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geschrieben am: 08.09.2003 um 01:09 Uhr
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dann sollte deine Freundin das hier auch mal lesen....
Tiere tun es, Jugendliche tun's, und Männer und Frauen sowieso. Selbstbefriedigung ist allgegenwärtig. Selbstverständlich ist sie indes bis heute nicht. Kein Wunder: Noch 1994 gab Papst Johannes Paul II. bekannt, dass weibliche Masturbation die reine Wollust sei und damit eine Todsünde. Den Männern immerhin gestand er Onanie zähneknirschend als organisch bedingtes Muß zu. Und bis vor noch nicht allzu langer Zeit wurden einem Onanisten von Rückenmarksschwund bis Idiotie so ziemlich alle Schwerstgebrechen als Strafe in Aussicht gestellt. Einfach zum Lachen! Es ist heute kaum mehr vorstellbar, mit welcher Verbitterung und Hysterie noch vor hundert Jahren das Onanieren wahrgenommen und gesellschaftlich geächtet wurde, natürlich von vielen Theologen, aber auch von Ärzten und Wissenschaftlern. Wegbereitend dafür war ein Buch des Franzosen Tissot aus dem Jahre 1774: "Onanie: Dissertation über die von der Selbstbefriedigung hervorgerufenen Krankheiten". Rückenmark-Tuberkulose, Lähmungen, Impotenz, , Verblödung, behinderte Kinder, Rückgratsverkrümmungen, Epilepsie - all diese Sachen, so wurde in dem Buch behauptet, sind eine Folge von Selbstbefriedigung. Entsprechend hysterisch war die Reaktion vieler Eltern: Kinder mussten des Nachts Aluminiumhandschuhe und Keuschheitsgürtel tragen. Und es gab auch für Erwachsene zum Schutz gegen nächtliche Versuchungen sogenannte "Spermatorrhöe-Verbände" und sogar kleine Draht-Käfige, die vor dem Schlaf um den Penis gelegt wurden, um eine Erektion zu verhindern.
Noch Anfang des letzten Jahrhunderts wurden in den USA mehrere Dutzend Patente angemeldet für raffinierte Keuschheitsgürtel und andere aus Drähten und Gürteln bestehende "Anti-Masturbations-Vorrichtungen".
Nicht überall und zu allen Zeiten war die Selbstbefriedigung so verpönt und geächtet. Bei mehreren nordamerikanischen Indianerstämmen, zum Beispiel den Hopis oder Navajos, war es üblich, daß Eltern bisweilen die Genitalien ihres Kindes streichelten, um sie zu trösten oder zu beruhigen. Afrikanische Zulu-Krieger im 19.Jahrhundert wurden von ihrem Stamm für bestimmte herausragende Leistungen durch einen Tag "zeremonieller Masturbation" belohnt, bei denen ihnen unverheiratete Frauen zur Seite standen.Heute weiß man, dass die Selbstbefriedigung keinerlei negative Folgen hat. Sie macht weder krank noch ist sie Ausdruck von psychischer Krankheit oder Perversion. Im Gegenteil, die körperliche und sexuelle Selbsterfahrung ist der Sexualpsyche absolut förderlich. Sie kann helfen, Orgasmusstörungen zu überwinden, seine eigenen sexuellen Reaktionen und erogenen Zonen kennen zulernen, und sie baut lustvoll Spannungen ab. Anschließend kann man besser schlafen, oder hat den Kopf wieder frei für andere Dinge.
Onanie ist also ein völlig normaler und verbreiteter Vorgang. In vielen Umfragen hat sich gezeigt, dass 90% aller Männer zugaben, schon onaniert zu haben. In der Pubertät und späteren Jugend ist die Selbstbefriedigung noch stärker verbreitet.
Der Kinsey-Report "Das sexuelle Verhalten des Mannes" berichtet, dass 88 Prozent aller männlichen verheirateten Amerikaner im Alter zwischen 16 und 20 Jahren regelmäßig onanieren. Und für über die Hälfte der Unverheirateten galt dies sogar noch im Alter von 50 Jahren. Gefährlich wird Selbstbefriedigung nur dann, wenn sie zu einem Ausweichverhalten wird. Wer merkt, dass seine Lustgefühle und Phantasien bei der Masturbation immer intensiver und reichhaltiger sind als im partnerschaftlichen Sex, sollte sich schon mal Gedanken über die Qualität seiner Beziehung machen. In diesem Fall kann Selbstbefriedigung nämlich genau das werden, was ihr viele sowieso nachsagen: eine Ersatzbefriedigung. Allen, die's noch nicht probiert haben, weil sie sich ihrem Partner gegenüber illoyal fühlen oder sich einfach nicht trauen, raten Sexualexperten unisono, sich klar darüber zu werden, dass Masturbation zur erfüllten Sexualität dazugehört. Frei nach Woody Allen: Selbstbefriedigung ist Sex mit jemandem, den man liebt. Heute sollte wirklich jeder wissen, dass Onanie keinerlei Gefahr bedeutet, im Gegenteil......
BD
Quelle:wahreliebe.de/liebeslexikon/o/0,3777,25587,00.html
Geändert am 08.09.2003 um 01:13 Uhr von BlackDevil |
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