Auf den Beitrag: (ID: 42703) sind "1" Antworten eingegangen (Gelesen: 460 Mal).
"Autor"

Gedanke zur Lust

Nutzer: ruedelanoir
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 25.01.2006
Anzahl Nachrichten: 1

geschrieben am: 24.09.2006    um 17:33 Uhr   
Schöne weiche und empfindsame Partien wollen wir spüren, sie erobern.
Trotzdem wird es nur einen Kampf geben, um geben und nehmen, geben und nehmen lassen.Die Angst davor uns selbst weh zutun lässt uns zu "Beschützern" werden.
Es ist nicht die Furch die dem anderen Schmerzen bereitet, sondern wahrlich die Schutzfunktion, sich selbst keinen Schmerz zuzufügen.
Von der Natur ist es nunmal angelegt, den Schutz der anderen stellen wir nur dann und deshalb hoch an, weil es unsere Moral gebietet, nicht aber weil wir den natürlichen Instinkt dazu haben.

Unser Instinkt sagt - Dominanz.
Macht, Macht um jeden Preis und für jeden Preis.
Nichts auf der weltmacht anziehender als Macht, die Macht zu befehlen, essentielle Entscheidungen treffen treffen zu können.
Der Tod ist bekanntlich, das stärkste Aphrodisiakum der Menschheit, der uns bekannten körperlichen wie geistigen Welt.
Trotzdem wird nicht die Lust ausgelebt.
Sie wird in weiche DAunen gebettet und mit charmanten Worten terrorisiert.

Dies ist unsere Freiheit, die Freiheit entscheiden zu können, das wir uns selber limitieren.
Wir existieren also als Oxymoron und die Menschlichkeit ist helldunkel.
Leider sind sich die wenigsten bewusst das es so ist, sie erkennen nicht die Lasur der Moral,
der notwendigen Moral, einer notwendigen Moral - aber trotzdem nur Deckwerk.
Die "Vernünftigkeit" wurde zur Werbebotschaft.
"Du, ja Du bekommst eine reine Weste, wenn Du dich sittsam und aufrichtig verhältst.Akzeptiere nicht was Du fühlst, sondern nimm es, verpack es gut, grabe es tief unter Tonnen von Steinen ein."
Liebe Dein neues Bewusstsein, Dein Bewusstsein ohne Wissen um Dich selbst.
"Abnormes" Verhalten ist zu bestrafen, auszugrenzen, zu vernichten.

Die Schlussfolgerung ist daher ganz einfach, moralischer Sadismus ist normgerecht und moralischer Masochismus angestrebt.
Somit lasst uns, uns selbst wehtun.


r.d.l.n.
  Top
"Autor"  
Nutzer: Gast_Trübtäter
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 21.09.2006
Anzahl Nachrichten: 7

geschrieben am: 24.09.2006    um 23:11 Uhr   
Die Wollust.

DIe Wollust bleibet doch der Zucker dieser Zeit /
Was kan uns mehr / denn sie / den Lebenslauf versüssen?
Sie lässet trinckbar Gold in unsre Kehle fliessen /
Und öffnet uns den Schatz beperlter Liebligkeit;
In Tuberosen kan sie Schnee und Eiß verkehren /                     
Und durch das gantze Jahr / die FrühlingsZeit gewehren.

Es schaut uns die Natur als rechte Kinder an /
Sie schenckt uns ungespart den Reichthum ihrer Brüste /
Sie öffnet einen Saal voll zimmetreicher Lüste /
Wo aus des Menschen Wunsch Erfüllung quellen kan.             
Sie legt als Mutter uns / die Wollust in die Armen /
Und läst durch Lieb und Wein den kalten Geist erwarmen.

Nur das Gesetze wil allzu Tyrannisch seyn /
Es zeiget iederzeit ein widriges Gesichte /
Es macht des Menschen Lust und Freyheit gantz zunichte /      
Und flöst vor süssen Most uns Wermuthtropffen ein;
Es untersteht sich uns die Augen zuverbinden /
Und alle Liebligkeit aus unser Hand zuwinden.

Die Ros' entblösset nicht vergebens ihre Pracht /
Jeßmin wil nicht umsonst uns in die Augen lachen /                  
Sie wollen unser Lust sich dienst- und zinsbar machen /
Der ist sein eigen Feind / der sich zu Plagen tracht;
Wer vor die Schwanenbrust ihm Dornen wil erwehlen /
Dem muß es an Verstand und reinen Sinnen fehlen.

Was nutzet endlich uns doch Jugend / Krafft und Muth /          
Wenn man den Kern der Welt nicht reichlich wil genüssen /
Und dessen Zuckerstrom läst unbeschifft verschüssen /
Die Wollust bleibet doch der Menschen höchstes Guth /
Wer hier zu Seegel geht / dem wehet das Gelücke /
Und ist verschwenderisch mit seinem Liebesblicke.                 

Wer Epicuren nicht vor seinen Lehrer hält /
Der hat den Weltgeschmack / und allen Witz verlohren /
Es hat ihr die Natur als Stiefsohn ihn erkohren /
Er mus ein Unmensch seyn / und Scheusaal dieser Welt;
Der meisten Lehrer Wahn erregte Zwang und Schmertzen /    
Was Epicur gelehrt / das kitzelt noch die Hertzen.

Christian Hofmann von Hofmannswaldau
  Top