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geschrieben am: 16.02.2005 um 21:39 Uhr
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solange der sauerbraten schmort - gönne ich mir jetzt das zweifelhafte vergnügen.
quark hoch drei der gesamte ansatz
was ist denn selbstbewußtsein ? doch lediglich, daß man sich seiner selbst bewußt ist (co[g]ito ergo sum). kann ich mich aber selbst denken, - also meine gedanken mitverfolgen ? ist sich jedoch nicht jeder seiner selbst bewußt ? also wozu die philosophische spiegelfechterei ? wegen der diskrepanz zwischen wahrnehmung und handlung ? da fängt wohl die bildung zu greifen an.
und was ist bildung ? doch nur das, was ich mir *freiwillig* aneigne und einverleibe und letztendlich lebe. über erlebtes, erlerntes nachdenke, es als richtig erachte und erkenne und danach lebe.
jetzt schlag ich sogar kant nach .. dabei hasse ich ja zitate : „es ist der ganze mensch, der an seiner besonderen stelle seine kompetenz zu erweisen hat. deshalb verlangt bildung die des ganzen Menschen, der ersönlichkeit nämlich, die das erreichte in händen hält und das neue wagt, die die eigene sache vorantreibt, aber den *gesellschaftlichen Nutzen* nicht aus den augen verliert, die kritik nicht unterdrückt, sondern für die lösung von problemen nutzt, die verantwortung trägt, ohne den schwung und die freude am leben zu verlieren, die sich die probleme unserer modernen lebenswelt bewusst macht und sie als annsporn zu eigener aktivität begreift."
es ist also keine nackte akademische erkenntnis ohne fleisch und blut ( jajaja - jürgili ignoriert das ).
da wir in einer wissensgesellschaft leben, *müssen* wir uns eine menge aneignen, um uns zu behaupten. dieses wissen ist nicht freiwillig und damit aufgezwungen, also eine art zweiter natur, die nur das innere, wesentliche bis zu einem gewissen grade verdeckt, welche das wissen oft nicht inkorporiert, sondern lediglich adaptiert hat.
platons dreisatz mit vernunft, sinnlichkeit und willen wird somit nicht erfüllt. so kommt es, daß die hierzulande humanistisch ausgelegten bildungsziele kaum humanisten hervorbringt.
und bildung mag nur selbstbewußtsein zu formen, wenn die beispiele ernstgenommen und verinnerlicht werden. ansonsten werden sie einfach ignoriert, wenn es um den persönlichen vorteil geht. bildung an sich hat ja etwas mit 'bilden' zu tun - auch der persönlichkeit. aber diese muß selbstredend dazu bereit sein, das aufgenommene zu integrieren. ansonsten verkommt bildung nur zur besserwisserei und zum machtspiel, welches darauf aus ist, andere zu manipulieren. die idee des anderen ( gegensatz und spiegel des selbst ) geht verloren - es (ver)kommt zum selbstverliebtsein der singulären identität und damit zum verunglückten selbstbewußtsein. geistige beschränktheit und verlust der soziokulturellen orientierung sind die folge - anstatt von geistiger höhe und sittlicher reife. (uuuuups *g) marx nannte das glaube ich, mal ökonomische charaktermaske. kierkegaard nannte es wohl spießbürger - wobei mir spießbraten echt gut schmeckt ..
das sind einfach leute, die ihre umgebung nicht durchschauen und mit ihr im einklang zu leben vermögen.
ein beispiel : leute, die andere aus moralischen, ethischen gründen dazu auffordern, den gürtel enger zu schnallen und selbst statt wasser wein trinken. oder leute, die anderen ihren willen aufzwingen und sich selbst nicht an die eigenen vorgaben halten. ich denke, das bedarf keiner weitern erklärung.
bildung ergibt sich also nicht aus der wöchentlichen lektüre des spiegels.
die ollen römer ulkten abträglich mit ihrem "faciunt favos et vespae" ( denn auch die wespen machen waben ). nur sind diese wespenwaben aus zellulose und nicht aus wachs. zwar lernte der mensch von der wespe die herstellung von papier, der honig der immen jedoch galt dem römer viel mehr. kerzen, notiztafeln, totenmasken der priveligierten usw.
viel wichtiger : ist jemand hier gebildet genug, mir folgendes existenzielles problem zu lösen : kann ich, da kein mehl im hause ist und die gute nachbarin wohl beim tanzen, stattdessen auch ciabattamehl für den sauerbraten verwenden ?
und - wer formt die besten klösse dazu ? dazu gehört nicht nur ne menge bildung, sondern auch eine gute portion selbstbewußtsein, da ich in der küche ständig nur dumme fragen stelle *g |
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