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kleine, verlorene Seele (Part1)

Nutzer: frostwoelfin
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geschrieben am: 01.12.2006    um 00:15 Uhr   
Voller Hoffnung saß sie dort, die Augen gefühlt von Tränen, der Kopf am Abgrund. Sie schaute in den mit Wolken bestückten Himmel,... und auf den gelb scheinenden Mond, dessen Spiegelbild verzehrt auf den Wassertropfen der Oberfläche
glitzerte.
Unter ihre Augen, lief mit den Tränen vereint die schwarze Schmink die Wangen herrunter, bis sie schließlich am Knie herrunterfiel und für immer in dem Grün des Grases endete. In der linken Hand hielt sie, mit ihren Fingern festumschlungen, eine spitze Glasscherbe, deren scharfes Ende zwischen Zeige- und Mittelfinger hervorspähte, die rechte Hand hatte sie zu einer Faust geballt.
Tausende von Gedanken schoßen ihr zugleich durch den Kopf. Keiner war dabei, den sie richtig verstand. Tausende von Gefühlen, die sie durchflossen. Und doch war keines dabei, welches sie hätte deuten können. Sie schloss ihre Augen um ihren Gedanken und Gefühlen zu entkommen.Um nur noch die schwarz, tiefe Unendlichkeit vor Augen zu haben.
Um all das Elend , all die Lügen und all die Ängste der Welt nicht mehr sehen zu müssen. Ihr spukte nur noch ein Gedanke durch den Kopf:“Tu ich es, oder tu ich es nicht?“.
Die Geselschaft, die menschliche Naivität und all das scheinbare Glück, welches am Höhepunkt zerbricht, um einen zu zeigen, dass es so etwas nicht gibt, dass man gar keine Change hat, dieses Glück auf einer sicheren und fruchtbaren Grundlage zu bauen, hatten die kleine ,verloren Seele in der unendlichen Verzweiflung und Einsamkeit zu dem gemacht, was sie nun war.
Sie ließ das letzte Jahr noch einmal revou vor ihrem inneren Augen geschehen. All die wunderschönen Höhepunkte, die ihr nun wieder zum greifen nahe erschienen, in Wirkichkeit aber so unerreichbar wie die Vielzahl der funkelnden Stern über ihr waren, lief in Bildern an ihr vorrüber.
Voller Schmerz verzog sie ihr Gesicht. Wie konnten solch schöne Dinge einen nie zu ende scheinenden Schmerz auslösen? Eine so starke Sehnsucht aufkommen lassen, dass man daran zerbricht?
Sie wusste es einfach nicht. Mit jedem dieser Bilder kullerte eine Träne aus ihren Augen, um mit einem glitzernen Schein genauso zu enden, wie unzählige vor ihr. Nachdem die glückerfühlten Bilder das schmerzvoll verzogene Gesicht verlassen hatten, folgenten die schwarzen, dunklen Bilder aus der nachfolgenden Zeit. Die Zeit in der sie vergeblich versucht hatte den Schmerz des Verlustes zu verdrängen und auch die Zeit, in der sie ihr Leben sinnlos und wertlos fand.
Sie fragte sich, wie sie aus diesem tiefen, schwarzen Loch, dessen Boden immer mehr zu sinken begann, allein wieder herrauskommen sollte. Ihr wurde bewusst, dass das Loch viel zu tief war, als das sie es hätte allein wieder herraus schaffen können. Doch welcher Mensch hätte ihr die rettende Hand in ihr Loch halten können, um sie dann in den Arm zu nehmen und nie wieder loszulassen um der Gefahr, dass sie noch einmal in ein solches Loch stolpern würde, zu umgehen?....

Ich habe keine besondere Begabung, sondern bin nur leidenschaftlich neugierig.
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Nutzer: frostwoelfin
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geschrieben am: 01.12.2006    um 00:15 Uhr   
(Part2)

...Sie kannte eine Menge Menschen, doch viele von ihnen wussten noch nicht einmal, dass sich hinter der Fasade der normalen jungen Frau eine ausbreitende Leere eingeschliechen hatte.
Es hätte ein Mensch sein müssen, dem sie vertaut hätte, der sich nicht enttäuscht hätte, der gewusst hätte, wie er sie hätte raufziehen und festhalten müssen.
Es hätte nur einen Menschen gegeben, der es hätte sein können, doch dieser Mensch war für sie unerreichbar, dass wusste sie.
Sie öffnete wieder ihre Augen, welche voll Tränen der Verzweiflung gefühlt waren und deren Pupillen das glitzernde Licht des Mondes wiederspiegelten.
Sie hasste es, wie ihre Gedanken von einer Sache zur nächsten sprangen, doch sie konnte sie nicht aufhalten.
Und noch bevor die Sonne dem paradiesischen Grün der Pflanzen ihren Glanz verlieh, war die kleine, verloren Seele schon ganz nah bei ihr....

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Nutzer: frostwoelfin
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geschrieben am: 01.12.2006    um 00:33 Uhr   
Du gehst durch die Nacht,
hast uns Hoffnung gebracht.
Hast unseren Schmerz genommen,
dein Leben zerronnen.
Deine Flügel zerfetzt,
von Schatten gehetzt.
Blutrote Tränen auf weißem Gesicht,
du siehst keine Rettung, erkennst mich nicht.
Niemand gibt dir Hoffnung, niemand glaubt an dich,
du bist verloren, siehst immer nur mich.
Meine Hoffnung zu wenig, mein Hass zu viel,
öffne die Augen, schau hin und sieh.
Die Sonne geht auf, es ist vollbracht,
hast uns die Hoffnung und den Tod gebracht.
Dein Leben entflohen, dein Werk vollendet,
deine traurigen Augen von der Sonne geblendet.
Schließt sie für immer, fliehst aus der Welt,
und niemand ist da, der sich zu dir gesellt.

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