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These: Hoher Bildungsgrad = vorurteilsfreie(re)s Handeln und Denken?!

Nutzer: dereloquentius
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geschrieben am: 08.06.2006    um 07:49 Uhr   
Hallo,

was denkt Ihr über folgende These:
Je gebildeter ein Mensch ist, desto vorurteilsfreier ist sein Denken und somit Handeln!?
Je gebildeter ein Mensch ist ( = u.a. selbständiges Denken und logisches Verknüpfen der Gedanken, Informationen und Eindrücke von außen, gepaart mit Empathie), desto größer seine Fähigkeit, Sachverhalte, Probleme und auch Menschen unter Zuhilfenahme mannigfaltiger Sichtweisen zu betrachten.

Meine Erklärung des Begriffs Bildung: Bildung umfasst den Vorgang der Entfaltung, das Bewirken dieser Entfaltung durch Erziehung und Unterricht und ihr Ergebnis (den jeweiligen Grad der Geprägtheit der Persönlichkeit).

Ein Beispiel?
So mancher Bild-Zeitungs-Leser scheint voll mit Vorurteilen und ist womöglich nicht in der Lage, über seinen "intellektuellen Tellerrand" zu sehen, da er nur eine Quelle (vermeintliche!!!) zur Meinungsbildung nutzt.

Ich differenziere durchaus durch bewußtes Wählen meiner Worte und verfange mich nicht in Verallgemeinerungen.

Das Forum und der Chat bietet m.E. eine wunderbare Plattform, o.g. These zu diskutieren.
Ich bin gespannt, ob eine Diskussion entsteht und wer was antworten wird.

Gerne bin ich auch bereit, mich im Chat selbiger zu stellen in einem Dialog.

Greets
Eloquentius
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Nutzer: Celeste_
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geschrieben am: 08.06.2006    um 09:01 Uhr   
Zitat von: dereloquentius


Meine Erklärung des Begriffs Bildung: Bildung umfasst den Vorgang der Entfaltung, das Bewirken dieser Entfaltung durch Erziehung und Unterricht und ihr Ergebnis (den jeweiligen Grad der Geprägtheit der Persönlichkeit).

Bildung mag sicherlich eine Voraussetzung dafür sein. Wie ist es aber mit dem, was man unter "Emotionaler Inteligenz" versteht?


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Nutzer: Gast_Genie
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geschrieben am: 08.06.2006    um 09:07 Uhr   
Zitat von: dereloquentius
Je gebildeter ein Mensch ist ( = u.a. selbständiges Denken und logisches Verknüpfen der Gedanken, Informationen und Eindrücke von außen, gepaart mit Empathie), desto größer seine Fähigkeit, Sachverhalte, Probleme und auch Menschen unter Zuhilfenahme mannigfaltiger Sichtweisen zu betrachten.
Diese These ist durchaus korrekt, wenn man das Wort Bildung mit Intelligenz (vorallem mit der sozialen) in Einklang bringt. Ein hohes Maß an Bildung oder Intelligenz bringt alleine nichts.

Vorurteile entstehen nicht nur durch Unwissen, sondern auch durch eigene Erfahrungen & Meinungen. Deshalb ist die 1. These nicht wirklich richtig. Ein umfangreiches Wissen mag dazu beitragen, dass man weniger Vorurteile hat und diese nicht blind von der allgemeinen Gesellschaft annimmt. Das mag sein. Aber deshalb ist ein gebildeter Mensch noch lange nicht frei von blinden Vorurteilen!
Dummheit frisst, Intelligenz säuft, das Genie macht beides.
  TopZuletzt geändert am: 08.06.2006 um 22:56 Uhr von Genie
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Nutzer: starchaser
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geschrieben am: 08.06.2006    um 21:29 Uhr   
bildung hat genialerweise nichts zu tun mit wissen oder intelligenz. es geht dabei auch nicht darum, ob bildung "etwas bringt". wie auch immer das gemeint sein mag. knackpunkt von bildung ist lediglich die konfrontation mit echten vorbildern.

(zitat)Je gebildeter ein Mensch ist, desto vorurteilsfreier ist sein Denken und somit Handeln!?(/zitat)

da toleranz und aufgeschlossenheit zu den klassischen bildungszielen gehört und toleranz keine vorurteile duldet (intolerant ist ..), dürftest du zu 100 prozent recht haben @ eloq
aber : das lesen der bild-zeitung kann nicht unbedingt als ungebildet gewertet werden kann. genau hier haben wir schon ein vorurteil. und daß jenes blatt ganz offensichtlich ein meinungsbildner ist, daran ist leider nicht zu rütteln. ein scheitern des bildung-ssystems ? kaum, - denn die zeitungen berichten ja auch "nur" das, was VIPs und politiker vorgeben ...

auch der EQ ist letzten endes eines der aufklärerischen bildungsziele.
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Nutzer: Gast_Genie
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geschrieben am: 08.06.2006    um 21:58 Uhr   
Zitat von: starchaser
bildung hat genialerweise nichts zu tun mit wissen oder intelligenz.
Lach. Wenn das so wäre, dann könnte ich dir doch ein hohes Maß an Bildung zugestehen. Da das aber schlichtweg mal wieder einfach nur Quatsch ist, wird daraus wohl nix.

Liest du dir deinen eigenen Müll eigentlich ab und an auch nochmal durch?
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Nutzer: Gast_sweety0018
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geschrieben am: 08.06.2006    um 22:10 Uhr   
Apropos durchlesen.

Der letzte Satz in deinem vorgehenden Posting.

Fehlt da nicht was?
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Nutzer: Gast_Genie
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geschrieben am: 08.06.2006    um 22:58 Uhr   
Vielen Dank Süße für den Hinweis. :-s

Auch wenn das Durchlesen selbstredend inhaltlich gemeint ist/war, was auch einem Studenten einleuchten sollte. /fg
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Nutzer: olla
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geschrieben am: 09.06.2006    um 09:56 Uhr   
hallo elo;-)
ich denke, deine these ist eine solche . nicht mehr und nicht weniger. Bildung ist für mich, wie man andere Menschen wertet, achtet und behandelt. Vorurteilsfrei ist wohl kaum jemand, weil wir alle unsere Grenzen haben;-),...und genau das macht uns halt so menschlich - und ob ich nun die bildzeitung lese oder die wirtschaftswoche (in der öffentlichkeit), das liegt wohl eher daran, wie ich mich selber darstelle....*g...ich kenne viele intelligente menschen, die abends im garten ihre bild lesen.......und ich mag sie trotzdem. vielleicht solltest du mal drüber nachdenken......daß man nur mit dem herzen gut sieht, weil das wesentliche dem auge verborgen bleibt;-) ....wie wahr...wie wahr..in diesem sinne...alles gute...elo;-)
ansonsten hatten wir das alles schon mal:Beitrag:kann bildung das selbstbewußtsein beeinflussen.....und ähnliches.....fg
  TopZuletzt geändert am: 09.06.2006 um 10:21 Uhr von olla
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Nutzer: prof.mastram
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geschrieben am: 20.06.2006    um 16:47 Uhr   
These hin oder her...
Bildung und Intelligenz sind die eine Seite, aber Erziehung und soziales Umfeld sowie die gesellschaftliche Integration des Individuums sind ebenfalls Faktoren, die man nicht ausser Acht lassen sollte bei der Beurteilung von Menschen nach ihren Vorurteilen...
ein paar Beispiele:
ein Rechts bzw. Linksradikaler (politisches Vorurteil)
Rassisten und Anti-Semiten (kulturelles Vorurteil)
Leute, die gegen Asoziale sind (gesellschaftliches Vorurteil)

alle Individuen, die in die Kategorien passen, könnten entweder die "Bild" lesen oder die "FAZ". Der Bildungsgrad und IQ könnte bei allen unterschiedlich sein.

Ich bin der Meinung, dass Vorturteile nicht nur durch konsequente Aufklärung abgebaut werden können, sondern auch durch ein beispielhaftes Vorangehen der Gesellschaft, in der wir leben... zum Bsp. hinkt immernoch die kulturelle Integration von Ausländern durch unsere veralteten Gesetze... der Islam zum Bsp. ist eine weltweit offiziell anerkannte Religion, nur in Deutschland nicht... da ist er nur geduldet, weil wir ja uns multikulti nach aussen hin geben müssen... in diesem Fall geht der Staat nicht mit gutem Beispiel voran gesellschaftliche Vorurteile abzubauen... und ich bin mir sicher, dass dies nicht ein Einzelfall ist...

*prof*
  TopZuletzt geändert am: 20.06.2006 um 16:48 Uhr von prof.mastram
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Nutzer: RasPutina
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geschrieben am: 20.06.2006    um 22:00 Uhr   
Zitat von: starchaser
das lesen der bild-zeitung kann nicht unbedingt als ungebildet gewertet werden kann
das lesen allein nicht, aber dereloquentius bezog das sicher auf glauben und lesen. und das die BILD gequirlte Rotze schreibt, ist kein vorurteil sondern leider wahrheit.
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Nutzer: Daimaju
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geschrieben am: 21.06.2006    um 22:54 Uhr   
Zitat von: dereloquentius
Meine Erklärung des Begriffs Bildung: Bildung umfasst den Vorgang der Entfaltung, das Bewirken dieser Entfaltung durch Erziehung und Unterricht und ihr Ergebnis (den jeweiligen Grad der Geprägtheit der Persönlichkeit).
Mal ganz davon abgesehn, das deine Erklärung 100% mit dem Text ausem "Das moderne Lexikon" von Bertelsmann übereinstimmt und du super geschwollen daherkommst (ob Feststellung oder Vorurteil sei mal dahingestellt) behaupte ich mal, dass du hier ein Thema anschneidest, was doch etwas zu komplex ist um es hier zu diskutieren.

Welchen Beitrag ich zum Thema wirklich lesenswert fande ,war der von prof.mastram. Ich wünschte mir ich könnte meine Gedanken zum Thema so ausdrücken wie er/sie.

Meiner Meinung nach kann man Bildung an nichts ausmachen, denn niemand entspricht ein Bildungsideal...egal welche Faktoren man dort einbinden möchte. Defizite gibt es immer und über all, Wissenslücken sowieso und was sind Vorurteile etc, wenn nicht Wissenslücken? Von daher, was ist Bildung?....Hier sind wir am Punkt angekommen, wo wir uns fragen könnten was man mit Bildung betiteln möchte, was nicht und ob Bildung was mit Vorurteilen zutun hat.

So nachdem ich mich nun selbt verwirrt habe und meinen eigenen Beitrag konfus finde mach ich hier mal schluss.

Verdammt, der Text vom Prof war richtig gut
Daim
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Nutzer: Celeste_
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geschrieben am: 24.06.2006    um 10:23 Uhr   
Gibt es eigentlich auch noch den Verfasser des Threads?
Diskussion ist nicht nur These und Antithese, sondern auch Interesse an selbigen
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Nutzer: zarteStille
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geschrieben am: 25.06.2006    um 11:35 Uhr   
Zitat von: Celeste_
Gibt es eigentlich auch noch den Verfasser des Threads?
Diskussion ist nicht nur These und Antithese, sondern auch Interesse an selbigen
ne ne ne …so aber nicht, Celeste!! Du solltest den genauen Worten des Beitragseröffners schon etwas mehr Aufmerksamkeit schenken. ;-) Er schrieb nirgendwo, daß er HIER darüber diskutieren möchte.

Ich denke, es ist nur ein plumpe Anmache um dich (oder jemand anderen) in sein Sep zu locken /fg
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Nutzer: TomWelles
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geschrieben am: 25.06.2006    um 11:55 Uhr   
Je gebildeter, desto vorurteilsfreier?!

Eine Frage: Welcher Abiturient denkt nicht hin und wieder (oder vielleicht immer), dass ein Haupt- oder Realschüler etwas minderwertigeres als er selbst ist?

"Anständigkeit ist die Verschwörung der Unanständigkeit mit dem Schweigen." George Bernard Shaw
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Nutzer: Steven
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geschrieben am: 25.06.2006    um 14:11 Uhr   
Zitat von: TomWelles
Eine Frage: Welcher Abiturient denkt nicht hin und wieder (oder vielleicht immer), dass ein Haupt- oder Realschüler etwas minderwertigeres als er selbst ist?
Schon mal gefragt, warum die das so sehen? Weil sie es in der Schule nicht anders beigebracht bekommen. Wie oft ich das in der Abi-Klasse gehört habe, dass man etwas besseres in der Gesellschaft ist, weil man Abi macht/schafft, das ist schon unter aller Sau.

Aber wen juckts. Der Großteil dieser Abiturienten fallen danach wieder genauso auf die Schnauze wie der Rest auch. Denn, ob Abi oder nicht, wer nicht studiert, stellt sich genauso hinten an, was Ausbildungen & Co. betrifft, wie alle anderen auch.
Reden ist Silber, Schweigen ist Gold, meine Ausführungen sind Platin.
  TopZuletzt geändert am: 25.06.2006 um 14:12 Uhr von Steven
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Nutzer: TomWelles
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geschrieben am: 25.06.2006    um 14:46 Uhr   
Die Frage richtete sich auch nicht nach dem warum, sondern der Tatsache, dass Elos These falsch ist. Über das Warum und Wieso muss man nicht philosophieren, das weiß man doch.
"Anständigkeit ist die Verschwörung der Unanständigkeit mit dem Schweigen." George Bernard Shaw
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Nutzer: RasPutina
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geschrieben am: 29.06.2006    um 10:52 Uhr   
Ich hab Abitur und ich studiere.
Ich hab einen Freund, der Hauptschulabschluss hat und ne Ausbildung. Aber deswegen sehe ich weder ihn noch andere, die einen ähnlichen "Status" (ich nenns jetzt mal so, weil mir dazu nichts besseres einfällt) haben, als niederrangig an.

Ich habe großen Respekt vor den Arbeitern der Gartenfirma, bei denen ich Praktikum gemacht hab. Klar, ich werd mal mehr Geld verdienen als sie, die sich den Buckel krumm schuften, aber werde ich je den Erfahrungsstand erreichen wie sie? Ich als angehende Landschaftsarchitektin werde immer das Urteil der Arbeitskräfte beachten, die viel mehr Erfahrung mit dem Medium, das wir beide bearbeiten, haben.

Ich hab trotzdem Vorurteile. Aber die behalt ich einem anderen Menschen gegenüber für mich selbst.
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Nutzer: Gast_sweety0018
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geschrieben am: 29.06.2006    um 12:10 Uhr   
"Bildung ist wichtig, vor allem wenn es gilt, Vorurteile abzubauen.
Wenn man schon ein Gefangener seines eigenen Geistes ist, kann man
wenigstens dafür sorgen, daß die Zelle anständig möbliert ist."

(Sir Peter Ustinov)
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Nutzer: Gast_busenwunder26
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geschrieben am: 10.07.2006    um 08:09 Uhr   
hoffentlich hat elo der teufel geholt, und er verschont uns mit seinen arroganten irrtümern /fg

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Nutzer: Out
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geschrieben am: 10.07.2006    um 09:27 Uhr   
Zitat von: prof.mastram
ein Rechts bzw. Linksradikaler (politisches Vorurteil)
Rassisten und Anti-Semiten (kulturelles Vorurteil)
Leute, die gegen Asoziale sind (gesellschaftliches Vorurteil)

es gibt auch vorurteile die uns gesellschaftlich, medial und politisch vorgeschrieben sind:

rechte gelten pauschal immer als dumm, brutal, verlogen, versoffen und und ungebildet. es wird auch nicht zwischen rechts, rechtskonservativ und rechtsradikal unterschieden.

ausländer, es werden immer neue wortkreationen erfunden (mitbürger mit migrationshintergrund uä) um deren anständigkeit, fleiß und strebsamkeit zu unterstreichen.

juden gelten in deutschland verständlicherweise immer als unschuldig, ohne jegliche fehler und als immerwährend verfolgt. selbst wenn einem ein ausrutscher passiert braucht er sich nur zu entschuldigen und es geht weiter mit seiner karriere.

usw.

um gebildet und intelligent zu gelten muss man sich diesen vorurteilen bedienen. wer nur an einen dieser dogmen kritik übt oder "objektiv" sein will, wird gebrandmarkt und verliert seinen status als gebildet und wird nicht mehr zu "pluralistischen" diskussionsrunden im tv eingeladen. es ist teilweise pervers, wer sich einer dieser vorurteile bedient gilt er schon als intelligent (obwohl er vielleicht sein hirn weggespritzt hat) und wenn er es, wie im fernsehen schon tausendmal vorgekauten schönen worten äußeren kann gilt er schon als gebildet.
vor jahren waren diese beispiele noch extremer, aber der massstab gilt heute auch noch.

die moral der geschichte ist: wer als gebildeter und intelligenter mensch gelten will und ruhig, zufrieden leben möchte muss sich für die öffentliche meinung auch vorurteile aneignen. (wenn sie jemand perfektioniert, kann man sogar damit gutes geld als moralapostel und als totale wissenskompetenz der verdienen)
  TopZuletzt geändert am: 10.07.2006 um 09:29 Uhr von Out
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Nutzer: Lupe
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geschrieben am: 10.07.2006    um 12:11 Uhr   
Hallo sweety 0018,
Dieses Zitat stammt auch von Sir P. Ustinov:
"Gott hat gesagt, liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst. Er kannte meinen Nachbarn nicht"
Ob er wohl Vorurteile gegen seinen Nachbarn hatte ? Meiner Meinung nach ist kein Mensch vorurteilsfrei. Richtig beurteilen kann man Menschen erst dann, wenn man sie richtig kennt.Doch wer hat schon immer soviel Geduld?
Gut dass wir mal darüber gesprochen haben
  TopZuletzt geändert am: 10.07.2006 um 12:19 Uhr von Lupe
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Nutzer: inna
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geschrieben am: 10.07.2006    um 14:43 Uhr   
Neulich in einer Apotheke:

Ich wurde von einer Helferin bedient, während neben mir eine junge Frau mit dem Apotheker redete. Ich bekam mit, was sie erklärte: ihre Kusine habe sich ebenfalls schon erkundigt, aber der Apotheker habe dieser wohl nur mit den Fingern Zeichen gegeben, dass etwas 10 Euro kosten würde. Die Kusine trage zwar ein Kopftuch, könne aber hervorragend deutsch.
Die Reaktion des Apothekers war nicht etwa eine Entschuldigung!
Nein, er sagte barsch, dass 80% der kopftuchtragenden Frauen nun mal kein Deutsch sprächen und er es deshalb lieber gleich mit den Fingern zeige.

Ich erinnerte mich an diesen Forumsbeitrag und sagte im Hinausgehen, dass hier einmal mehr offensichtlich würde, dass ein hoher Bildungsgrad nicht vor Vorurteilen schütze.

Ein ziemlich dummes Gesicht des Herrn Apothekers und ein breites Lächeln der türkischen Frau waren die Reaktion.

*inna
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Nutzer: Out
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geschrieben am: 10.07.2006    um 15:31 Uhr   
Zitat von: inna
Neulich in einer Apotheke:

Ich wurde von einer Helferin bedient, während neben mir eine junge Frau mit dem Apotheker redete. Ich bekam mit, was sie erklärte: ihre Kusine habe sich ebenfalls schon erkundigt, aber der Apotheker habe dieser wohl nur mit den Fingern Zeichen gegeben, dass etwas 10 Euro kosten würde. Die Kusine trage zwar ein Kopftuch, könne aber hervorragend deutsch.
Die Reaktion des Apothekers war nicht etwa eine Entschuldigung!
Nein, er sagte barsch, dass 80% der kopftuchtragenden Frauen nun mal kein Deutsch sprächen und er es deshalb lieber gleich mit den Fingern zeige.

Ich erinnerte mich an diesen Forumsbeitrag und sagte im Hinausgehen, dass hier einmal mehr offensichtlich würde, dass ein hoher Bildungsgrad nicht vor Vorurteilen schütze.

Ein ziemlich dummes Gesicht des Herrn Apothekers und ein breites Lächeln der türkischen Frau waren die Reaktion.

*inna
ich habe einen supermarkt während des studiums gearbeitet. das käuferklientel war großteils nicht-deutscher herkunft. vor allem die verschleierten frauen bewiesen nicht gerade größte deutschkenntnisse aber den größten wissensdurst was die preise im einzelnen kosten, obwohl es überall gekennzeichnet war - wenn das produkt zu teuer war, wurde erst nach nichtverständlichen handeln die ware an der kassa zurückgelassen.
irgendwann sprach auch ich gewohntheitsmäßig zu deutschen kunden in "ausländerdeutsch", so etwa: "das kosten ein euro neun neun" und nahm die finger zu hilfe. also dieser fall des apothekers hat nix mit vorurteilen zu tun, sondern eher mit gewohnheit aufgrund allgemeiner erfahrungen des täglichen lebens eines verkäufers.
  TopZuletzt geändert am: 10.07.2006 um 15:33 Uhr von Out
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Nutzer: RasPutina
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geschrieben am: 12.07.2006    um 10:24 Uhr   
vielleicht sollte man sich auch mal die Frage stellen, ob ein "Vorurteil" wirklich so vollkommen schlecht ist, wie das Wort vermuten lässt. Auf der Ebene der emotionalen Intelligenz nämlich, die hier angesprochen wurde, bilde ich mir eigentlich recht schnell meine "Vorurteile" (sprich: ein Urteil über jemanden, den ich noch nicht richtig persönlich kenne). Nämlich ein Urteil darüber, ob ich mit diesem Menschen auskomme oder nicht. Dazu muss ich ihn dann auch nicht näher kennenlernen, eine erste Sympathie oder Antipathie stellt sich meist sofort ein.
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"Autor"  
Nutzer: sowasvonschlau
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geschrieben am: 13.07.2006    um 23:07 Uhr   
ich antworte mal mit einem klaren "nöööö"
weiß nich ob jemand josef mengele kennt, hoch gebildet ohne frage, aber nich so ganz vorurteilsfrei ^^
aber um mal vom krassen beispiel ein wenig wegzukommen, behaupte ich frecherweise einfach mal das sich alles und jeder, egal wie gebildet, polarisieren lässt.
Ob nun durch Patriotismus, Nationalismus oder wie das noch alles heißt, bildung macht gegen voruteile nicht resistent. Der festen überzeugung bin ich einfach mal und genug beispiele in vergangenheit und gegenwart gibts dazu auch, wer noch mehr will kann sie gerne haben.
jetz kann man mir natürlich vorwerfen "ja das das nich für alle zutrifft das is klar aber schon für die meisten" aber da kann man dann auch nich mehr drüber diskutieren, da hilft nur noch feldforschung *g*


*winkt*
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"Autor"  
Nutzer: prof.mastram
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geschrieben am: 17.07.2006    um 03:55 Uhr   
hmmm, vor ein paar Wochen musste ich mal zwei grosse Kühlschränke in den 4. Stock schleppen... mitten irgendwo in Berlin...*gg Die Person, die diese Kühlschränke bekommen sollte, war eine arabische Muslimin, die mehr als zehn Jahre mit einem deutschen Zahnarzt verheiratet war. Der Typ hat sie mit 5 kleinen Kindern sitzen gelassen und hat sich aus dem Staub gemacht... warum auch immer...
Ich hab mich mit der Frau unterhalten, in deutsch natürlich, da ich ja kein arabisch kann.
Dabei habe ich etwas feststellen müssen, dass zwar wenig mit diesem Thema zu tun hat, aber einer der Ursachen dafür sein könnte, warum der Bildungsgrad nicht unbedingt vor Vorurteilen schützt...

Trotz ihrer Deutsch-Kenntnisse und ihres Bildungsgrades zog die Frau es vor mit ihren Kindern in alt-bewährter arabischer Tradition in Berlin ihr Dasein ohne ihren Mann fortzuführen.
Vielleicht hat sie ja Anpassungsschwierigkeiten, dachte ich zuerst, doch ich hatte dieses Phänomen auch schon bei meiner eigenen Frau bemerkt, die ja auch Araberin ist...
Ich hab mich darüber gewundert, dass trotz Bildungsgrad und guter Sprachkenntnisse, Vorurteile bewusst aufrechterhalten oder neu geschürt werden, indem man an veralteten Traditionen weiter festhält, anstatt sie zeitgemäss anzupassen oder schlichtweg zu vergessen...

"... und machst du nicht, was Familie sagt, dann komm ich mit Ali und mach dich tot...", sprach der große türkische Bruder zur kleinen Schwester, die lieber mit ihren deutschen Freund zusammenbleiben wollte....


*prof*
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