|
|
|
geschrieben am: 10.05.2004 um 10:50 Uhr
|
|
Tja, es ist mal wieder einer dieser Tage, an denen es sich eigentlich nicht gelohnt hat, aufzustehen. Warum? Nein, nicht weil es eine dunkle, stürmische Nacht war, sondern weil man hat sich fest, aber auch wirklich fest vorgenommen hat, an diesem jenen Tage wirklich fleißig zu sein. Und zwar insofern, als dass man dem Ersatz des alltäglichen Tagebuchschreibens frönt, nämlich der schriftstellerischen Tätigkeit, der fast jedes kreative Individuum mehr oder weniger heimlich nachgeht.
Eine schöne Sache, bedenkt man,dass dieses Sache niemals von Erfolg gekrönt sein wird, sondern einfach nur der Befriedigung des persönlichen Ehrgeizes dient, hat doch auch was. Ja, wenn nur diese verfluchte Schreibblockade nicht wäre. Man setzt sich hin, man legt die Finger auf die Tasta, steht innerlich unter Hochspannung uuuuuuuund ... Hochspannung Ende. Der Kopf ist leer, alle kreativen Gedanken sind wie weggepustet, ja sogar die intelligenten und schönen Phrasen sind weg. Man kriegt noch nicht einmal einen ordentlichen Satz wie " ... und jene Gedanken, vom Winde verweht in des grausamen und kalten Herbstes Klaue ..." zustande. Toll, sehr toll. Doch wie kriege ich die Schreibblockade weg? Ja das ist hier die Frage, um es mal mit den Worten einer namenhaften, melancholischen wie auch von selbstmörderischen Drang erfüllten Figur aus der Welt des Theaters zu sagen.
Die Antwort ist simpel wie niederschmetternd: Gar nicht. Vor allem nicht mit Gewalt. Also fängt man an, der Schreibblockade keine Beachtung zu schenken. Man zählt die Büroklammern (48), isst einen Keks, isst eine saure Gurke, schaltet den Fernseher ein, nur um dann einen dezenten Würgereiz beim Anblick von Barbara Salesch zu bekommen. Buäh, die Frau ist einfach widerlich. Aber über diesen Anfall von Ekel vergessen wir, dass sich dort vielleicht die Quelle der Inspiration befindet. Denn dort, dort ist es, das absolut Böse, welches die Welt zu vernichten droht. In dem kleinen, kranken Hirn des Schreibers braut sich ein gewaltiger Plan, eine unglaubliche Intrige zusammen, deren Anführer, deren abgrundtief böser Auslöser eine Figur namens Barberar Salosh ist, die Geißel des Guten, welche die Welt zu vergiften droht, die Bösewichtfigur schlechthin. Boah, das ist klasse, das ist kreativ. Na gut, es ist nicht wirklich kreativ, aber ein Anfang, und daran kann man erfahrungsgemäß anknüpfen. Also eilt der Schreiber flugsartigen Schenkels an den PC, legt die Finger auf die Tasta, um diesen "genialen" Gedanken niederzuschreiben uuuund ...PLOPP. Wech isser. Also das ganze noch einmal von vorne ...
Diese kleine Abhandlung ist zwar zweifellos übertrieben, dennoch muss man sich vor Augen halten, dass Übertreibung nach wie vor die Mutter der Anschauung ist. Kann ich davon ausgehen, dass auch andere ein ähnliches Problem haben? Und wie zur Hölle bekommt man das weg?
P. S. Falls die werten OPs der Meinung sein sollten, dieser Beitrag wäre für dieses Forum nicht geeignet, so möge man ihn doch bitte verschieben
Edit: Rechtschreibfehler, auch das noch. Asche auf mein Haupt Geändert am 11.05.2004 um 18:22 Uhr von Eleanor |
|
|
|
|