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Knabenliebe |
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geschrieben am: 11.10.2003 um 00:07 Uhr
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Es ist Freitag Nacht - ähm, nein Samstag Morgen, aber das tut nun gar nicht zur Sache. Während normale Menschen um diese Uhrzeit im Bett liegen, beginne ich mir meine Gedanken zu machen. Plötzlich kam mir der Begriff "Knabenliebe" in den Sinn. Ich weiß nur, dass es etwas mit den alten Griechen zu tun hat. Damit ich nicht unwissend sterbe, hier meine Frage an euch. Was versteht man unter dem Begriff "Knabenliebe?"
Hat es wirklich etwas mit der Liebe zu Knaben, also kleinen Jungen zu tun? (Dazu fällt mir ganz spontan das Stichwort Pädophilie ein. Allerdings kann ich mir nicht vorstellen, dass das von den Griechen geduldet wurde.)
Oder ist dieser Begriff einfach eine frühe Bezeichnung für die Homosexualität (besonders unter Männern?)
Oder ist es doch etwas ganz anderes?
Ich wäre dankbar über eure Antworten.
In diesem Sinne,
liebe Grüße,
Feder. |
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geschrieben am: 11.10.2003 um 00:27 Uhr
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(zitat)Es ist Freitag Nacht - ähm, nein Samstag Morgen, aber das tut nun gar nicht zur Sache.(/zitat)
Wozu erwähnst du es dann?
Zur Sache:
Aus dem "Lexikon alter Kulturen":
...In Griechenland unterhielten Männer, die zeitlich begrenzte sexuelle Beziehungen mit Knaben (zw. 12 und ca. 18 Jahren) eingingen, in der Regel auch heterosexuelle Beziehungen, während die ausschließlich gleichgeschlechtliche Liebe zw. erwachsenen Männern verpönt war. Eine beherrschende Rolle spielte die Päderastie in Sparta, wo die gefühlsmäßige Bindung des Heranwachsenden an den erwachsenen Mann integraler Bestandteil der staatlich überwachten militärischen Knabenerziehung war. Die Heilige Schar von Theben, eine Elitetruppe, bestand aus päderastischen Paaren. Auch in Athen erhielt Knabenliebe,
die dort stärker erotisch-ästhetisch orentiert war, durch einen pädagogischen Aspekt (Vorbildrolle des Älteren) ihren gesellschaftlichen Rang. Ein berühmets Freundespaar sind die Tyrannenmörder Harmodios und Aristogeiton. Käufliche Knabenliebe war in Athen verboten. Für Platon stand die erotisch inspirierte, doch auf sinnliche erfüllung verzichtende Freundschaft zw. dem jüngeren und älteren Mann im Zentrum seiner Philosophie des Eros, die unter dem Begriff der platonischen Liebe in das abendländische Denken eingegangen ist.
Literatur:
Platon "Sympósion"
Dover, K. J.: "Homosexualität in der griechischen Antike", München 1983
Patzer, H.: "Die griechische Knabenliebe", Wiesbaden 1983
Reinsberg, C.: "Ehe, Herätentum und Knabenliebe im antiken Griechenland", München 1989
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geschrieben am: 30.10.2003 um 22:49 Uhr
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Danke, Marielle für deine Antwort. Das hat mir sehr weitergeholfen.
Nun eine weitere Frage:
Was haltete ihr von dieser Knabenliebe? |
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geschrieben am: 31.10.2003 um 15:40 Uhr
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| Das gleiche was ich von Pädophilie halte... |
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geschrieben am: 31.10.2003 um 15:47 Uhr
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(zitat)Danke, Marielle für deine Antwort. Das hat mir sehr weitergeholfen.
Nun eine weitere Frage:
Was haltete ihr von dieser Knabenliebe?(/zitat)
Komische Frage.. du wirst kaum jemanden finden, der das gutheißt. |
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geschrieben am: 31.10.2003 um 16:18 Uhr
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sweetDevolina er fragte ja auch nicht "Wer findet das gut ?" sondern, "Was haltet ihr davon ?" ;-)
Jalima |
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geschrieben am: 31.10.2003 um 16:52 Uhr
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und sie sagte ja nicht, das findet keiner gut, sonder du wirst keinen finden der es gut findet - also: "wieso fragst du, es finden eh alle scheiße" ;D
ich find's aber nich' so schlimm, als wenn es heutzutage waere; wenn diese maenner keine jungen kaufen durften, hat der junge es wohl mit sich machen lassen ..vielleicht hat er ja wirklich was bei gelernt, und vielleicht kann es wirklich liebe, zuneigung, usw (gewesen) sein :)) - ..
nicki |
in the future
no one will be famous |
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geschrieben am: 31.10.2003 um 17:06 Uhr
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(zitat)wenn diese maenner keine jungen kaufen durften, hat der junge es wohl mit sich machen lassen(/zitat)
klar, genau so gern, wie er sich versklaven ließ |
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geschrieben am: 31.10.2003 um 22:09 Uhr
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Ja, und wenn die reichen Männer sich Thailand eine 12-Jährige kaufen, wird die es wohl auch mit sich machen lassen...
Wie blind kann man eigentlich sein?!? |
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geschrieben am: 01.11.2003 um 20:54 Uhr
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| So nne kranke Scheiße, wer soll DAS denn bitte im Ernst gut finden?! |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 01.11.2003 um 23:00 Uhr
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Gut, ich sehe ein, diese Frage war ein bisschen zu allgemein gehalten. Ich sollte lieber fragen:
"Welche Aspekte befürwortet ihr?
Welche sprecht ihr ab?
Oder findet ihr gar alles an dieser "Idee" schlecht?"
Und bevor Missverständnisse aufkommen: Es geht mir darum die verschiedensten Erziehungsmaßnahmen (und ich werte Knabenliebe als eine dieser Maßnahmen, ob sie gut ist, oder nicht, daran scheiden sich wohl die Geister) auszuwerten und heraus zu finden, in wie weit sich die pädagogischen Unternehmungen verändert haben. Wer Hinweise zu Erziehung in anderen Kulturkreisen hat - meine Postbox ist aktiviert.
Gruß,
Federle. |
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geschrieben am: 02.11.2003 um 03:26 Uhr
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Es ist weder fair noch treffend, sowas nach heutigen Ansichten zu bewerten. Das btrifft sicher auch die moralischen.
Ich würde sagen, für die damalige Zeit ist es durchaus bemerkenswert, dass es überhaupt einen emotionalen Bezug ausßer der "Vaterlandsliebe" geben durfte. Insofern war es durchaus besser als viele andere Modelle zu der Zeit. Natürlich wurden und werden gerade "echte Gefühle" von der entsprechenden Gesellschaft immer für ihre Zwecke genutzt, aber das ist ein anderes Thema ...
Lisa |
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geschrieben am: 02.11.2003 um 06:21 Uhr
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Das Thema ist nicht unpassend, aber sehr schwierig und kompliziert. Ich jedenfalls bin überfordert, ein kulturgeschichtlich stimmiges Statement abzugeben.
Im Griechenland der Antike galt der Knabenführer (Paidagogos) als Lehrer und genoss hohes Ansehen. Was sich da neben Bildung an Pädophilie abspielte, weiss ich nicht.
Gemeint ist damit jene «Liebe», die in unserer Gegenwart als Straftat gilt: Sexualität mit Minderjährigen, dazu innerhalb des Aghängigkeitsverhältnisses Schüler-Lehrer.
Ein google-search könnte Information bieten, hingegen spielt für mich der Begriff im aktuellen Leben keine grosse Rolle. Ich empfinde ihn als gänzlich veraltet. Dies natürlich auch, da Jungs und Mädels heute die selben Bildungschancen haben (sollten).
Pädophilie im heutigen Sinne ist in jedem Fall eine Straftat und ist in höchstem Grade zu verwerfen.
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geschrieben am: 02.11.2003 um 11:22 Uhr
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(zitat)Gut, ich sehe ein, diese Frage war ein bisschen zu allgemein gehalten. Ich sollte lieber fragen:
"Welche Aspekte befürwortet ihr?
Welche sprecht ihr ab?
Oder findet ihr gar alles an dieser "Idee" schlecht?"
Und bevor Missverständnisse aufkommen: Es geht mir darum die verschiedensten Erziehungsmaßnahmen (und ich werte Knabenliebe als eine dieser Maßnahmen, ob sie gut ist, oder nicht, daran scheiden sich wohl die Geister) auszuwerten und heraus zu finden, in wie weit sich die pädagogischen Unternehmungen verändert haben. Wer Hinweise zu Erziehung in anderen Kulturkreisen hat - meine Postbox ist aktiviert.
Gruß,
Federle.(/zitat)
Die Fragestellung ist auch nicht besser, Pädophilie ist heutzutage strafbar und mit Recht! |
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geschrieben am: 02.11.2003 um 13:15 Uhr
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ob es je eine "berechtigung (im sinne von die entwicklung fördernd)" gab, weiß ich nicht, wage ich aber doch zu bezweifeln. ich kann mir unter keinen umständen eine notwendigkeit für eine andere als eine platonische (also nichtkörperliche) liebe zwischen erwachsenen und kindern vorstellen - abgesehen von natürlich existenziell notwendigen streicheleinheiten von eltern für ihre kinder.
aber sämtliche versuche, die körperliche gier pädophiler erwachsener z.b. als "erziehungshilfe" "knabenliebe" o.a. zu verkaufen, sollten mit gefängnis beantwortet werden. |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 02.11.2003 um 15:05 Uhr
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(zitat)Das Thema ist nicht unpassend, aber sehr schwierig und kompliziert. Ich jedenfalls bin überfordert, ein kulturgeschichtlich stimmiges Statement abzugeben.
Im Griechenland der Antike galt der Knabenführer (Paidagogos) als Lehrer und genoss hohes Ansehen. Was sich da neben Bildung an Pädophilie abspielte, weiss ich nicht.
Gemeint ist damit jene «Liebe», die in unserer Gegenwart als Straftat gilt: Sexualität mit Minderjährigen, dazu innerhalb des Aghängigkeitsverhältnisses Schüler-Lehrer.
Ein google-search könnte Information bieten, hingegen spielt für mich der Begriff im aktuellen Leben keine grosse Rolle. Ich empfinde ihn als gänzlich veraltet. Dies natürlich auch, da Jungs und Mädels heute die selben Bildungschancen haben (sollten).
Pädophilie im heutigen Sinne ist in jedem Fall eine Straftat und ist in höchstem Grade zu verwerfen.
(/zitat)
Da stimm ich voll und ganz zu! |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 02.11.2003 um 18:04 Uhr
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Es ist wohl kaum möglich, ein Thema ohne die Beeinflussung der heutigen Zeit zu diskutieren. Andererseits: Was ist Objektivität?
Kaum jemand hat sich seine moralischen Richtlinien ausgesucht und noch viel weniger können sich von den Wertvorstellungen der Gesellschaft in der sie aufgewachsen sind lösen oder spontan andere annehmen. Ich kann nicht denken oder argumentieren wie ein Grieche vor tausenden von Jahren... |
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