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Merkels heile Rentenwelt

Nutzer: manulitole
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geschrieben am: 30.11.2005    um 19:57 Uhr   
Ich habe sie gewählt. Aber Kritik erlaube ich mir trotzdem:

Eine schöne Regierungserklärung gab die frischgebackene Kanzlerin Ängie heut ab. Die Reaktionen aus der Fachwelt waren von hervorragend bis einschläfernd in der Spannbreite. Lob aus der Seite der Verbündeten, Kritik aus der Opposition, wie sich das gehört. Alle notwenigen Bereiche wurden von der neuen Kanzlerin angesprochen, jedem Eckpfeiler sprach sie Mut zu - gemeinsam soll die Baustelle Deutschland und mit vereinten Kräften in 10 Jahren wieder an die Spitze geführt werden. Alles gut und schön, nur in einer Sparte wundere ich mich ganz gehörig über die Regierungserfahrene Grand Dame der deutschen Politik - ihre Rentennaivität.
Da der dritte Lebensabschnitt der Menschen immer länger werde, habe sich Schwarz-Rot entschlossen, die gesetzliche Regelaltersgrenze der Rentenversicherung schrittweise auf 67 anzuheben. Das geschehe erst ab 2012 und dann in kleinen Schritten bis 2035, sagte Merkel. Außerdem gelte: „Wer 45 Pflichtbeitragsjahre erarbeitet hat, kann weiterhin abschlagsfrei mit 65 Jahren in Rente gehen.“ Die Menschen könnten sich rechtzeitig darauf einstellen.

Nun stellt sich die Kardinalfrage: Gibt es überhaupt Arbeit für 67 Jährige? Schon heute zählt ein 45 jähriger Arbeitslose zum alten Eisen und ist kaum noch vermittelbar. Die so langsam in den Schaltstellen aufrückende Generation der Spaßgesellschaftteilnehmer teilt mittlerweile die Arbeit unter sich auf und sie müssen sich anpassen. Denn es gibt immer weniger Arbeit für immer weniger Menschen. Ein 65 jähriger Angestellter in einem Betrieb klingt für mich heute schon wie ein Fossile, ein ausgestorbener Dinosaurier ein längst untauglicher und nicht zu gebrauchender Faktor in der sich immer mehr technologisch fixitierten Arbeitswelt.
Vor 3 Jahren hat ein guter Freund von 45 Jahren ein Marketingseminar (mit der höchstnote 1 und 20 % über den Zweitbesten aus einer Gruppe von 40 Teilnehmern) eine Reihe von Vorstellungsgesprächen innerhalb der Gruppe wahrgenommen. Nach den Noten ist derselbe nicht gefragt worden, sondern nach seinem Alter. Und die fragenden waren höchstens 25 - 30 jährige Berufseinsteiger, Theoretiker, denen eine Verantwortung in die Hand gelegt wurde, weil sie mit Ach und Krach ein Schmalspurstudium wie BWL oder Jura absolviert haben. Gleichaltrige Gleichgesinnte wurden da fernab der Kompetenz bevorzugt. Eine 45 jährige Bekannte aus der Einzelhandelsbranche, sucht verzweifelt einen Job - nach 20 erfolgreicher Berufsjahre geriet ihr Arbeitgeber in die Insolvenz. Sie merkt allmählich, dass ihre Chancen gegenüber jüngeren Mitarbeiterinnen, die längst nicht die Erfahrung, Bewusstsein für Service, Einstellung zum Job etc, haben wie eine ältere Bewerberin, schwinden. Ausschließlich wegen dem Alter. Das ist Alltag und das ist Realität in Deutschland. Fazit: Die jungen Damen und Herren, die den Vorzug vor der Kompetenz bekommen, solllen sich nicht verutn, sie werden sich dumm und dusselig zahlen müssen, um ihre Vorläufer zu erhalten. Ich habe ganz große Zweifel, ob sie obendrein im Rahmen des globalen Wettbewerbs dazu fähig sein werden. Der Merkel, der ich auch zwei Stimmen gab, berürchte ich, fehlt diese Einsicht.
Natürlich müssen auch junge Leute ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt bekommen. Aber in erster Linie muss die Kompetenz vorrang vor allem Anderen haben. Denn sie ist der allerentscheidende Mechanismus im globalen Wettbewerb.
Geändert am 30.11.2005 um 20:06 Uhr von manulitole
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Nutzer: olla
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geschrieben am: 30.11.2005    um 21:51 Uhr   
ich habe sie nicht gewählt - aber es ist nicht entscheidend: jedem, der zur Wahl stand, fehlte die Bodenhaftung. Alle Damen und Herren Politiker sind weitab von jeder Realität - vor allem der Arbeitsmarktrealität. Ihnen geht es nur darum, daß sie ihr Schäfchen ins Trockene bringen - ansonsten reden sie von dieser Thematik wie ein Blinder von der Farbe. Es heißt einfach nur noch: Jeder muß sich selbst der nächste sein - armes Deutschland!
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Nutzer: Robin_Hood
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geschrieben am: 30.11.2005    um 22:54 Uhr   
ich muss ganz ehrlich sagen, ich halte die merkel für eine fähige frau, sie ist nur in der falschen partei und hat falsche ansichten :D
wo wir grad dabe isind. ... die wahlergebnisse haben sehr schön gezeigt, wie unregierbar deutschland ist. bzw. wie wenig alternative e sgibt bzw (wie schon erwähnt) die parteien wirklich nicht viel halt haben.
und was mich als schüler aufregt, ist die cdu, die das lehrerproblem dadurch weggeschafft hat, dass es einfach weniger stunden gibt. juhu, seit der 9. nur noch 3 stunden deutsch/englisch/latein pro woche. hört sich schön an, ist aber faktisch schlecht, denn eine stunde weniger, eine stunde nix gelernt (bitte jetz nich denken, ich bin lerngeil ;) ).
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Nutzer: starchaser
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geschrieben am: 02.12.2005    um 20:53 Uhr   
(zitat)Nun stellt sich die Kardinalfrage: Gibt es überhaupt Arbeit für 67 Jährige? (/(/zitat)

absolut gibt es qualifizierte arbeit en masse, - die keiner bezahlen kann / will.

(zitat)Schon heute zählt ein 45 jähriger Arbeitslose zum alten Eisen und ist kaum noch vermittelbar. (/zitat)

auf der anderen seite steht in fünf bis zehn jahren ein prägnanter mangel an akademikern und technikern zu erwarten, der nur mit hilfe des inzwischen gleich- oder besserqualifizierten auslandes zu decken sein wird.

das alles mag auch an den falschen anreizen liegen. zum einen die manager, die vor 20 jahren anfingen, dieses jugendideal in den büros durchzupeitschen. - inzwischen sind selbst im "gefährlichen" alter und diskutieren ironischerweise mit ihrer angeblich unabkömmlichen "erfahrung". wobei ein qualifizierter diese erfahrung gewiß auch einbringt. deshalb kommen viele mobile arbeitssuchende gerade im europäischen ausland in guten jobs unter.

dann natürlich auch frührente und so zeuchs. heutzutage sind dank medizinischen fortschritts menschen die am längsten lebenden säugetiere, - bis zu 120 jahre sind drin, trotz der selbstverursachten schadstoffe. und wer soll auf dauer das nun bezahlen ? wie du selbst schon sagst : "Die jungen Damen und Herren, die den Vorzug vor der Kompetenz bekommen, solllen sich nicht verutn, sie werden sich dumm und dusselig zahlen müssen, um ihre Vorläufer zu erhalten."
dennoch macht ein marketingseminar noch keinen wirtschaftler aus, - wenn ich das mal so in den raum stellen darf. und wenn die zielgruppe sich nunmal aus jüngeren rekrutiert, dann wird sich das auch im team niederschlagen. a bisserl darf sich der chef auch aussuchen, wem er sein geld anvertraut..*g

(zitat)Die so langsam in den Schaltstellen aufrückende Generation der Spaßgesellschaftteilnehmer teilt mittlerweile die Arbeit unter sich auf und sie müssen sich anpassen. Denn es gibt immer weniger Arbeit für immer weniger Menschen. Ein 65 jähriger Angestellter in einem Betrieb klingt für mich heute schon wie ein Fossile, ein ausgestorbener Dinosaurier ein längst untauglicher und nicht zu gebrauchender Faktor in der sich immer mehr technologisch fixitierten Arbeitswelt(/zitat)

immer weniger bezahlte arbeit, ja. auf der anderen seite wäre es nett zu erfahren, warum ein 65-jähriger "ein längst untauglicher und nicht zu gebrauchender Faktor in der sich immer mehr technologisch fixitierten Arbeitswelt" sein soll ? das mag für zeitlebens schwere körperliche arbeit stimmen, aber die stellt sicher nicht den löwenanteil in einer dienstleistungsgesellschaft.

(zitat)Aber in erster Linie muss die Kompetenz vorrang vor allem Anderen haben. Denn sie ist der allerentscheidende Mechanismus im globalen Wettbewerb.(/zitat)
die deontische autorität wurde abgeschafft ;-) daß man auch ohne kompetenz unbeschadet ganze länder führen kann, ist ja auch schon hinlänglich bekannt. wieso soll es in unternahmen anders sein ?
auch muß kompetenz innerbetrieblich aufgebaut und weitergegeben werden und es werden neue arbeitszeitmodelle nötig. das wären wahrhaft rasante vorstellungen !
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