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mein erstes hier ...

Nutzer: octavius
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geschrieben am: 06.02.2007    um 21:25 Uhr   
Sicher kennt der eine oder die andere das Thema. Ich habe es verarbeitet. (?) Auf diese Weise. Auf eure Meinung bin ich neugierig.

Gescheitert

Die große Liebe war es mal, das Kribbeln da im Magen,
sie redeten bald Tag und Nacht, es gab so viel zu sagen.
Und jeder lebte intensiv, genoss in vollen Zügen,
Das Leben war nur Sonnenschein, kein Platz für plumpe Lügen.

Bald war sie schwanger, Freude nur, was hat es schon zu sagen,
dass sie den Job, die Wohnung schmiss, um es mit ihm zu vagen.
Man zog zusammen, aß gemeinsam, konnt' sich täglich sehn,
sich auf den andern einzustellen, war wirklich kein Problem.

Das Kind war da, ein Mädchen klein, sie bleibt beim Kind, im Haus,
er sorgt fürs Geld von früh bis spät, der Stress macht ihm nichts aus.
Die Nächte kurz, na klar, das Kind, es fordert sein' Tribut,
sie kamen klar, sie wollten Â’s so, noch ging es alles gut.

Man machte einen Deal, sie wollte ganz dem Kind sich geben,
er nahm es hin, warum auch nicht, sein Geld reicht schon zum Leben.
Sie blieb daheim, er war im Job, Einsamkeit zu zweit,
ganz unbemerkt das Kribbeln schwand, zum Reden fehlte Zeit.

Die Liebe schwand, Gewohnheit kam, zwei Menschen und zwei Welten,
der erste Streit, der ernsthaft war, den ließen sie nicht gelten.
Und beide meinten 's sei normal, 's gibt nicht nur Sonnenschein Â…
Sie glaubten noch an Zweisamkeit und waren doch allein.

Sie zogen dann noch zweimal um, seiner Arbeit nach,
die Liebe schlief 'nen festen Schlaf, das Mistrauen blieb wach.
Und Streit gab es fast jeden Tag, um lauter Kleinigkeiten.
Das Kind dabei, sie merkten ’s nicht, spürten nicht das Leiden.

Und eines Tages war 's so weit, sie reicht die Scheidung ein.
Er war geschockt, konnt' es kaum fassen, war plötzlich ganz allein.
Er wollte noch mal retten, was da noch zu retten war,
da war aber nichts, es dauerte, doch dann war es ihm klar.

Er zog dann aus, voll Frust und Wut und Ohnmacht ohne Ende,
stürzt sich in Arbeit, wochenlang, als ob er Trost dort fände.
Das Kind hat er am Wochenende, dann lebt er wieder auf,
das rettet ihn vorm Alkohol, das richtet etwas auf.

Das ist nun ein paar Jahre her, er hat viel nachgedacht,
was hat er damals falsch gemacht, was hat es ausgemacht?
Er ist nun klüger, weiß genau, es kann nur ewig sein,
was täglich man sich neu erkämpft, zusammen, nicht allein.
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Nutzer: Herzdiebin
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geschrieben am: 07.02.2007    um 14:46 Uhr   
Wenn ich hier in diesen teil des Forums herum schnüffel, gibt es sehr wenige Beiträge die einen auf gewisse weise etwas sagen. In den meisten Fällen ist es nur plumpes Gereime.

"Reim dich oder ich beiss dich" motto eben.

Und noch seltener finde ich Sinn oder lächle. Außer wenn Anfänger etwas wirklich "gut" gemacht haben. Es kann sehr erstaunlich sein, wie genau man den Nagel mit einfachen Worten auf den Kopf trifft. So hier bei Dir.

Zum Oberflächlichen:

Es ist gut zu lesen. Läst sich leicht und flüssig verfolgen. Du hälst dich nicht in Kleinigkeiten auf. Das finde ich gut.

Zum Inhalt:

Es trifft genau das, was in den meisten Familien passiert. Die Realität kann etwas sehr schmutziges sein und wenn wir Pech haben sehen wir unseren Partner als "selbstverständlich" an. Gerade vor kurzen hatte ich noch etwas in solche Richtungen gehört von einem Paar, dass sich nach fast sieben Jahren beziehung und fast drei Jahre Kind trennte. Oh Schreck! Es war in meiner Familie.

Und auch hier konnte man deutlich beobachten, dass die Luft schon seit mehr als fünf Jahren raus war. Das es ein einfaches "Mit einander" war. Wie beide sich mit langsam und leisen Stichelleien immer weiter hochzogen. Bis der Herr irgendwann die Schnauze voll hatte.

Traurig ist es wirklich. Irgendwann hören wir auf um unseren Partner zu kämpfen. Ab der Heirat ist es meist so "Jetzt hab ich ihn/sie, dann is ja gut" Und mehr wird nicht unternommen. Die Illusion ein blöder Ring würde sie auf Ewig binden ist irreal und wahnsinnig. Der Grund warum ich niemals heiraten würde. Die Gefahr ist einfach zu groß an einander vorbei zu leben. Und es ist wirklich äußerst traurig. Wenn irgendwann auch noch die Komunikation fehlt, das "Oh" und "Ah" beim Liebesspiel.. Das Lustgeschrei oder das Lachen mit einander. Der Blick für Kleinigkeiten, einfache Details. Wie ein hübsch Gedeckter Frühstückstisch oder sowas.. Dann ist es Zeit sich aus zu sprechen und die Bindung zu nehmen. Einen anderen weg findet man selten..

Herz
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Nutzer: octavius
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geschrieben am: 07.02.2007    um 19:09 Uhr   
Danke für deine schnelle Reaktion. Ich habe eine Zeit überlegt, ob ich hier was reinschreibe. Nicht wegen des Inhaltes, der ist so persönlich nicht, zumal er sich täglich dutzende Male wiederholt.
Überlegt habe ich eher wegen der Umsetzung. Ich störe mich immer noch an einigen Stellen, wo der Sprachrhythmus holpert, die Zeitformen ausbrechen, um den Reim zu halten. Und ich habe eigentlich keine letzte Strophe. Die momentane passt nicht rein. Diese Frage - Antwort ist so schulmeisterlich dahingebrezelt. Ich möchte schon ausdrücken, dass ich mit dem Abstand zur Katastrophe klarer auf mögliche Ursachen schauen bzw. diese entlarven kann. Wie tu ich das nur, kurz und ohne Umschweife? Meine letzte Strophe wirkt plump. Sie unterstellt eine ultimativ gültige Ursache für die Komplexität einer gescheiterten Ehe.
Irgendwie bin ich auch über diesen unorganischen Übergang vom neutralen, außen stehenden Erzähler zum Erzähler, der dann nur noch ihn beschreibt, unglücklich. Es verrät so vordergründig, dass der neutrale Erzähler selbiger nicht ist...

Ich habe mal in deinen Beiträgen geblättert und auch einige Kritiken gelesen. Da schrieb irgend jemand "Schreiben ist Arbeit, Arbeit, Arbeit ...". Wie wahr. Mal gut, dass ich schreibe, um zu verarbeiten. So ist meine Arbeit bereits fertig, wenn ich verarbeitet habe, auch, wenn das Gedicht eine Baustelle bleibt ...

Grüße von octa
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Nutzer: Anastasiya
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geschrieben am: 09.02.2007    um 23:48 Uhr   
Zitat von: octavius
Irgendwie bin ich auch über diesen unorganischen Übergang vom neutralen, außen stehenden Erzähler zum Erzähler, der dann nur noch ihn beschreibt, unglücklich. Es verrät so vordergründig, dass der neutrale Erzähler selbiger nicht ist...
Gerade deswegen finde ich dein Gedicht so gelungen, weil du als neutraler Erzähler beginnst, was mich neugierig gemacht hat und dann aber auf die Gefühlsebene gewechselt bist, sodass man es empfinden kann. Es berührt mich und ich freue mich darauf, weitere Werke von dir zu lesen. :-)

Ana
Jeder sieht, was du scheinst. Nur wenige fühlen, wie du bist. (N. Machiavelli)
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