Auf den Beitrag: (ID: 42520) sind "12" Antworten eingegangen (Gelesen: 792 Mal).
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Mein bester Freund

Nutzer: aLLeister
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geschrieben am: 05.08.2006    um 13:01 Uhr   
Mein bester Freund ist hier heut Nacht
Ich hab mir etwas ausgedacht
Etwas Musik und Kerzenschein
Komm laß uns jetzt gemütlich sein

Laß uns vergessen alle Sorgen
Alles verlassen bis zum Morgen
Dein scharfer Kuss tut mir so wohl
Mein bester Freund heißt Alkohol

Trink
Bis der Sinn verweht
Trink
Bis all der Schmerz vergeht
Trink
Ohne zurückblicken
Der nächste Tag wird dir bestimmt Erlösung schicken

Mit jeder Stunde sink ich mehr
Und mehr ins Dunkel, es wird schwer
Die Lider aufzuhalten, mir
Wird schwarz und das verdank ich dir

Mein bester Freund tut mir so gut
Rauscht heiß durch mein dünnes Blut
So find ich meinen Ruhepol
Mein bester Freund heißt Alkohol

Trink
Bis das Licht ausgeht
Trink
Bis dein Herz im Rausche steht
Trink
Ohne zurückzublicken
Laß dir die Wunden durch Erblindung flicken

Kann nicht mehr sprechen, nicht mehr denken
Hab schweres Blei in den Gelenken
Jeglicher Verstand krepiert nun leise
Erbreche auch die letzte Speise

Nun lieg ich hier, auf dem Boden
Der Wirklichkeit endlich enthoben
Zum letzten Mal hat diese Nacht
Mein bester Freund mich umgebracht
So sind die Menschen. Oft scheint es wirklich schade, daß Noah die Arche nicht verpaßt hat. (Mark Twain)
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Nutzer: Merlie1
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geschrieben am: 05.08.2006    um 15:45 Uhr   
Freundschaften kann man kündigen ;-)

Merlie
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Nutzer: Honigsuess
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geschrieben am: 07.08.2006    um 19:53 Uhr   
Zitat von: Merlie1
Freundschaften kann man kündigen ;-)

Merlie
Hm, ich denk nicht so einfach, wie die mit dem Alk.
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Nutzer: Merlie1
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geschrieben am: 08.08.2006    um 14:28 Uhr   
<<Zitat von: Merlie1
Freundschaften kann man kündigen

Merlie
Hm, ich denk nicht so einfach, wie die mit dem Alk.
>>

Das dürften Betroffene anders sehen, jedenfalls die, die vom Alk abhängig sind. Nicht umsonst zerbricht alles um sie herum.

Aber ich denke, wenn er/sie nur will, ist es durchaus möglich.

Merlie :-)
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Nutzer: Gast_sweety0018
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geschrieben am: 08.08.2006    um 21:57 Uhr   
Die Freundschaft wurde doch gekündigt:

>Zum letzten Mal hat diese Nacht
Mein bester Freund mich umgebracht<

...ich sehe darin so etwas wie einen "Neuanfang", weil die letzten beiden Zeilen auch eine Metapher für das Abschliessen mit der Vergangenheit sein könnten.

Es ist aber durchaus möglich, dass ich nur etwas Positives hinein interpretieren möchte, denn die "Katerstimmung" wird durch die passend monotonen und nach Resignation klingenden restlichen Zeilen ebenso deutlich.

Gefällt mir aber "trotzdem" sehr gut. :-)

sweety
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Nutzer: aLLeister
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geschrieben am: 09.08.2006    um 10:03 Uhr   
Zunächst mal, danke für die Resonanz.

Du siehst das schon ganz richtig, sweety.
Gerade beim Alkoholismus muß man im Zweifelsfall erst einen derart selbstzerstörerischen (Tief)Punkt erreichen, an dem man begreift, daß man nur noch die Wahl hat aufzuhören, oder sich mitsamt seinem Leergut zur letzten Flaschenabnahme zu begeben.
Ob man an diesem Punkt die Kurve kriegt, hängt dann allerdings nicht zuletzt auch vom persönlichen Umfeld ab. Ob eben genau dann die "richtigen" Freunde zur Stelle sind, um einem unter die Arme zu greifen.

Aber um den Vergleich mit schwer oder leicht aufzukündigenden Freundschaften aufzugreifen:
mir fallen da ein paar Beispiele von Menschen ein, die sich unter dem nicht gerade vorteilhaften Einfluß vermeintlicher Freunde zunehmend isolierten, depressiv wurden, und trotzdem einfach nicht von diesen Unheilsbringern loskamen. Sie waren emotional abhängig, süchtig nach dem einen Menschen, der ihnen scheinbar soviel geben konnte und doch nur nahm.
Und manche stolpern auch heute noch in fiebriger Anbetung durch ihren ganz persönlichen Albtraum.
So sind die Menschen. Oft scheint es wirklich schade, daß Noah die Arche nicht verpaßt hat. (Mark Twain)
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Nutzer: Merlie1
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geschrieben am: 09.08.2006    um 17:09 Uhr   
@aLLeister

Ob man an diesem Punkt die Kurve kriegt, hängt dann allerdings nicht zuletzt auch vom persönlichen Umfeld ab. Ob eben genau dann die "richtigen" Freunde zur Stelle sind, um einem unter die Arme zu greifen.

Nun, das mag ab und zu stimmen. Aber in der Regel ist es so, dass gerade bei substanzgebundenen Süchten wie Alk und Drogen die Abhängigen wirklich am Boden sein müssen, ehe sie erkennen, dass sie etwas ändern sollten. "Richtige Freunde" sind dann eher selten, weil sich die meisten, wenn nicht alle schon aus reinem Selbstschutz zurückgezogen haben.


.... waren emotional abhängig, süchtig nach dem einen Menschen, der ihnen scheinbar soviel geben konnte und doch nur nahm.
Und manche stolpern auch heute noch in fiebriger Anbetung durch ihren ganz persönlichen Albtraum.


Hier "werfe" ich das Wort "Kodependenz" in den Raum. Sucht nach Menschen, Dingen oder Situationen. Suchtverhalten- nicht minder schlimm als Alk oder Drogen. Und auch behandlungsbedürftig. Nur wissen die meisten Menschen gar nicht, dass sie darunter leiden.

Merlie :-)
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Nutzer: Honigsuess
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geschrieben am: 09.08.2006    um 20:15 Uhr   
Hm, ich weiss sehr wohl das dies geschehen kann, aber wie hier auch schon mitgeteilt wurden ist, muss man ziemlich tief fallen und am Boden liegen, und auch dann spielt die Umwelt eine grosse Rolle, ob Familie/Freunde wem auffangen oder auch nicht: Ich sah es an meiner Mutter.
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Nutzer: aLLeister
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geschrieben am: 13.08.2006    um 15:29 Uhr   
Zitat von: Merlie1
Aber in der Regel ist es so, dass gerade bei substanzgebundenen Süchten wie Alk und Drogen die Abhängigen wirklich am Boden sein müssen, ehe sie erkennen, dass sie etwas ändern sollten.


Drum schrieb ich ja "Tiefpunkt". Das Erkennen ist aber eben nur der erste Schritt. Es hilft alles nichts, wenn dann niemand da ist, welcher der betreffenden Person unter die Arme greift. Ich kenne niemanden, der es alleine geschafft hat, den Kreislauf aus Sucht und sozialer Ablehnung zu durchbrechen.
So sind die Menschen. Oft scheint es wirklich schade, daß Noah die Arche nicht verpaßt hat. (Mark Twain)
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Nutzer: Merlie1
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geschrieben am: 13.08.2006    um 17:13 Uhr   
@aLLeister

Drum schrieb ich ja "Tiefpunkt". Das Erkennen ist aber eben nur der erste Schritt. Es hilft alles nichts, wenn dann niemand da ist, welcher der betreffenden Person unter die Arme greift. Ich kenne niemanden, der es alleine geschafft hat, den Kreislauf aus Sucht und sozialer Ablehnung zu durchbrechen.

Wen meinst Du mit "unter die Arme greifen"?

Meinst Du Familienangehörige oder Krankenhäuser, Psychologen und dergleichen?

Solltest Du Ersteres meinen, so ist es so, dass gerade bei der Therapie (damit meine ich einen längerfristigen Aufenthalt) die Süchtigen von ihrem "Umfeld" getrennt werden. Auch von Familienangehörigen. Das soll dazu dienen, sowohl den Süchtigen als auch das "Umfeld" nicht wieder in alte Verhaltensmuster fallen zu lassen. Denn in den allermeisten Fällen oder gar allen ist es ja so, das der Süchtige einen Gegensüchtigen (i.d.R. den Partner) hat. Auch wenn es nicht so aussehen mag, ergänzen diese beiden sich - und das 100%ig. Aus diesem Grund gibt es auch spezielle Einrichtungen, die diese Co's psychologisch betreuen. Also wäre es ein Schuss nach hinten, wenn gerade ein Co dem Süchtigen "unter die Arme greifen würde".

Bei dem Zweiten ist es ok. Es handelt sich dabei ja um geschultes Personal.


Schönen Sonntag noch - Merlie :-)
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Nutzer: aLLeister
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geschrieben am: 13.08.2006    um 18:13 Uhr   
Letzteres.

Ansonsten ist das richtig, was du geschrieben hast.

Schönen Abend noch. :- )
So sind die Menschen. Oft scheint es wirklich schade, daß Noah die Arche nicht verpaßt hat. (Mark Twain)
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Nutzer: thea666
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geschrieben am: 20.08.2006    um 22:22 Uhr   
wo ein wille ist, ist auch ein weg...
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Nutzer: dirmeline
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geschrieben am: 21.08.2006    um 12:42 Uhr   
Das dumme bei der Sache ist nur, egal wieviel man in sich hineinschüttet, die Probleme können schwimmen!



...hoffe das ein Rettungsring gefunden wird....
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