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Ahnenforschung

Nutzer: zarteStille
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geschrieben am: 22.07.2006    um 21:51 Uhr   
Hallo,

heute oute ich mich hier mal mit einem meiner Hobbies: Ahnenforschung.

Ich weiß, hört sich wahrscheinlich für viele ziemlich trocken und langweilig an. Ist es aber nicht! Man erfährt viel über Land und Leute, über die Geschichte der einzelnen Städte usw.

Gibt es hier in Chatworld noch jemanden außer mir, der sich dafür interessiert?

Oder falls jemand damit beginnen möchte, stehe ich ihm jederzeit gern mit Tips und Ratschlägen zur Seite.

liebe Grüße von
der Stillen
  TopZuletzt geändert am: 22.07.2006 um 21:54 Uhr von zarteStille
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Nutzer: RasPutina
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geschrieben am: 23.07.2006    um 14:43 Uhr   
forschst du nach der Geschichte der Städte deiner Ahnen? oder allgemein. Ahnenforschung heißt doch eigentlich nach seiner Vergangenheit suchen, oder?

Mich interessiert ganz besonders, wie die Namen der Städte und Orte entstanden sind und die Entwicklung der Sprache (Europa und deutsche Dialekte)
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Nutzer: prof.mastram
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geschrieben am: 24.07.2006    um 01:08 Uhr   
ich hab auch schon mal nach meinen Ahnen geforscht und bin auf Ursprünge gestossen, die bis ins späte Mittelalter hinabreichen... ich fand das echt lustig, zumal ich auch ein so genanntes Familienwappen aus dem 17.Jhdt. gefunden habe, dass meiner Sippschaft angehörte...*gg Dank Internet und Google :-)
Nun, ich bin soweit gegangen, dass die erste Besiedlung meiner Heimat durch die Semnonen stattfand, die später durch die Heveller verdrängt wurden... man hat sogar Ausgrabungen in unserer näheren Umgebung gemacht und uralte, ca. 5000 Jahre alte, Holzburgen gefunden, die dann im Laufe der Jahre restauriert wurden und die man heute besichtigen kann...
also, Ahnenforschung ist nicht immer langweilig, doch wenn man sowas ständig machen müsste, denke ich schon, dass dies auf Dauer langweilig sein kann... ;-)

c ya next,

*prof*
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Nutzer: Celeste_
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geschrieben am: 24.07.2006    um 09:46 Uhr   
Ich habe das mal vor vielen Jahren gemacht und fand es schon sehr spannend. Teilweise habe ich selbst alte Kirchenbücher gewälzt, teilweise - wg. entfernteren Orten - jemanden beauftragt.

Diese alten und manchmal komplet unleserlichen Schriften zu sehen, war irgendwie.....ergreifend. Die Vergangenheit (nicht nur die meiner Vorfahren) bekam soviel Realität. Alle Geburts- und Sterbedaten, die Tauf- und Hochzeitseinträge.....hinter jedem stand ein Leben, eine Geschichte, Liebe, Leid, alles, was dazugehört.
Ich kam leider nur bis etwa 1700, weil meine Ahnen einfache Leute waren und schon mal die Gegend wechselten. Als Resultat dieser Forschung, bekam mein Sohn (er ist adoptiert) einen Beinamen, der typisch für diese Familie ist und ansonsten ziemlich unbekannt. So konnte ich ihn aufnehmen und mit meiner Familie verbinden.

@ zarte Stille

Vielleicht ist dir mal ein Ausdruck begenet, üvber den ich seit Jahren grüble:
Einer meiner Vorfahren ist an Stöcken gestorben. Ich konnte bis heute nicht herausbekommen, was damit gemeint ist. Hast du eine Idee?
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Nutzer: jashirah
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geschrieben am: 24.07.2006    um 13:50 Uhr   
@stille
ich habe schon lange den wunsch meine eigenen ahnen zu erforschen aber bin bis jetzt durch zeitmangel nicht dazu gekommen. ich habe nur spaßeshalber mal bei google nach homepages gesuchtdie mir weiterhelfen könnten wenn es soweit ist. nun habe ich zeit dazu und lese diesen thread (wenn das kein zeichen ist *gg*). wo würdest du sagen soll ich mich zuerst hinwenden? die erste schritt oder die erste anlaufstelle wären mir schon eine große hilfe.

lg jashi
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Nutzer: prof.mastram
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geschrieben am: 24.07.2006    um 14:46 Uhr   
@celeste_,

hmmm, deine Bezeichnung "...an Stöcken gestorben..." könnte ne symbolische Bedeutung für eine Krankheit haben, die entweder Rheuma oder Arthrose oder aber auch ne Meniskus-Verletzung gewesen ist, die zudem noch infektiös gewesen sein konnte....
in allen Fällen geht man sozusagen "am Stock".

andere These wäre noch ein ausgesprochen hohes Alter der Person, so dass sie aufgrund des fortgeschrittenen Alters bereits so schwach war, dass sie "...an Stöcken gehen" musste...
Vielleicht starb die Person sogar in einem hohen Alter...?

Unter GenWiki gibts ein Lexikon von altdeutschen Krankheitsbezeichnungen mit tausenden von Begriffen, jedoch deine Bezeichnung "..an Stöcken sterben..." war nicht mit dabei...

"Link


ich vermute auch, dass das eine Folgeerscheinung eines schweren Unfalls gewesen sein könnte, wobei die Person vielleicht beide Beine gebrochen hatte oder querschnittsgelähmt war... Durch den Unfall und die Aussicht auf die geringen Heilungschancen zu damaliger Zeit konnte das Immunsystem derart in Mitleidenschaft gezogen worden sein, dass sich die Person nie von dem Unfall erholt hatte und daran starb...

naja, das sind zwar alles Vermutungen, aber eine wird wahrscheinlich zutreffen, ich bräuchte mehr input...*gg :-)

*prof*
  TopZuletzt geändert am: 24.07.2006 um 15:03 Uhr von prof.mastram
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Nutzer: zarteStille
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geschrieben am: 24.07.2006    um 21:00 Uhr   
Hallo zusammen,

freut mich, daß hier doch einige Interesse daran haben!

RasPutina

Eigentlich forsche ich nur nach meinen Ahnen. Aber nur Namen und Zahlen sind etwas langweilig. Also möchtest du auch irgendwann erfahren, wie und wo sie gelebt haben. Und dann erfährst du zwangsläufig etwas über Geschichte und Heimatkunde.
Manchmal sind die Daten auch nicht so einfach über Kirchenbücher zu erfahren und man muß andere Wege einschlagen um an Namen und Daten zu kommen.


profmastram

keine Ahnung, ob es auf Dauer irgendwann langweilig werden würde. Bei mir ist es auch nur ein Hobby dem ich hin und wieder meine Zeit widme. Und in den letzten 10 Jahren hat es mich nie gelangweilt (obwohl ich natürlich immer mal wieder längere Pausen einlege).

Celeste

Mir ging es genau so wie dir. Ich war anfangs auch völlig fasziniert von den alten Kirchenbüchern. Dazu kam noch (das wußte ich vorher nicht), daß ein Teil meiner Familie schon seit mindestens 700 Jahren an dem gleichen Ort lebte in dem ich heute immer noch wohne. Heute ist es der Stadtteil einer großen Stadt, damals war es ein kleines Dorf bzw. noch früher nur eine kleine Höfegruppe

Leider habe ich diesen Begriff „an Stöcken“ auch noch nirgends gehört bzw. gelesen. Könnte es sein, daß es einfach unleserlich geschrieben war und „an Pocken“ heißt?Oder an den Flecken? Damit sind entweder Röteln (manchmal auch Masern), Pestflecken oder Aussatz gemeint. Die Schrift in den Kirchenbüchern ist nämlich manchmal zum Haareraufen ;-)
Ich habe diese Frage aber trotzdem mal in ein Genealogie Forum gestellt. Vielleicht weiß dort jemand eine Antwort darauf. Dann werde ich sie gern an dich weitergeben!

Liebe Grüße
die Stille


  TopZuletzt geändert am: 24.07.2006 um 21:38 Uhr von zarteStille
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Nutzer: zarteStille
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geschrieben am: 24.07.2006    um 21:25 Uhr   
@jashira

Der Anfang ist ganz einfach. Du fragst Deine Eltern, Großeltern und Urgroßeltern (falls sie noch leben) nach allem was du über noch lebende oder auch verstorbene Verwandte erfahren kannst. Wichtig sind bei Personen die Geburts-, Heirats- und Sterbedaten sowie die dazugehörigen Orte. Aber auch kleine Geschichten oder Anekdoten können später evtl. mal sehr hilfreich bei der Suche sein und außerdem geben sie deiner Ahnenforschung ein schöneres "Gesamtbild".

Wenn du durch Nachfragen in der Verwandtschaft nicht mehr weiterkommst, schreibst du von den ältesten direkten Nachfahren (Großeltern oder Urgroßeltern) die zuständigen Standesämter der jeweiligen Orte an. Oder, wenn du Daten aus dem 19. Jahrhundert hast, die entsprechenden Kirchen/Pfarren (Pfarrbüro) an. Über die direkte Linie bekommst du immer problemlos Auskunft (also Eltern, Großeltern, Urgroßeltern usw.). Oft kostest dieses nichts, manchmal wird eine minimale Gebühr erhoben.

Um erst einmal schnell weiterzukommen würde ich dir empfehlen, die jeweiligen Trauurkunden anzufordern (falls du die nötigen Daten dazu hast).
In den Trau-Urkunden stehen in der Regel folgende Daten: Name, Beruf, Alter/Geburtsdatum und Wohn- oder Geburtsort beider Eheleute, sowie die Daten der Eltern der Braut und des Bräutigams.
Und schon bist du eine Generation weiter und 4 neue Ahnen, bei denen du wieder genau so verfährst....und so geht es dann erstmal immer weiter....bis du in Jahrhunderte kommst, in denen es noch keine Kirchenbücher gab (in meiner Stadt ist das um 1650 der Fall).

Ich denke, nun hast du für die nächste Zeit genug zu tun ;-)

Alles weitere hier zu erklären würde wohl den Rahmen sprengen. Falls du aber noch spezielle Fragen dazu hast, werde ich versuchen sie dir zu beantworten.

Viel Erfolg wünscht dir
die Stille
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Nutzer: MadleenDeSall
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geschrieben am: 24.07.2006    um 22:41 Uhr   
hm.. ich selbst interssiere mich nicht so sehr für meine ahnen, aber mein großvater hats geschaft die familie bis ins 15. jahrhundert zurück zu verfolgen.
ich finde das sehr erstaunlich, aber auch eine sehr schwere arbeit.
ich habe wirklich respekt vor leuten, die das tun. macht auf jeden fall weiter...

Madleen
J.P.
Alles, selbst die Lüge, dient der Wahrheit; Schatten löschen die Sonne nicht aus.

Franz Kafka
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Nutzer: zarteStille
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geschrieben am: 24.07.2006    um 23:07 Uhr   
Hallo Madleen,

und ich habe Respekt vor deinem Großvater. Bis ins 15. Jahrhundert...wow...davon kann ich nur träumen.

Aber ehrlich gesagt, hätte ich eine fertige Ahnentafel von meinem Großvater "vererbt" bekommen, wäre mein Interesse daran wahrscheinlich auch nicht so groß.

Gerade das Suchen und Forschen macht den eigentlichen Reiz aus. Ist ähnlich wie bei einer Schnitzeljagd. Du mußt manchmal auf die kleinsten Dinge achten um den richtigen weiteren Weg zu finden :-).

Gruß
die Stille
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"Autor"  
Nutzer: jashirah
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geschrieben am: 26.07.2006    um 18:35 Uhr   
@zarte
vielen dank für die nette einweisung. ich werd mich sofort an die arbeit machen. was mich noch interessieren würde ist, ob du ein spezielles ordnungverfahren hast wo du alles einträgst, was du herausfindest. da gibt es doch diese stammbaum"vordrucke" (ich nenn es jetzt mal so weil ich auf keinen besseren ausdruck komm). wo bekommt man sowas her oder wie erstellt man sowas selbst? ist das überhaupt sinnvoll, weil man ja vorher noch nicht genau weiß, wieviel platz man braucht oder? von meiner familie soll ja auch irgendwo ein ziehmlich umfangreicher stammbaum sein aber der wird wohl irgendwann mal bei dachbodenfunden wieder auftauchen.

lg jashi
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geschrieben am: 26.07.2006    um 21:09 Uhr   
Hallo jashi,

ich denke mit der Zeit wirst du dir dein eigenes Ordnungssystem schaffen.
Aber wenn du gerade erst anfängst, würde ich dir empfehlen für jede Person ein einfaches DinA4 Blatt anzulegen. Darauf notierst du alle dir bekannten Daten.

Um Übersicht zu behalten, hat sich das Nummerierungssystem nach Kekule bewährt (das nutzen auch die meisten Ahnenforscher und fast alle PC-Ahnenprogramme).

Der Proband (in diesem Fall du) bekommt die Nr. 1. Der Vater die Nr. 2, Mutter Nr. 3.

Der Vater deines Vaters bekommt die Nr. 4, seine Frau die Nr. 5
Der Vater deiner Mutter bekommt die Nr. 6, seine Frau die Nr. 7, usw.

So erhältst du eine Nummerierung nach folgender Ordnung:

Der Vater hat immer die zweifache Nummer des Kindes. Die Mutter immer die zweifache Nummer + 1. Somit haben Männer immer gerade Zahlen. Frauen immer die ungeraden (Ausnahme ist natürlich der Proband mit der Nr. 1 ;-) ). Eheleute haben immer zwei aufeinanderfolgende Nummern, z. B. 10 + 11.

Wenn du mehr als 30 - 40 Personen zusammen hast, empfiehlt es sich die Daten zusätzlich in den Computer einzugeben. Damit behält man am besten den Überblick. Dafür gibt es spezielle Programme. Ich werde dir mal einen Link mit Freeware per Post zukommen lassen.

Und um noch einmal auf den Stammbaumvordruck zu kommen. Ich nehme an, du meinst damit eine kunstvoll gestaltete Ahnentafel (meist in Form eines Baumes gestaltet). Damit würde ich noch ein wenig warten, bis es sich wirklich lohnt.

Ich habe bis heute noch keinen angelegt, da ich zwar teilweise bis zur 10. Generation gekommen bin, anderseits aber väterlicherseits nur bis zu meinen Ur-Ur-Großeltern. Daher lohnt sich so ein "richtiger" Stammbaum bei mir noch nicht.

Ich hoffe, ich konnte deine Fragen befriedigend beantworten und nun werde ich dir noch ein paar Adressen per Post schicken.

Liebe Grüße
die Stille



P.S. Wollte gerade auf Post antworten und habe versehentlich die Nachricht einer E. D. gelöscht. Falls du noch Fragen hast, melde dich bitte noch einmal bei mir :-)

  TopZuletzt geändert am: 26.07.2006 um 21:46 Uhr von zarteStille
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Nutzer: jashirah
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geschrieben am: 26.07.2006    um 22:42 Uhr   
@zarte
vielen dank für die links.
ich denke mit deinen tipps komme ich erstmal ganz gut vorwärts. sollten noch fragen aufkommen melde ich mich wieder.
viel erfolg noch bei deinen nachforschungen.
lg jashi
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