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Stage migration

Nutzer: zarteStille
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geschrieben am: 30.06.2006    um 23:59 Uhr   
Auf der Suche nach Paradoxa bin ich bei wikipedia gerade über folgenden Artikel gestolpert:

Stage migration oder das Will-Rogers-Phänomen ist ein Effekt in der Mittelwertbildung von Gruppen: Durch einen Wechsel eines Elements von einer zur anderen Gruppe kann der Mittelwert in beiden Gruppen steigen, während gleichzeitig die Einzelwerte sinken können (oder umgekehrt).

Statistiker sprechen hier manchmal lakonisch von einer kriminellen (Daten-)Vereinigung.

Benannt wurde er nach Will Rogers (Humorist und Philosoph), der meinte: When the Okies left Oklahoma and moved to California, they raised the average intelligence level in both states. (Als die Einwohner von Oklahoma nach Kalifornien umzogen, hoben sie den mittleren Intelligenzquotienten in beiden Staaten an.)


Beispiel:

In der Gemeinde A-Dorf haben die Bewohner ein Durchschnittseinkommen von 2,5 Talern, die in B-Dorf 7 Taler. Zieht Herr X aus B-Dorf mit einem Einkommen von 5 Talern nach A-Dorf, erhöht sich in beiden Dörfern das Durchschnittseinkommen, da

* Herr X in B-Dorf mit seinem geringen Einkommen den Durchschnitt nach unten zog, und
* in A-Dorf durch sein überdurchschnittliches Einkommen nach oben.


Klingt logisch, nur habe ich mir darüber bisher nie Gedanken gemacht.

Nun stelle ich mir die Frage, ob man solche Mittelwertbildungen nicht auch bei Statistiken in der Wirtschaft oder Politik mißbrauchen kann.

Könntet ihr euch das vorstellen oder eventuell sogar konkrete Beispiele nennen?
  TopZuletzt geändert am: 01.07.2006 um 00:18 Uhr von zarteStille
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Nutzer: Daimaju
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geschrieben am: 01.07.2006    um 00:21 Uhr   
Es wird doch schon fast so gemacht.

Polnische Gastarbeiter ackern sich bei uns fürn Apfel und nen Ei den Bückel krumm und schickt das verdiente Geld nach Hause.

Also drück er somit bei uns den "Wohlstand" indem er andere Leute zwingt für noch weniger zu arbeiten und hebt zuhause den Standart, da er wesendlich mehr Kohle ins Land schaft.

Keine neue Sache;)

Daim
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Nutzer: zarteStille
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geschrieben am: 01.07.2006    um 00:51 Uhr   
Danke für deine Antwort, Daim


Natürlich merke auch ich, daß die Löhne hier aufgrung der "Billiglohnarbeiter" sinken. Und es war mir auch klar, daß der Gastarbeiter einen Teil seines verdienten Geldes in seiner Heimat investiert.

Aber eigenlich müßte man mein Beispiel anders herum anwenden.

Gehe ich davon aus, daß die Deutschen eine höheres Durchschnittseinkommen haben als die Polen, dann müßten Deutsche (mit einem geringen Einkommen) nach Polen ziehen. Und beiden Ländern würde es besser gehen ;-)



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Nutzer: prof.mastram
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geschrieben am: 12.07.2006    um 17:42 Uhr   
Lohnnebenkosten für deutsche Arbeiter senken bei gleichbleibenden oder leicht erhöhtem Lohneinkommen und allgemein die Steuern an sich senken würden auch schon ausreichen, damit unsere Wirtschaft sich ein wenig erholen kann... *gg :-)
Nur weil ich weniger verdiene heisst das noch lange nicht, dass ich nach Ausland ziehen muss, wo ich Gefahr laufe noch weniger zu verdienen als jetzt...

@zarteStille,

heisst das nu, dass die Okies, die nach Kalifornien gezogen sind, dümmer waren als die Okies, die in der Heimat geblieben sind bzw. dass die Okies, die nach Kaliornien gezogen sind, schlauer als Kalifornier selbst sind? ;-)

*prof*
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