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geschrieben am: 19.01.2004 um 13:08 Uhr
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Ich habe mir gerade alles nochmal genau durchgelesen.
Anna, was deinen letzten Beitrag angeht, wollte ich im Grunde genau das aussagen ;) Aber mich würde auch mal interesssieren, was du mit unbewussten Glaubenssätzen meinst, obwohl ich mir in etwa ein Bild davon machen kann, denke ich. Also es wäre nett von dir, es hier offen reinzuschreiben, oder mir auch ein Posting zu schicken.
Rude, zu dir. Ich habe mir das allererste Posting nochmal angesehen und mir ist dabei folgendes durch den Kopf gegangen:
1. Wenn er in der Schule so gute Noten hatte, ist er definitiv alles andere als dumm. Auch deine Ausdrucksweise zeugt von einem gewissen Niveau.
2. Du sagst, du hast schlechte Erfahrungen gemacht, wenn du dich jemandem anvertraut hast. Das kann ich mir auch sehr gut vorstellen, und vor allem die Gründe. Die Ereignisse, die du erlebt hast, der Missbrauch, die Heroinsucht, das sind definitiv (und Gott sei Dank) keine alltäglichen Dinge. Sie passen nicht in die Heile Welt, die die meisten Menschen sich vorgaukeln und stören das Bild. Und die meisten Menschen wissen einfach nicht, wie sie mit einer solchen Konfrontation umgehen sollen. Sehr schnell nehmen dann Vorurteile und Rückzug die Oberhand, was nicht zwingend heißen muss, das diese Person dich nicht mehr mag. Sie ist einfach überfordert.
3. Du meinst, du darfst keine Fehler und Schwächen haben. Das allein ist schon wieder nicht ganz richtig, denn du bist du. Du darfst auch schwach sein, du darfst auch weinen, du darfst Fehler haben, du darfst straucheln, du darfst auch mal hinfallen. Aber wichtig ist, das du dir immer wieder sagst, du kannst auch weiter machen, wenn du einen Rückschlag erlitten hast. Es gibt etwas, für das es sich lohnt, wieder aufzustehen.
Wir stecken uns gerne mal in Rollenmuster, in die wir - je nachdem wo wir uns befinden - in verschiedenen Stärken verfallen, und das ist manchmal auch okay. Aber wenn es zu extrem wird, und man mit sich selbst in einen Rollenkonflikt gerät, dann ist es an der Zeit, du selbst zu sein.
Dieses "bli bla blubb" dahinter lässt darauf schließen, das dir die Rolle des großen, starken "Alleskönner" tierisch auf den Senkel geht. Dann ändere es.
Diese Charaktereigenschaften des Optimismus ausstrahlen und Motivation zeigen sind auf jeden Fall schonmal gute Eigenschaften. Aber wieder wirkt es auf mich, als seien diese beiden Sachen nur Teil einer Rolle, eines Menschen, den du anderen vorspielst und gar nicht wirklich bist. Diese Eigenschaften wirklich, aus Überzeugung anzunehmen, wäre schonmal ein Schritt, der dich auch unterstützen könnte.
Noch eine Frage: Was ist falsch daran, wenn andere Stolz auf dich sind, das du vom Heroin weggekommen bist? Stört es dich, das immer wieder auf die Nase gebunden zu bekommen? Oder weil sie nicht nachvollziehen können, wie dieses Gefühl ist?
Deine Formulierung am Ende (Ich werde es ändern) ist schonmal ein posiviter Ansatz. Ich weiß selbst, wie schwer es ist, an sich zu arbeiten. Wie schnell man versucht ist, dem inneren Schweinehund nachzugeben und die Flinte wieder ins Korn zu werfen. Aber wie gesagt, was dich nicht umbringt, härtet dich ab.
In Zusammenhang mit Annas letztem Text habe ich hier auch noch etwas, das mir vor ein paar Tagen von einem alten Bekannten zugeschickt wurde, von dem ich seit Monaten nichts gehören oder gesehen habe.
Um die Ecke hab ich einen Freund,
in dieser großen Stadt die kein Ende hat.
Die Tage vergehen und die Wochen rasen,
und bevor es mir bewusst wurde,
ist schon ein Jahr vergangen.
Ich seh nie meine alten Freunde,
weil das Leben ein schnelles
und schreckliches Rennen ist.
Er weiß dass ich ihn mag,
wie an den Tagen als ich an seine Tür klopfte.
Und er klopfte an meine Tür,
wir waren noch jünger,
und jetzt sind wir beschäftigte
und erschöpfte Menschen.
Erschöpft dieses verrückte Spiel zu spielen,
Erschöpft zu versuchen Karriere zu machen.
"Morgen" sag ich "Ich werd Jim morgen anrufen.
"Nur um zu zeigen wie sehr ich an ihn denke.
Aber morgen kommt und morgen geht,
und die Distanz zwischen uns wächst
Um die Ecke! - und trotzdem meilenweit weg
von mir,
"Hier ist das Telegramm, mein Herr."
"Jim ist heute gestorben."
Und das ist was wir bekommen
und verdienen am Ende unserer Rechnung
Um die Ecke, ein verschwundener Freund.
Vergiss nie immer das zu sagen was du fühlst.
Wenn du jemanden liebst, sag es.
Hab keine Angst deine Gefühle auszudrücken.
Sag jemanden was er dir bedeutet,
weil wenn du denkst es ist jetzt der
richtige Zeitpunkt, kann es schon zu spät sein.
Nutze den Tag. Bereue niemals.
Es ist das Wichtigste,
sei deinen Freunden und deiner Familie immer
nah, denn sie waren es die dazu beigetragen haben,
die Person aus dir zu machen die du heute bist.
So, und nu geh ich eine rauchen (ja, auch ich bin ein Süchtel blinzel) und meinen Kaffee trinken.
Gruß
V. |
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