Dank seiner „Arbeit“ kann das Programm auf beeindruckende Ergebnisse bei der therapeutischen Behandlung von Kindern verweisen. Da ist zum Beispiel Ran, ein zehnjähriger autistischer Junge, der in sich gekehrt in seiner eigenen Welt lebt. Ran verbrachte einige Zeit mit Domino, fütterte ihn und spielte mit ihm. Eines Tages rannte er am Strand plötzlich auf seinen Vater zu und sah ihm direkt in die Augen – zum ersten Mal in seinem Leben. Und die sechsjährige Netta, bei der kurz nach ihrer Geburt eine Infektion einen Hirnschaden verursachte, sprach ihren ersten zusammenhängenden Satz, nachdem sie ein Jahr lang in engem Kontakt mit Domino gelebt hatte.
„Es ist bekannt, daß Delphine für die Arbeit mit behinderten Kindern hervorragend geeignet sind,“ sagt Sophie Donio. „Wir starteten deshalb im Jahr 1991 in Israel das „Supportive Experience With Dolphins Program“. Es wurde für Kinder über sieben Jahren entwickelt, die mit ganz unterschiedlichen Problemen leben müssen, wie zum Beispiel dem Down Syndrom, Lernbehinderungen, Magersucht, Hyperaktivität, Kommunikations- und Konzentrationsproblemen, Taubheit, Blindheit, Depressionen, oder sexuellem Mißbrauch.“ Israel gehört mit den USA, Australien und Großbritannien zu den wenigen Ländern, in denen Programme dieser Art laufen.
„Wir nehmen nur eine geringe Anzahl Kinder in das Programm auf, damit wir uns auf jedes einzelne voll konzentrieren können,“ erklärt die Projektleiterin. Die kleinen Patienten nehmen an einer Serie von mindestens sieben Kursen teil. Jeder Kurs dauert vier Tage und ist sorgfältig strukturiert, die kognitive und emotionale Entwicklung wird dabei ausbalanciert. Jeder Tag beginnt mit einer Trainingseinheit für Patient und Delphin. Das Kind arbeitet mit dem Trainer und lernt, den Delphin zu füttern und durch Zeichen mit ihm zu kommunizieren. „Wir leiten die Kinder sehr behutsam an, Kontakt zum Tier herzustellen und geben ihnen kleine Ziele vor, die sie gemeinsam mit dem Delphin erreichen können. Das stimuliert ihren Denkprozeß und den Wunsch zur Zusammenarbeit und fördert die Konzentration der Kinder.“
Im Anschluß an die Trainingseinheit schwimmen oder treiben Trainer und Kind mit den Delphinen im Wasser. „Die Delphine sind dann schon gefüttert worden. Sie bleiben nicht bei uns, weil sie auf Futter warten, sondern weil sie die Nähe zu uns suchen,“ erklärt Sophie Donio. „Ihre unglaubliche Freundlichkeit gegenüber Menschen; die angenehme Berührung mit ihren Nasen, die Geräusche, die sie machen und das permanente Lächeln auf ihren Gesichtern - das alles macht den Kontakt mit ihnen so angenehm und interessant.“
Die kleine Netta machte innerhalb weniger Monate im Therapiezentrum erstaunliche Fortschritte. In ihrer ersten Trainingseinheit konnte sie kaum still sitzen und hatte Probleme, den Anweisungen des Trainers zu folgen und die Handzeichen zu imitieren. Vier Monate später war sie eifrig und diszipliniert bei der Sache und gab dem Delphin die richtigen Zeichen. Die Sechsjährige hatte nur noch Schwierigkeiten damit, den Fisch loszulassen, mit dem sie den Delphin füttern sollte ...
„Es sind die Delphine, die den Kontakt suchen, das geht nicht von Ran aus“, sagt der Vater des Jungen. „Wenn er schwimmt, schwimmen sie um ihn herum. Sie verhalten sich, als ob sie ihn kennen würden.“ Als Ran einmal alleine vor sich hin schwamm, näherte sich Domino und die zwei begannen miteinander zu spielen. Zehn Minuten lang dauerte diese Zweisamkeit. Sein Vater erinnert sich an einen weiteren Durchbruch während der Therapie: „Das Unglaublichste war, daß mich Ran einmal, nachdem er mit Domino im Wasser gespielt hatte und wieder heraus kam, plötzlich umarmte. Das war vorher noch nie passiert und ich brauche wohl nicht zu betonen, was das für einen Vater bedeutet…“
Was ist nun aber das besondere an den Delphinen? Sophie Donio: „Andere Tiere dienen dem Therapeuten praktisch als eine Art ‘Werkzeug’ bei der Arbeit mit dem Patienten. Das ist bei der Delphin-Therapie ganz anders, denn die Delphine sind selbst die Therapeuten. Sie sind diejenigen, die die Patienten motivieren, sie bestimmen wie die Interaktion vor sich geht. Es ist, als ob die Delphine die Schwäche der Kleinen spüren und deshalb sehr behutsam mit ihnen umgehen – perfekte Therapeuten also ...
(/zitat)
Ich finde, sowas ist auf jeden Fall bemerkens- und unterstützenswert.
tinker |
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