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geschrieben am: 21.08.2003 um 19:41 Uhr
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Liebe Finni!
Ich kann da ein wenig mithalten. Zwar ist meine Geschichte nicht so extrem wie deine, aber ich habe einiges durchmachen müssen.
Schon seit einem Jahr hatte ich Schmerzen im linken Hüftgelenk. Es war nur beim Laufen und wenn ich lange Strecken gegangen bin. Ich war damit beim Hausarzt. Er hat es geröngt und gesagt, dass es nichts am Knochen und eine Prellung sei. Das würde mit ein bisschen Salbe wieder weggehen. Ich wendete die verschrieben Salbe regelmäßig an, doch die Schmerzen wollten nicht verschwinden. Ich habe dann die Salbe weitergenommen in der Hoffnung, dass die Schmerzen dann irgendwann doch verschwinden würden. Doch nichts der Gleichen geschah. Ich hatte immer heftigere Schmerzen. Jetzt sogar auch beim Liegen im Bett.
Ein Jahr verging, als ich endlich zum Orthopäden ging. Dieser hatte eine Vermutung aufgestellt, die sich durch neue Röntgenaufnahmen bestätigten. Er stellte als Diagnose eine sogenannte "Hüftkopflösung beidseits" fest. Nun hat die Hüfte ja ein Kugelgelenk am Oberschenkelknochen, welches diesen mit dem Becken verbindet. Und dieser Oberschenkelhals, also die Kugel des Gelenks, war herausgerutscht. Das war, was so geschmerzt hatte. Es ist sicher verständlich und auch einigermaßen vorstellbar, wie schmerzhaft es ist, wenn zwei Knochen aneinander reiben. Ich kann dir nur sagen, dass es sehr weh getan hat. Und der Orthopäde hat mich umgehend ins Krankenhaus eingewiesen. Ich wurde am 23.12.1999 im Krankenhaus in Dortmund an den Hüftgelenken in einer 3-stündigen Operation operiert. Es war keine komplizierte Operation, jedoch nicht so ganz ohne Risiko. Schließlich mussten mir die Hüftgelenke mit Drähten befestigt werden, sodass der Knochen wieder zusammenwachsen und die entstandenen Knochenschäden beseitigt werden konnten.
2 Tage nach der Operation wurde mir dann das Schmerzmittel aus der Spritze abgenommen. Das mit der Sache, dass das Zeug besser als jede Droge sei, kann ich nur bestätigen! Nach diesem Zeug, was immer es auch gewesen sein mag, habe ich dann immer Eisbeutel bekommen, um meine Narben, also Wunden, zu kühlen. Es ging mir von Tag zu Tag besser. Doch das Beste war, dass ich über Weihnachten und Silvester 1999/2000 (Jahrtausendwechsel) im Krankenhaus lag, bzw. saß. Ich durfte ja nur im Rollstuhl fahren. Ich sollte zwar auch Laufen üben, mit Gehhilfen versteht sich, aber das fiel mir unglaublich schwer.
Nun, als ich dann ein Jahr nach der Operation mit einigen Reha-Maßnahmen wieder funktionstüchtig war, kam die Nachricht, dass die Drähte auch wieder hinaus ussten aus meinem Körper.
Dies geschah am 13. März im Jahre 2002. In einer komplizierteren als der ersten OP wurden mir die Drähte entnommen. Ich bat um Aufbewahrung der Dinger, weil ich so etwas einfach als Erinnerung behalten wollte. Die Ärzte hatten Probleme bei der Operation mir den letzten Draht zu entziehen. Sie mussten ein Stück vom Oberschenkelknochen abmeißeln, damit sie den letzten Draht entfernen konnten.
Dies hatte zur Folge, dass ich seit diesem Tag an nur noch Rennen (in Grenzen), Radfahren und Schwimmen darf. Mehr darf ich nicht machen. Ich darf in meinem ganzen Leben nie wieder Sprungsportarten, d.h. Fußball, Basketball, Tennis, Tischtennis, Handball, Baseball, Kampfsport, usw. machen. Ich finde das ist ganz schön übel. Und seit der ersten OP habe ich eine Menge an Gewicht zugelegt. Gut möglich, dass das auch daher kommt, dass ich die Finger nicht von Leckereien wie Süßigkeiten, Schokolade u.ä. lassen konnte, aber einen großen Teil haben sich die OP's zu Schulden kommen lassen.
Meine Krankheit heißt "Hüftkopflösung" und ist zu 98% bei männlichen Jugendlichen im Alter von 12-18 Jahren zu erkennen. Bei Mädchen ist der Spieß umgekerht und es sind 89% weibliche Geschöpfe die an einer sogenannten "Hüftdisplasie" leiden.
Sie wird durch eine sogenannte Wachstumsfuge in dn Hüftgelenken verursacht, da die Kappe des Gelenkes aufgrund dieser Fuge abrutscht.
Dieses Schreiben soll ein Aufruf an alle Eltern sein. Lasst eure Kinder auf diese Krankheit untersuchen, damit man Vorsorgemaßnahmen treffen kann, um ihnen meine Leiden und das Leiden vieler anderer Jugendlichen zu ersparen!
Liebe Grüße an dich und alles Gute wieterhin. Ich kann gut verstehen wie du dich fühlst. Die ganzen Hospital-Eskapaden habe ich selbst auch durchgemacht und finde es total unangenehm, wenn man von anderen Menschen abhängig ist.
Hochachtungsvoll,
Fibo. |
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