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Öl, Spekulation und Ethik

Nutzer: Gast_Katerle
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geschrieben am: 02.09.2005    um 20:47 Uhr   
Hallo Liebe Foren-Leser!
Die Ölpreise steigen ja leider momentan in bisher ungeahnte Höhen. Als Grund dafür wird vorallem der Zustand nach der Hurrikan-Katastrophe als Ursache dafür genannt. Viele Bohrinseln von US-Konzernen sind dabei anscheinend schlichtweg "abgesoffen" oder zumindest nicht mehr förderfähig.
Es besteht anscheinend ein Engpass. Das Medienecho darüber ist so groß, dass es momentan unzählige Meldungen geben die diese Aussagen belegen. Ich zitiere daher keine Meldung direkt.
Was auch in den Medien betont wird, ist, dass es offentlichtlich die Ursache von Spekulanten ist, dass der Ölpreis so drastisch steigt. Meiner Meinung nach ist dieses Verhalten, von einer Notlage finanziell profitieren zu wollen, für die Gesellschaft schädlich und daher unethisch. Meine Meinung ist, es lähmt unsere Wirtschaft wahrscheinlich zusätzlich und kann sich dadurch bitter rächen und eben auch andere Leute, die normal garnicht direkt von dieser Naturkatastrophe betroffen wären damit beeinträchtigen. Daher frage ich mich:
-Ist die Spekulation trotzdem (moralisch und ethisch) rechtens?

Mich würde interessieren, wie Ihr da denkt, ob es richtig oder falsch ist, und ob ich vielleicht einen positiven Effekt für die Gesellschaft dabei übersehe.
Ich bin schon neugierig auf Eure Antworten.
Viele Grüße,
Katerle
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Nutzer: Vulcania
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geschrieben am: 03.09.2005    um 08:50 Uhr   
02.09.05
Mineralöl
23:30 IPE und NYMEX schwach in das lange USA Wochenende. Die USA und Europa werden bis zu 60 mio Barrel Röhöl und Produkte aus den strategischen Reserven für die Märkte zur Verfügung stellen. Analysten sehen jedoch für die kommende Woche wider deutliche Aufwärtstendenzen, da vor diesem Wochenende wie erwartet umfangreiche Kaufpositionen glattgestellt wurden und einige Leerverkaufspositionen aufgebaut wurden.

17:15 Die Bereitschaft Deutschlands und anderer wichtiger Industrieländer auf Bitten der Internationalen Energie-Agentur (IEA) Teile ihrer strategischen Ölreserven auf den Markt zu werfen, sorge derzeit für leichte Beruhigung an den Ölmärkten, so Beoachter. Im Rahmen einer international koordinierten Aktion sollen so zunächst für 30 Tage rund zwei Millionen Barrel täglich auf den Markt gebracht werden, hieß es weiter.

15:55 Vor dem langen Wochenende sei nach Ansicht von Händlern mit dem Schließen weiterer umfangreicher Kaufpositionen zu rechnen (NYMEX schließt heute bereits um 19:00).

15:45 IPE Brent durchbricht Unterstützung und setzt damit weitere Verkaufsorders frei.

15:15 IPE/NYMEX nachgebend. Der Louisiana offshore Oil Port (LOOP) hat seine Ölverladungen teilweise wider aufgenommen. Dieser Seehafen ist der wichtigste Umschlagplatz für Supertanker und die Einspeisung in das Pipelinesystem für den Süden und Mittelwesten der USA. Spanien hat Benzinbestände aus der strategischen Reserve freigegeben. Rohöl an der IPE fällt bis auf eine charttechnische Unterstützung im Bereich 66.50 und NYMEX Rohöl kann eine Unterstützung im Bereich 68,00 Dollar halten. Diese Meldungen sind noch keine generellen Entspannungen, der als weiter sehr angespannt geltenden Situation. Lediglich wurden durch den bearishen Impuls einige Long-Positionen durch Verkäufe wieder aufgegeben.

14:55 Dollar: Die Zahl der US Beschäftigten (ohne Landwirtschaft) für August ist um +169.000 gestiegen. Erwartet wurden 190.000 neue Arbeitsplätze. Die Daten werden für den Dollar als leicht bearish bewertet.

14:55 Dollar: Die US Arbeitslosenquote für August liegt bei 4,9%. Erwartet wurden eine Quote von 5,0%.

13:45 OPEC Korbpreis: 61,37 Dollar

08:05 IPE Gas-Oil unter Verkaufsdruck. IPE Gas-Oil kommt derzeit kräftig unter Druck, trotz des rein rechnerischen hohen Niveaus im Vergleich zur NYMEX. Wir revidieren daher unsere Eröffnungserwartung auf die aktuelle IPE, siehe Universalseite. Die Inlandspreise werden daher nur noch +0,30 bis +0,40 Euro pro 100 Liter erwartet.

ich bin verantwortlich für das, was ich sage, nicht für das, was DU verstehst!
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Nutzer: Vulcania
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geschrieben am: 03.09.2005    um 08:50 Uhr   
06:15 Morgenreport

07:00 IPE Gas-Oil September wird im Eröffnungshandel heute ca. +8 bis +10 Dollar bei ca. 664,00 Dollar erwartet. Berechnungsgrundlage hierfür sind die letzten Notierungen der IPE von gestern gegen 18:30 amtlicher Schluss (settlement) bei 655,25 Dollar, die Entwicklung der NYMEX im Anschluss, die elektronische NYMEX aktuell und der Handel an der IPE heute Morgen.

Die Inlandspreise (Basis rechnerischer INDEX) werden, im Vergleich zu gestern Vormittag, danach und rein rechnerisch, ca. +0,80 bis +1,00 Euro per 100 Liter erwartet, siehe auch Index Tagesverläufe.

Nach Angaben von Händlern sorgten die Ängste an den Ölmärkten vor Engpässen der Benzinversorgung in den USA derzeit für anhaltende Unterstützung. Täglich fallen rund 1,4 Mio. Barrel Öl aus, das sind 91,45 Prozent der US-Produktion in der Golfregion. Neun große Ölraffinerien, die rund elf Prozent der gesamten Raffineriekapazität der USA darstellen, sind geschlossen. "Wir wissen immer noch nicht, wie lange diese Raffinerien geschlossen bleiben, daher haben wir bei der Benzinversorgung in der nahen Zukunft ein Problem", so Analysten.

Montag NYMEX geschlossen. Am kommenden Montag bleiben die Börsen in den USA wegen des Feiertages "Labor-Day" geschlossen. Am heutigen Freitag schließt die NYMEX früher um 19:00 mez.

Widerstände bei Rohöl stabil. Die Produkte haben jedoch die einigermaßen fassbaren Widerstände nach oben durchbrochen. Charttechnisch sind Heizöl und Benzin an der NYMEX und an der IPE derzeit kaum greifbar. Darin sind sich die Analysten zumeist einig.

Hinweis: Klick auf Tagesnews in der Menueleiste, dann Seminartermine rechts oben, zeigt Ihnen alle Seminare des laufenden Jahres an.

HINWEIS IPE Gas-Oil Eröffnung: Bitte beachten Sie den G.Oil Index (rechnerischer Vergleich NYMEX zu IPE) in der Mitte der Universalseite.

IPE Gas-Oil SEPTEMBER bei 653,50 Dollar -1,75.
Verkaufsangebote liegen nicht vor, Nachfrage bei 652,00. Das Last von 653,50 Dollar liegt unterhalb der rechnerischen Erwartung und kommt mit einem Umsatz von 5 Kontrakte zustande, zuwenig um als repräsentativ zu gelten. Brent Rohöl Oktober handelt bei 67,60 Dollar, das sind 0,12 Dollar unter der letzten Notierung von gestern Abend.

An der elektronischen NYMEX aktuell Tendenz abwärts.
Wie in Europa werden auch in Fernost derzeit eventuelle Freigaben der strategischen Ölreserven diskutiert. Ernst zu nehmende Analysten sehen jedoch durch die Freigabe eine noch größere Gefahr für die Ölpreise nach der Freigabe, wenn anschließend der "Puffer" für die Ölreserven fehlt und durch Zukäufe wieder aufgefüllt werden müßten. Die derzeit leicht rückläufigen NYMEX Notierungen werden als Reaktion auf die gestrigen Gewinne gesehen und dürften nach unten limitiert sein, so Analysten heute Morgen in ihren Kommentaren. Aktuell die Tendenz an der elektronischen NYMEX nachgebend, siehe auch Tick-Charts. Der Handel wartet auch auf Impulse aus dem Handel der IPE später in London. Die Umsätze werden aktuell als über dem Durchschnitt bezeichnet.



02.09.05
DOLLAR
Dollar kräftig unter Druck.
Der Kurs des Euro ist am Donnerstag und heute Morgen nach schwachen US-Konjunkturdaten deutlich gestiegen und hat sich deutlich über 1,24 US-Dollar gefestigt. Aktuell steht der Euro bei 1,2470 Dollar. In erster Linie sei der Dollar dadurch belastet worden, dass sich die Wirtschaftsaktivitäten in den USA im August überraschend stark eingetrübt habe, hieß es am Markt. Dies hatte der rückläufige ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe gezeigt, der von 56,6 auf 53,6 Punkte gesunken war. Außerdem drücke der hohe Ölpreis und das Schadensausmaß des Hurrikans "Katrina".
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geschrieben am: 03.09.2005    um 09:11 Uhr   
so, das waren die infos, die wir gestern bekamen .. zum tagesende zeigte die nymex deutlich fallende tendenzen .. wir sind uns in unserem unternehmen jedoch einig, dass diese entspannung nur vorübergehnd sein wird ..

momentan ist es so, dass die amerikanischen broker kauforders in europa absetzen, weil die reserven der USA nicht zu stark angegriffen werden sollen .. dies bedeutet, dass uncle sam uns die bestände in rotterdam wegzieht, was wiederum zu versorgungsengpässen im europäischen raum führen und somit den preis oben halten wird ..

seit einiger zeit spielt der physische handel nur noch eine untergordnete rolle im ölgeschäft .. positionen werden nur noch auf dem papier hin- und hergeschoben .. das mache ich im übrigen nicht viel anders .. denn am jahresende wird mein gehalt neu festgesetzt, und das ist nunmal margen- und nicht phyisch mengenabhängig ..

wenn ich also der meinung bin, dass ich jetzt kaufen sollte, weil ich hier kohle machen kann, dann tue ich es .. wenn ich der meinung bin, ich sollte den kram abstoßen, weil ich kohle machen kann, dann tue ich es .. in beiden fällen ist kein einziger tropfen öl in oder aus meinem tank geflossen .. alles reine spekulation, und ein fehler kann an einem tag schonmal ein paar euro kosten ..

wenn ich also meinen job gut mache und es in unseren bundesweiten lagern physischen bedarf gibt, so so ziehe ich auch nicht die billigste ware ab, sondern die, die den verkäufern immer noch die möglichkeit bietet, dass sie ihre anforderungen erfüllen können .. marge UND menge zu machen ..

so ist nunmal das geschäft .. entweder, man ist der hai im becken oder die makrele ..

privat ödet mich die situation natürlich auch an .. ich zahle an der tanke nämlich auch keinen cent weniger, als andere ..

im übrigen: viele europäische länder haben vorübergehend die mineralölsteuer gesenkt .. deutschland hat von haus aus die höchste .. mal gespannt, wann schrödi nachzieht ..
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geschrieben am: 03.09.2005    um 18:15 Uhr   
Hab gestern gelesen, dass bei einem Preis von 70 € pro Barrel 15-20 € reine Spekulation sind. Das sieht man ja auch immer wieder. Lässt irgendwo einer auf der Welt einen Furz, der auf dem Öl sitzt, wird Preistreiberei begangen. Beim Benzin finde ich das persönlich unter aller Sau. Die ganzen Benzin-Unternehmen mussten noch kaum ein paar Euro mehr bezahlen beim Einkauf, aber die Spritpreise werden gleich mal vorbeugend erhöht. So wird im Voraus schon mal mehr Geld eingenommen, als am Ende wahrscheinlich gebraucht wird. Ich finde das auch moralisch sehr fraglich. Ich kenne kaum ein Wirtschaftszweig, der das so handeln darf.

Warum werden die Preise nicht erst dann erhöht, wenn denn auch die Mehrkosten anfallen? Ich finde diese Vorgehensweise jedenfalls auch unter aller Sau.
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geschrieben am: 03.09.2005    um 18:31 Uhr   
drei artikel hintereinander und nicht gelöscht -wow ! aber es ist ja urlaubszeit.

warum sollte gerhardt nachziehen, wenn durch diese meldungen doch nur die heuschreckentheorie bestätigt wird ? solange die staatlich festgelegte steuer in den medien nicht erwähnt wird, jubelt eichel ;-)

die terroristen vom 11/09 kamen woher ? solange die konflikte nichht beigelegt werden,wird meines erachtens auch der ölpreis nicht sinken.
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geschrieben am: 03.09.2005    um 22:25 Uhr   
so ist nunmal das geschäft .. es geht um profit, wie in jeder anderen branche auch .. nur, dass wir eben mit einem rohstoff handeln, der das globale leben beeinflusst .. würde daimler seine automobilpreise hochziehen, würde kein hahn danach krähen .. genausowenig, wie sich jemand darüber aufregt, dass ein golf mittlerweile soviel kostet, wie eine großraumlimousine von lada .. und warum? weil es alternativen gibt .. das ist bei rohöl und seinen folgeprodukten nicht der fall ..

am 19. september hat die OPEC wieder eine konferenz .. aber das spielt höchstens noch eine statistische rolle .. die in diesen versammlungen getroffenen entscheidungen jucken schon lange nicht mehr .. die börse tanzt nach dem willen der broker ..

einen jeden morgen setze ich mich gemütlich vor den reuters- und bloomberg-ticker .. und dann wartet der hai auf den moment, da die fetteste beute vor seiner schnauze auftaucht .. happs! ..

was ich privat darüber denke? .. who cares? es spielt absolut keine rolle .. mache ich das geschäft nicht, macht es ein anderer ..

eines ist jedoch immer wieder hübsch anzusehen .. als damals der tsunami wütete, blieb die börse ruhig .. und nach diesem hurricane spielt alles verrückt .. so ist das eben .. der ami niest, und wir europäer haben influenza ..

wie stand gestern so schön in einer mail bezüglich der benzinpreise aus rotterdam? .. the sky is the limit ..
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Nutzer: Gast_Genie
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geschrieben am: 03.09.2005    um 22:35 Uhr   
(zitat)eines ist jedoch immer wieder hübsch anzusehen .. als damals der tsunami wütete, blieb die börse ruhig .. und nach diesem hurricane spielt alles verrückt .. so ist das eben .. der ami niest, und wir europäer haben influenza ..(/zitat)Naja, ich will ja nicht schon wieder mit dem Thema anfangen, aber du weißt sicher was ich sagen will, wenn ich "35% der Finanzwelt" sage. Das ist das beste Beispiel, um zu sehen, dass das eben NICHT aus der Luft gegriffen ist.
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Nutzer: starchaser
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geschrieben am: 06.09.2005    um 21:40 Uhr   
(zitat)mache ich das geschäft nicht, macht es ein anderer .. (/zitat)

..genau das hat mir auch mal ein henker aus thailand erzählt, kennt ihr euch ? ;-)

(zitat) "35% der Finanzwelt" sage. Das ist das beste Beispiel, um zu sehen, dass das eben NICHT aus der Luft gegriffen ist.(/zitat)

nein, nicht aus der luft, - sondern aus der untersten schublade .. warum schwirren da immer die fliegen rum ? *g
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