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wenn die sprache fremd geht |
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geschrieben am: 19.11.1999 um 00:13 Uhr
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als ich mit meinen eltern in die deutschsprachige schweiz gezogen bin, musste ich mich ersteinmal abfinden, dass ich nun deutsch lernen muss...ich hab mich also jahrelang abgemüht, diese komplizierten regeln der grammatik zu lernen, und erst das ausprechen (oh je, oh je).
nun, kaum glaube ich, dass ich die deutsche sprache mehr oder weniger beherrsche (was mir einige chatter wohl immer noch nicht so ganz glauben) muss ich feststellen, dass alles vooooller fremdwörter ist, die ich mir immer erst erklären lassen muss. ich muss ehrlich gestehen, dass mir das oft sehr peinlich ist.
es geht nicht so ganz in meinen kopf rein, warum das so ist...ich meine, schliesslich ist die deutsche sprache so vielfältig...ich kenne keine andere sprache, die so viele wörter und begriffe kennt, nur z.B. um jemandem zu sagen, was man für ihn empfindet... (ok, bei meiner allgemeinbildung ist es auch nicht schwer, keine andere sprache zu kennen)
es ist mir klar, dass man das nicht einfach so ändern kann...trotzdem suche ich schon lange eine antwort dafür, warum so viele wörter einfach nicht deutsch, sondern aus dem englischen oder von mir aus aus dem französischen geschnappt und verdeutscht worden sind. etwa weil es besser klingen soll? ehrlich gesagt finde ich es fast etwas lächerlich, dass so eine schöne sprache mit unzähligen fremdwörtern aufgemotzt wird. oder geht es denn nur darum, dass es so besser klingen soll? also ich finde das gar nicht...
im grunde genommen kann es mir ja egal sein, wer was wie ausspricht, dennoch habe ich ziemliche mühe damit...
grüsschen vonner plütä
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| "Autor" |
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geschrieben am: 19.11.1999 um 13:25 Uhr
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Ist eine expressive Entsagung auf die Applikation von Fremdwörtern in der deutschen Sprache de facto essentiell signifikant und desiderabel?
Die Welt rückt immer näher zusammen. Langfristig wird insbesondere Europa einsehen müssen, daß es alleine mit einem gemeinsamen Wirtschaftsraum und einer gemeinsamen Währung noch lange nicht getan ist.
Wir werden auch Konzessionen in puncto Sprache machen müssen. Das heißt, allen "Vereinigungen zur Aufrechterhaltung der deutschen Sprache" zum Trotz, eine anstrebenswerte engere Verknüpfung mit anderen Nationen ist nur über die Kommunikation und somit durch eine Vereinheitlichung der Sprache möglich. Und die hierfür geeignete Sprache ist mit Sicherheit nicht die deutsche.
Merzige®
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| "Autor" |
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geschrieben am: 19.11.1999 um 14:11 Uhr
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ja Merziger - es hat durchaus und unbestritten Vorteile dem uebermaessigen Gebrauch von Fremdwoertern zu entsagen - ist also in der Tat wuenschenswert
es gibt fast immer ausreichend aequivalente - sprich gleichwertige Moeglichkeiten, die Dinge zu sagen, die man sagen will... je nachdem, wie man selbst kann und will.
meine liebsten sind uebrigens immernoch "semipermeable Membran" und "explizite Definition"
ansonsten tangiert mich die Diskussion nur peripher
Berni, der Apfel
[b]________
jeder so, wie er's mag[/b] |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 19.11.1999 um 18:07 Uhr
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Das multiple inakkurate Utilisieren von Fremd- und Fachwörtern sowie
esoterischen Phrasen erzielt ein diametral entgegengesetztes wenn
nicht sogar reziprokes Resultat.
Ansonsten fällt mir zu dem Thema nur noch ein:
Link |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 20.11.1999 um 00:24 Uhr
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hey, blütsche, die ähnliche frage habe ich mir gestellt. meine ist noch etwas ausgeweitet: "wieso reden alle so kompliziert und brauchen soviele fremd(e)wörter?".
mit der zeit habe ich mir meine antwort selbst zusammengebastelt und die wäre wie folgt:
a) die leute brauchen die ausdrücke zwar, weil sie sich gut anhören, wissen aber gar nicht was es heisst (einer wollte mir kürzlich gar erzählen, subtil heisse plump! ha!)
b) die leute wollen damit verstecken, dass sie gar keine ahnung haben, wovon sie reden. Sie drücken sich dann so kompliziert aus, dass ein normaler mensch gar nix versteht und denkt, buah, ist der gut.
c) sie wollen einfach angeben
wenn jemand meinen sollte, die liste ist unvollständig, kann er sie gerne ergänzen.... |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 22.11.1999 um 17:17 Uhr
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expressiv?
facto essentiell signifikant und desiderabel?
aequivalente?
semipermeablem membran und explizite definition???
meine güte...*umkipp* |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 23.11.1999 um 06:17 Uhr
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nun meine Blüte...
die eine Sache ist ja, wenn so ein cooles Kid -vielleicht isses schon Teenie- mit seinen Rollerblades durch die City skatet
aber was, wenn ich (von Berufs wegen) einen Source Code (z.B. in C) editiert und gesaved hab, um ihn dann zusammen mit den Header-files aus dem Include-directory preprocessen zu lassen und den Output zunächst zum Parsen an den Syntax-checker und danach an den Compiler weitergebe, der den Maschinencode erzeugt und in ein Object-file schreibt. Diese muß der Linker dann noch mit den Libraries verlinken, um eine Executable zu erhalten.
so einfach...
(man könnte ihn auch einfach interpretieren)
zugegeben, ist das nun schon etwas übertrieben, aber viele der originalen (engl) Begriffe werden da tatsächlich tagtäglich so verwendet - insbesondere die, ohne richtige Übersetzung.
Berni, der Apfel
[b]________________
Foliantentheorem: Die Dicke eines Buches multipliziert
mit der Laenge der darin enthaltenen Formeln und Saetze
und der Anzahl der verwendeten Fremdwoerter und Alphabete
ist indirekt proportional zur Anzahl der Individuen,
die daraus wirklich Nutzen ziehen koennen.[/b]
nicht wahr? |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 23.11.1999 um 11:32 Uhr
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Aloah:
Ich habe etwas tolles gefunden:
Ein Original-Statement von Jil Sander:
[b]"Mein Leben ist eine giving-story. Ich habe verstanden, daß man contemporary sein muß, das future Denken haben muß. Meine Idee war, die hand-tailored-Geschichte mit neuen Technologien zu verbinden. Und für den Erfolg war mein coordinated concept entscheidend, die Idee, daß man viele Teile einer collection miteinander combinen kann. Aber die audience hat das alles von Anfang an auch supported. Der problembewußte Mensch von heute kann diese Sachen, diese refined Qualitäten mit spirit eben auch appreciaten.
Allerdings geht unser voice auch auf bestimmte Zielgruppen . Wer Ladysches will, searcht nicht bei Jil Sander. Man muß Sinn haben für das effortless, das magic meines Stils."[/b]
Klasse was?
Merzige®
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| "Autor" |
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geschrieben am: 24.11.1999 um 00:15 Uhr
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Eine neue Dimension des Schwachsinns.
Booaah ey.
Köstlich, wo findet man solch einen Unfug
fragt anatol |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 24.11.1999 um 11:44 Uhr
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[i] schwert naidel zückt und in den kampf mit der neuen rechtschreibung zieht [/i]
ja, so ist das, mit der weltweiten kommunikation sind halt auch genormte begriffe für bestimmte oder inzwischen auch unbestimmte sachen erforderlich, schau da nur mal zu berni und der computersprache, welche von grundauf nun englisch war. im studium kam ich natürlich nicht um die deutsche sprachgeschichte und das mittelhochdeutsche drumrum und es ist immer wieder faszinierend das uralte deutsch zu HÖREN. die meisten fremdwörter kommen ja aus speziellen fachgebieten und entstammen wie in der medizin einer (zum bleistift das latein für die naturwisenschaft) eigenen sprache. so kann man sich im fachgebiet sicher vieeel genauer ausdrücken, der normale mensch bräuchte aber sicher eine grosse presse um sich einen ausdruck wirklich verständlich zu machen. (klingt schon interessanter, wenn man sagt: oh... eine brachiale erweiterung des oberbauches, als ob man nur von blähungen spricht)
in der poesie allerdings finde ich solche wortschöpfungen wirklich richtig, ist es doch schwierig das denken in feste eckige buchstaben zu quetschen.
aber ich sage nur "bladerunner" oder "der name der rose" . keine sprache und doch alle sprachen... so wird wohl die zukunft aussehen??? |
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