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Über die verführung von engel

Nutzer: Gast_Schnee
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geschrieben am: 05.12.2004    um 20:32 Uhr   


Engel verführt man gar nicht oder schnell.
Verzieh ihn einfach in den Hauseingang
Steck ihm die Zunge in den Mund und lang
Ihm untern Rock, bis er sich naß macht, stell
Ihn das Gesicht zur Wand, heb ihm den Rock
Und fick ihn. Stöhnt er irgendwie beklommen
Dann halt ihn fest und laß ihn zweimal kommen
Sonst hat er dir am Ende einen Schock.

Ermahn ihn, daß er gut den Hintern schwenkt
Heiß ihn dir ruhig an die Hoden fassen
Sag ihm, er darf sich furchtlos fallen lassen
Dieweil er zwischen Erd und Himmel hängt -

Doch schau ihm nicht beim Ficken ins Gesicht
Und seine Flügel, Mensch, zerdrück sie nicht.


Berthold Brecht
Geändert am 05.12.2004 um 21:36 Uhr von Schnee

Geändert am 05.12.2004 um 21:36 Uhr von Schnee
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Nutzer: starchaser
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geschrieben am: 06.12.2004    um 06:24 Uhr   

und wo bleibt nun der philosophische ansatz ? *g
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Nutzer: DenkMal
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geschrieben am: 06.12.2004    um 10:56 Uhr   
och mensch, starchaser, warst nen Tick schneller *seufz*.
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Nutzer: Gast_sweety0018
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geschrieben am: 06.12.2004    um 11:21 Uhr   
Hat der alte Bert tatsächlich so ein grottenschlechtes Werk verfasst?
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Nutzer: papermoon
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geschrieben am: 06.12.2004    um 13:04 Uhr   
boah .. da hatte aber jemand schlechtes kraut geraucht..
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Nutzer: Gast_Schnee
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geschrieben am: 06.12.2004    um 23:44 Uhr   
ich muss jedes mal lachen, wenn ichŽs mir durchlese - hätte es eigentlich unter "witze" stellen sollen *jepp, is vom berthold*
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Nutzer: Seija
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geschrieben am: 08.12.2004    um 17:33 Uhr   
Also ich find das eigentlich serh schön und man kann da wohl ne Menge rein interpretieren, nicht unbedingt über den Umgang mit Engeln, aber .. naja, ich finds halt schön!
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Nutzer: Gast_Schnee
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geschrieben am: 08.12.2004    um 19:45 Uhr   
eben ausdruckstark *grins*
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Nutzer: Lay
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geschrieben am: 13.12.2004    um 05:11 Uhr   
Wie kann man ein solches Meisterwerk mit so himmelhochschreiender Oberflächlichkeit strafen, eh ?

Herrje, das Wichtige steht selten in blinkenden Buchstaben ÜBER einer Sache..

Was sagt uns der Autor...

Der Autor setzt Engel und Mensch als verschiedenartige Wesen in eine Szenerie und lässt sie interagieren.

Er gibt gradezu eine Anleitung zur "Verführung von Engeln", die sich im späteren Verlauf durch den gewinnenden Grundgedanken des ganzen relativiert.

Der Autor lässt den Engel jungfräulich auftreten. Macht die Notwendigkeit deutlich, ihn innerhalb der Verführung selbst anzuweisen.

Und der Knackpunkt, der Kern der ganzen Sache steckt hier drin:

(zitat)Doch schau ihm nicht beim ***** ins Gesicht
Und seine Flügel, Mensch, zerdrück sie nicht.(/zitat)

"Schau ihm beim ***** nicht ins Gesicht..." - was sagt uns das ? Warum nicht ins Gesicht sehen ? Ist der Engel womöglich zu menschlich in diesem Augenblick ? Was geschieht mit dem Menschen, wenn er dem menschlich gewordenen Wunder ins Angesicht sieht ? Was stirbt dann IM Menschen ? Oder richtet er damit "nur" den Engel zugrunde ?

"Und seine Flügel, Mensch, zerdrück sie nicht."
Das ist der Punkt, an dem sich der gesamte Text um die eigene Achse dreht und der Sinn des ganzen deutlich wird. Der Autor spricht den Menschen als Mensch an. Weshalb explizit ? Der Autor bewegt sich damit regelrecht brutal in die "Gott-Perspektive", distanziert sich von eben diesem Menschen, den er anspricht.

Der Engel ist innerhalb der gesamten Szenerie passiv. Es geht keinerlei Aktivität von ihm aus, der einzig aktiv ist der "Mensch" und dieser wird einerseits gelitten, den Engel anzuweisen, andrerseits wird der Mensch angewiesen, dem Engel nicht ins Gesicht zu sehen und ihm die Flügel nicht zu zerdrücken.

Dieser Interpretation nach geschieht in "Über die Verführung von Engeln" etwas falsches. Wenn man so will, ein Verbrechen, denn durch die Passivität, die demonstrative Junfräulichkeit des Engels wird er wehrunfähig. Dieser Eindruck durchzieht das gesamte Werk. Der Autor selbst fungiert als eine Art "stiller Beobachter" der, nicht fähig einzugreifen, durch Anweisungen allein versucht, Schadensbegrenzung zu üben.

Der Engel wird "Opfer" des in der Situation unbezwingbaren Menschen.
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Nutzer: Gast_Schnee
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geschrieben am: 13.12.2004    um 20:13 Uhr   
*augen rollt*

....
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Nutzer: Seija
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geschrieben am: 14.12.2004    um 13:55 Uhr   
mit rollt
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"Autor"  
Nutzer: Lay
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geschrieben am: 14.12.2004    um 15:11 Uhr   
Wo liegt das Problem, Freunde ? *fg*

Wir sind hier nicht im "Philosophie".

Das da ist aber Poesie, somit also im falschen Forum.

Der einzig vernünftige Grund, es hier rein zu stellen, wäre der Wunsch nach einer Interpretation - da können wir philosophieren.

Und genau die habe ich geliefert.

Andere Interpretationen nehme ich gerne an, aber gegen geistloses "man bist du doof, weil du mich ernst nimmst"-Postings bin ich immun, tut mir leid.
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Nutzer: Seija
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geschrieben am: 14.12.2004    um 16:03 Uhr   
(zitat)Wie kann man ein solches Meisterwerk mit so himmelhochschreiender Oberflächlichkeit strafen, eh ?

Herrje, das Wichtige steht selten in blinkenden Buchstaben ÜBER einer Sache..(/zitat)

Naja, vielleicht versteh ich es ja auch nur falsch, aber zwischen den Zeilen gelesen hast du uns hier irgendwie als "man seid ihr doof" tituliert.
Meinetwegen kannst du interpretieren soviel du willst, aber bitte nicht gleich mit ner Aussage beginnend "Ihr wollt klug spielen, ich zeig euch wie es geht!"

Kann auch sein das ich es falsch interpretiere lächelt aber für andere Meinungen bin ich offen.
Geändert am 14.12.2004 um 16:06 Uhr von seija
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"Autor"  
Nutzer: Lay
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geschrieben am: 15.12.2004    um 03:20 Uhr   
Also insgesamt war das genau so gemeint, wie es da steht, an dich richtete es sich allerdings nicht :)
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Nutzer: Ciarda_Delaya
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geschrieben am: 15.12.2004    um 19:58 Uhr   
Also ich finds ... kicher ... geil weglach


dat Cialein ^^




Man(n), man(n), man(n) jetzt f**** man auch schon Engel krass... wegkuller lol respekt!! :-P
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Nutzer: BohemianVibes
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geschrieben am: 19.03.2005    um 03:25 Uhr   
Nun ließe sich natürlich über die Vergewaltigung eines - meines Erachtens großartigen - Sonetts philosophieren. Oder darüber, ob es sich lohnen würde, überhaupt damit anzufangen...
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"Autor"  
Nutzer: santamarionetta
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geschrieben am: 05.08.2005    um 09:19 Uhr   
Um statt Engel Engels zu schreiben, war Bertchen dann wohl doch etwas zu prüde.
Naja, ich kann's ja verstehen; hätte bestimmt mächtigen Ärger vom Parteiapparat gegeben.....gg
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