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geschrieben am: 23.11.2011 um 19:52 Uhr
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Ich bitte, mein Urheberrecht an dieser Geschichte zu berücksichtigen. - Danke -
Meine erste Paddeltour
An meinem 16. Geburtstag kaufte ich mir mein erstes eigenes Boot. Es war ein Canadier aus Glasfaserkunststoff. Ein mächtiger 3er Canadier mit Holzsitzen einem großen, abgeschotteten Stauraum im Heck und großem Freibord. Ich taufte es auf Lucky.
Nach den ersten Probefahrten auf dem Salzgittersee, einer ehemaligen Kiesgrube, wollte ich in den Sommerferien einen Fluss befahren. Nach einigem Hin und Her, brachte mein Vater mich samt Lucky und einer durchaus Klondyke tauglichen Ausrüstung an das VW – Werk in Wolfsburg. Hier setzte ich in die Aller ein, die ich nun bis zu ihrer Mündung in die Weser befahren wollte. Ich weiß heute gar nicht mehr, wie viele Kilometer das sind und nachschauen möchte ich jetzt auch nicht. Denn heute ist Samstag und ich muss gleich Kartoffeln schälen. ..
An jenem Samstag nun also, packte ich Luckys Bauch und Heck voll, setzte ein ... und kenterte. – Ging ja schon gut los. Die Ausrüstung bot ein schönes Bild, wie sie farbenfroh und munter im Wasser dahin trieb und sich mehr und mehr verteilte und davon schwamm. Klatschnass stieg ich an Land, zog mir die nassen Klamotten aus und sprang zurück ins Wasser um die temperamentvoll davon schippernde Ausrüstung zusammen zu klauben. Doch kaum im Wasser, hörte ich vom Ufer eine energische Frauenstimme. „Junger Mann,“ krächtste es von achtern. „Ich habe die Polizei angerufen, es ist hier nicht gestattet, zu schwimmen. Der Peterwagen muss jeden Augenblick hier sein.“ - Schwimmen ist hier nicht gestattet, dacht ich immer wieder ... schwimmen nicht gestattet. Warum weiß das meine Ausrüstung nicht? Ich beachtete die rüstige Dame nicht weiter, bot ihr mein weißes Hinterteil zur Ansicht und tauchte nach dem Gaskocher. – Muss ja hier irgendwo liegen. Ich erwischte ihn beim vierten Versuch. Dann machte ich mich dran, die auf dem Wasser davonschwimmenden Sachen zu holen, kraulte im Stile von Lex Baker, tarnzanähnlich durch den Dschungel, halt es ist die Aller .. Wolfsburg .. Polizei.. wo bleibt die eigentlich?? .. Ich schaute zurück ans Ufer, wo Lucky kopfüber friedlich im Wasser dümpelte und sah nun schon vier Frauen wild gestikulierend lauthals mit zwei düster dreinschauenden Polizeibeamten palavern.
Ich schwamm weiter. Als ich alles beisammen hatte, merkte ich, dass mir die Wasserströmung keine Chance geben würde, mein Boot schwimmend zu erreichen. Also querte ich den Fluss und stieg an Land. Schwer beladen stapfte ich zurück. – Wenn jemand schon einmal in Unterhosen schwimmen ging, kann er sich vorstellen, welch meisterhafter Qualität ein Bündchengummi sein muss, die nasse Hose nicht an die Gravitation zu verlieren. Ich hatte in dem Augenblick keine Ahnung, welch heroischer Kampf sich kurz oberhalb meiner Leisten bei jedem Schritt abspielte. Wie eben dieser Gummizug sich mit nahezu übermenschlicher Gewalt gegen die Physik stemmte. – So erreichte ich die kleine Versammlung, die mich scheinbar schon sehnlichst erwartete. Angekommen, ließ ich die Sachen fallen und stellte mich der Ansprache. Beim letzten Schritt spürte ich, wie der Gummizug seinen Kampf verlor. Alles kam ins Rutschen, was nicht rutschen sollte. Doch es gelang mir, geistesgegenwärtig, die Hose noch mit zwei fingern zu erwischen, bevor sie ihren Zweck vollends verlor.
So stand ich nun also da und hörte mir geduldig frierend an, was die vier Damen über mich zu berichten wussten. Als sie mit ihrem Geschnatter endlich ein Ende fanden, drehte sich einer der beiden Uniformierten mir zu und musterte mich mit grimmiger Mine: „Nun der Herr, was haben wir denn zu diesen Beschuldigungen zu sagen?“ Jedes seiner Worte drang in mich, wie eine Nadel. Mein Herz begann noch schneller zu rasen, mir wurde heiß.
„Herr Wachtmeister,“ setzte ich an... „Polizeiobermeister Dolder!“ fauchte er mich an. „Herr Oberpolizeimeister“, seine Mine verfinsterte sich noch mehr. „ich bin zum Paddeln hergekommen, nicht zum Schwimmen.“ Seine Stimme dröhnte los: „Dazu gehört ja wohl ein Boot, nicht wahr??“ „Aber Herr Meisterpolizist, es liegt doch da.“ Ich deutete auf die Stelle, wo Lucky im Wasser lag. – Keine Lucky zu sehen, das Ufer war zu hoch und zu steil. „Ich sehe da aber kein Boot.“ Donnerte er im schönsten Opernhausbariton. Um ihn von meinen ehrenhaften Absichten zu überzeugen, ging ich, meine Unterhose vergessend, beherzten Schrittes los, um Lucky an die Oberfläche zu holen. Die Hose sackte mir bis in die Kniekehlen, die Damen kreischten vergnügt empört: „Lüstling!!!“ Eine von ihnen wurde kreidebleich, als ich mich umdrehte, um mich entschuldigen zu wollen, die anderen verloren fast ihr Gebiss...
Als ich gut zwei Stunden später mit dem Taxi von der Polizeistation zurück zu Lucky kam, lag Gott sei Dank noch alles an seinem Fleck. Ich belud das Boot erneut, stieg ein und fuhr nun endlich los. |
I hate how people compare Freddie Mercury to God, I mean, He's cool and good and everything.....But he's no Freddie Mercury.
(found at youtube) |
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