Auf den Beitrag: (ID: 41685) sind "14" Antworten eingegangen (Gelesen: 1052 Mal).
"Autor"

Zitat

Nutzer: dasKind
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 05.07.2005
Anzahl Nachrichten: 10

geschrieben am: 05.07.2005    um 20:11 Uhr   
Ich las vor ein paar Wochen ein Zitat, das mich eigentlich nicht aus der Ruhe lässt...

"Jeder Mensch versucht glücklich zu sein, auch jene, die hingehen, und sich aufhängen"

Wollte euch um eure Meinung zu diesem Zitat bitten.
  Top
"Autor"  
Nutzer: Gast_sweety0018
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 17.07.2003
Anzahl Nachrichten: 2911

geschrieben am: 05.07.2005    um 20:26 Uhr   
Es gibt doch Menschen, die dadurch glücklich sein wollen, indem sie nicht mehr SIND - also den Suizid. Dieser bedeutet für sie Glück (man denke an den todkranken Leidenden, der 'erlöst' werden will).
  Top
"Autor"  
Nutzer: smoove
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 01.01.2000
Anzahl Nachrichten: 36

geschrieben am: 06.07.2005    um 00:41 Uhr   
ich denke um eine passende meinung zu diesem zitat abzugeben wäre es recht sinnvoll zu erläutern,in welchem zusammenhang du es gelesen hast.die antwort sweetys,die ja auf der hand zu liegen scheint und auf den ersten blick recht logisch erscheint,ist nämlich meiner meinung nach nicht unbedingt die eigentliche aussage,die dieses zitat dem leser vermitteln wollte.die frage die man sich hier stellen muss,lautet doch:wie definiere ich "glück" und in welchem zusammenhang gebrauche ich das wort.die recht plausible erklärung sweetys scheint mir doch recht einfach gestrikt.

gehen wir doch nun mal davon aus dass "glück" das höchste zu erlangene lebensziel des menschen ist.die ratio des theoretikers sagt nun:"momentchen mal,in meinem bio buch steht aber was von instinkten und "arterhaltung" als ziel jedes lebewesens".dies mag ja richtig sein,doch fürt eben diese "arterhaltung" bei erfolgreicher ausführung zu befriedung des instinktes,womit wiederrum ein gewisses bedürfnis eines lebewesens gestillt ist.jetzt sollte der philosoph sich fragen:"warum wollen wir dieses bedürfnis überhaupt stillen?"- nun ja,im zusammenhang mit der vorliegenden argumentation würde ich eben diese "geistes- und instinktbefriedigung" als eine art des glückes ansehen. wenn dies auf den menschen übertägt,dann versucht auch er als lebens-maxime das finden des persönlichen glückes,ob er es nun in fortpflanzung oder im lottogewinn sieht ist sicherlich personenbedingt.
die menschen,die sich aufhängen,tun dies also nun als möglche folge aufgrunddessen,dass sie eben nicht ihr persönliches glück fanden.dass diese personen sich aufhängen ist also nicht zwingend als versuch zum erlangen der freude anzusehen,sondern vielmehr als eine folge aus dem "nicht-erlangen" der feude.

die aussage des zitates lautet meiner meinung nach also so ungefähr:"diejenigen,die sich aufhängen sind keine von grundauf depressiven pessimisten,sondern waren bei dem versuch das glück zu finden,was jeder mensch als lebensmaxime hat,nicht erfolgreich.

naja,is meine meinung,aber ist alles interpretationssache und abhängig vom kontext des zitates.

smoove
  Top
"Autor"  
Nutzer: xebulon
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 12.08.2004
Anzahl Nachrichten: 37

geschrieben am: 06.07.2005    um 09:20 Uhr   
(zitat)

"Jeder Mensch versucht glücklich zu sein, auch jene, die hingehen, und sich aufhängen"

(/zitat)

Salut :-)
"Sich aufhängen" ... ist faktisch das Ziel alles Leben in sich zu beenden. In Folge dessen auch den Versuch glücklich "zu werden".
Der Zustand nach dem "sich aufhängen" kann ergo nicht der des "Glücklich-seins" sein ... - vielmehr beendet "sich aufhängen" den ebenso wichtigen Zustand des "Unglücklich-seins".
  Top
"Autor"  
Nutzer: inna
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 02.07.2001
Anzahl Nachrichten: 134

geschrieben am: 06.07.2005    um 17:49 Uhr   
Wenn man mal annimmt, dass Glück das Gegenteil von Unglück ist, dann kan man Selbstmord als einen Versuch verstehen, dem Unglücklichsein ein Ende zu machen.

Vielleicht kann man das Zitat so deuten, dass derjenige, der sich aufhängt, versucht, ein Ende des Unglücks und somit wieder Glück zu erlangen.

Ich persönlich denke aber auch, dass Glück entscheidend mit Leben zu tun hat - ist aber wohl eine Glaubensfrage...

*inna
  Top
"Autor"  
Nutzer: Gast_sweety0018
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 17.07.2003
Anzahl Nachrichten: 2911

geschrieben am: 06.07.2005    um 18:10 Uhr   
(zitat)die menschen,die sich aufhängen,tun dies also nun als möglche folge aufgrunddessen,dass sie eben nicht ihr persönliches glück fanden.dass diese personen sich aufhängen ist also nicht zwingend als versuch zum erlangen der freude anzusehen,sondern vielmehr als eine folge aus dem "nicht-erlangen" der feude. (/zitat) Hallo smoove, du hast natürlich recht. Der Wunsch des glücklich seins ist natürlich
vorhanden, jedoch für todkranke Leidende subjektiv dermaßen weit entfernt, dass sie oft glauben, eine Endlösung/suizid anstreben zu müssen. Der Todkranke WILL gerne glücklich sein, weiß aber, dass dies aus dem ein oder anderen Grund nicht mehr möglich sein kann.

Berechtigt ist auch deine Frage: Wie definiert man Glück ?

Wie gefällt dir die Antwort? "Alle Menschen wollen sich frei entfalten"

gruss
sweety
  Top
"Autor"  
Nutzer: StereoSushi
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 05.04.2003
Anzahl Nachrichten: 975

geschrieben am: 06.07.2005    um 20:51 Uhr   
garnicht @sweety!!!

demnach wäre glück das "frei entfalten wollen" aller menschen!!

es kann aber logischerweise kein glück sein, etwas zu wollen, als es vielmehr schon zu "besitzen/haben"....

laut deiner definition sollte glück, "das frei entfaltet sein";)

cheers und frohes sinnieren:)
  Top
"Autor"  
Nutzer: starchaser
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 01.01.2000
Anzahl Nachrichten: 4935

geschrieben am: 06.07.2005    um 22:51 Uhr   
alle menschen wollen sich frei entfalten. nur in einer demokratie kann ich mich frei entfalten und damit glücklich werden.
waren also die meisten menschen unter hussein unglücklich, - nur zu feige, sich ihrem unglück zu entziehen durch stillschweigenden abgang ? und warum wehren sie sich unter einsatz ihres lebens gegen die glückselige zukunft ?

wonach suchen menschen, - nach glück, nach sinn, nach freiheit und damit nach bildung, nach erlösung ?

  Top
"Autor"  
Nutzer: xebulon
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 12.08.2004
Anzahl Nachrichten: 37

geschrieben am: 07.07.2005    um 10:28 Uhr   
Das Glück deines
Lebens hängt von der
Beschaffenheit deiner
Gedanken ab.

(Marc Aurel)



find ich ziemlich treffend ...
  Top
"Autor"  
Nutzer: starchaser
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 01.01.2000
Anzahl Nachrichten: 4935

geschrieben am: 07.07.2005    um 20:22 Uhr   
und wie konzipieren sich gedanken ? :-)

  Top
"Autor"  
Nutzer: nackidei
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 05.07.2005
Anzahl Nachrichten: 10

geschrieben am: 07.07.2005    um 20:32 Uhr   
(zitat)und wie konzipieren sich gedanken ? :-)

(/zitat)vermutlich indem sie sich frei entfalten wollen...gg
  Top
"Autor"  
Nutzer: DerUnhold
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 14.03.2004
Anzahl Nachrichten: 599

geschrieben am: 08.07.2005    um 12:43 Uhr   
Ich seh's so, dass dieses Zitat von falschen Grundlagen ausgeht und damit insgesamt unrichtig ist.
Kann Glück ein beständiger erreichbarer Zustand sein, oder ist es nicht vielmehr so, das "Glück" (glücklichsein)immer nur ein momentanes(temporäres) Erlebnis sein KANN ??
Demzufolge gibt der sich selbst aufhängende sein Leben hin, für einen kurzen flüchtigen Moment des Glücks....... wahrscheinlich weil er/sie glaubt das Glück einfangen und behalten zu können. Welch fataler Irrtum !!
Nehmen wir einmal an es wäre möglich Glück dauerhaft an sich zu binden und festhalten zu können. Wäre das Erstrebenswert??? NEIN !!! Weil, wenn du es dann hättest dieses immerwährende glücklichsein ohne Sorgen und Ängste, ohne Lasten und ohne Schatten, wie könntest du es noch geniessen, fehlte dir doch jeder Vergleich.Wodurch wird denn die Schönheit des Lichts erst so offenbar?? Durch das Dunkel !! Wonach solltest du noch streben, wenn du doch schon den idealen Zustand erreichtest ??
ERGO: Das Streben nach Glück, sollte besser ein streben nach glücklichen Momenten sein über deren kurze Halbwertzeit man/frau sich jedoch keine Illusionen machen sollte.
  Top
"Autor"  
Nutzer: starchaser
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 01.01.2000
Anzahl Nachrichten: 4935

geschrieben am: 08.07.2005    um 17:07 Uhr   
da schlägt wohl die graue theorie schopenhauers durch, unhold. arthur meinte, es sei deshalb besser, dem glück besssr ganz aus dem weg zu gehen.

laut focus wählen manche alte menschen ab 60 den freiwilligen freitod, weil sie abgeschoben werden ins altenheim und angst davor haben, dort schlecht behandelt zu werden. das zu erlangende glück ist wohl nicht ihre triebfeder. motiv ist hier wohl, nicht unglücklicher zu werden.



  Top
"Autor"  
Nutzer: DerUnhold
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 14.03.2004
Anzahl Nachrichten: 599

geschrieben am: 09.07.2005    um 01:46 Uhr   
Der Herr Starchaser liest also mal wieder Sachen die so nicht dastehen ??? gg
Ich versuchte mich auf das obige Zitat zu beziehen und meine Ansicht über die Stichhaltigkeit desselben zu begründen.Nicht mehr aber auch nicht weniger.
Das es eine Vielzahl an Suiziden gibt die mit Glück/Unglück nur recht wenig zu tun haben sollte selbstverständliche Vorasusetzung jeder Diskussion sein.
Hier geht es aber um die Spezies, die durch Suizid ein Glücksmoment erleben/erreichen wollen.Nicht um jene die einer tatsächlichen/vermeintlichen Bedrohung entkommen/zuvorkommen wollen.So hab ich es jedenfalls verstanden.
Zu Schoppenhauer:Hab ihn nicht gelesen, aber wenn es sich so verhält wie du es interpretierst, dann sind Schoppenhauer und ich auf vollkommen unterschiedlichen gedanklichen Wegen.
Mein Ansatz ist : Glück ist immer nur temporär vorstellbar (Begründung würde Seiten füllen).
Wenn dem so ist, dann ist das übliche Streben nach Glück (als erreichbarem und haltbarem Zustand) illusorisch,also nicht einlösbar,also kontraproduktiv.
Erst durch die Akzeptierung des Umstandes,dass Glück (glücklich sein) ein vorübergehendes Phänomen ist und sein muss, kann die Suche nach Glücksmomenten überhaupt erfolgreich sein. U.a. deshalb, weil der Stress dieses Glück wieder zu verlieren dann keine Bedrohung oder individuelle Versagensangst mehr assoziiert.
Dieses zugegeben stark verkürzte Denkmodell mit einer Glück(glücklich sein ) negierenden Theorie in einen Topf zu werfen, halte ich dann doch für arg daneben.
Noch eine kleine sprachliche Bemerkung: Gibt es einen unfreiwilligen Freitod???gg So wie einen dunkelblauen Schimmel??
greets
DerUnhold

  Top
"Autor"  
Nutzer: starchaser
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 01.01.2000
Anzahl Nachrichten: 4935

geschrieben am: 09.07.2005    um 04:29 Uhr   
ich nehme mal an, daß es sich oben nicht um ein vollständiges chatprotokoll handelt. irgendwie muß es ja zu der aussage des gegenübers gekommen sein.

und klaro gibbet es nen unfreiwilligen freitod. nämlich dann, wenn ich gefunben werden will und gerettet - und das timing nicht klappt. das wiederum fällt unter erpressung :-)
  Top