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geschrieben am: 17.03.2003 um 19:27 Uhr
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(zitat)was ist der unterschied zwischen chat und real.
ist er so groß?
Wie seht ihr es an und wieso überhaupt soll chat unreal sein?
ist er nicht eine kommunikationsform, so wie das telefon?(/zitat)
Für mich ist der Chat ein Stück weit unreal, weil ich meinem Gegenüber nicht in die Augen schauen kann, wenn ich mit ihm chatte, ebenso wenig, wie ich seine Stimme hören kann.
Geschriebenes kann Gestik und Mimik nun mal nicht ersetzen, ein "Träne über die Wange kullern hat" ist nicht zu vergleichen damit, denjenigen wirklich weinen zu sehen und eine Umarmung, um jemanden zu trösten, kann zwar auch hier im Chat ein bisschen helfen, weil man spürt, es ist jemand da für dich, der dir helfen, der dich trösten will, aber es ist einfach etwas anderes als wirklich in den Arm genommen und festgehalten zu werden...
Auch hier kann man denke ich Geborgenheit und Nähe bei einem Menschen empfinden, zumindest geht es mir in sehr seltenen Fällen so, aber diesen Menschen wirklich zu spüren, ist denke ich eine völlig andere Dimension.
(zitat)Man kann sich verstellen, doch nicht immer oder?
Es fällt doch auf, wenn einer einem was vorspielt.(/zitat)
Nein, irgendwann kann sich niemand mehr verstellen, aber bis dahin kann derjenige schon großen Kummer angerichtet haben, mit seinen Lügen. Mit falschen Hoffnungen, die er geweckt hat, indem er vorgegeben hat, ein anderer Mensch zu sein, als er ist, mit Geschichten, die nicht stimmen.
Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es sehr weh tut, zu erfahren, dass man sich völlig umsonst Sorgen um einen Menschen gemacht hat, ihm versucht hat zu helfen, ihn zu trösten und mit der Hilflosigkeit, die man dabei empfindet, weil man ja kaum etwas anderes als zuhören und zu trösten versuchen kann, fertig zu werden.
Gerade bei einem Menschen, zu dem man Vertrauen gefasst hatte, bei dem man nicht damit gerechnet hätte, dass er lügt, den man mit der Zeit ins Herz geschlossen hatte und ihn als Freund betrachtet hatte, tut das weh.
Und es fällt leichter eine Phantasieidentität aufzubauen, wenn sich der Kontakt auf chatten und telefonieren beschränkt.
(zitat)Spätestens nach einem Treffen, ist der Chat dann realer?
Im Chat kennen lernen, dann wird es noch als unreal bezeichnet, als spaß.
Wenn man sich aber kennen lernt und dann im Chat redet ist es realer.(/zitat)
Ich denke ein Treffen kann vor allem dazu beitragen, das Bild, dass man sich von seinem Gesprächspartner gemacht hat zu bestätigen oder zu widerlegen.
Es gibt wenige Menschen im Chat, die ich für mich als Freunde bezeichne, auch wenn ich sie noch nicht alle so getroffen habem, aber die mag ich auch nicht mehr missen, egal ob ich sie nun "real" oder "nur" "virtuell" kenne.
Sie gehören zu meinem Leben, wie andere Freunde, die ich tagtäglich von Angesicht zu Angesicht sehe, auch.
Chatten ist für mich größtenteils einfach Unterhaltung, aber oft auch einfach, ebenso wie das Telefon das Mittel dafür, große Entfernungen zu überwinden, trotzdem mit einem Freund reden zu können, auch wenn er nicht in der Nähe wohnt, ihm auf diese Weise wenigstens ein bisschen nahe zu sein.
(zitat)es gibt so viele punkte zu diskutieren und ich würde gerne mal eure meinung wissen.
bitte helft mir, danke
DiMp(/zitat)
Letztendlich denke ich, dass früher oder später die Grenzen zwischen real und irreal im Chat sowieso verwischen, wenn man sich wirklich gut versteht, man jemanden eben nicht mehr einfach nur als virtuell und "na ja ein Chatter eben" sieht, sondern mehr mit ihm verbindet, als irgendeinen Nick, der ja theoretisch eh auch jederzeit austauschbar ist.
Dann. wenn aus Bekanntem Freund wird :)
So viel dazu,
Min
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