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geschrieben am: 05.03.2012 um 22:36 Uhr
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Mama ?
05. OKTOBER:
Heute begann mein Leben. Meine Eltern wissen es noch nicht, aber ich bin schon da. Ich bin
noch kleiner als ein Apfelkern, aber schon unverwechelbar. Ich werde ein Mädchen sein, mit
blondem Haar und blauen Augen. Alle meine Anlagen sind schon festgelegt .... auch dass ich
eine Schwäche für Blumen haben werde.
16. OKTOBER:
Ein wenig größer bin ich schon geworden. Mutti tut alles für mich. Ihr Blut lässt mich wachsen
und sie weiss immer noch nicht, dass es mich gibt.
19. OKTOBER:
Wer behauptet eigentlich, dass ich noch keine richtige Person bin, sondern ein Zellklumpen ?
Und ob ich`s bin ! Wie eine kleine Brotkrume eben Brot ist. Meine Mutter existiert - Ich auch.
23. OKTOBER:
Jetzt öffnet sich schon mein Mund. Denke nur, in ungefähr einem Jahr werde ich lachen und
später sprechen. Ich weiß, was mein erstes Wort sein wird : MAMA oder vielleicht auch PAPA.
25. OKTOBER:
Mein Herz hat heut zu schlagen begonnen. Von jetzt an wird es für den Rest meines Lebens
schlagen, ohne jemals innezuhalten, etwa um auszuruhen ... und nach vielen Jahren wird es
einmal ermüden. Es wird stillstehen und dann werde ich sterben. Aber dies Ende ist noch so
weit, ich stehe ja erst am Anfang meines Lebens !
02. NOVEMBER:
Jeden Tag wachse ich etwas. Meine Arme und Beine nehmen Gestalt an. Es wird noch lange
dauern, bis ich mich auf die kleinen Beine stellen und in die Arme meiner Mutter laufen kann.
Und bis ich mit diesen kleinen Armen Blumen pflücken und meinen Vater umarmen kann.
12. NOVEMBER:
Jetzt lebe ich schon über einen Monat und jeden Tag werd ich größer und größer. An meinen
Händen bilden sich winzige Finger. Wie klein sie sind ! Ich werde damit einmal meiner Mutter
übers Haar streichen können.
20. NOVEMBER:
Heute hat der Arzt meiner Mutter gesagt, dass es mich gibt und ich hier unter ihrem Herzen
lebe. O wie glücklich sie doch sein muß ! Bist du glücklich, Mama ? Du musst noch warten, bis
du mich in deinen Armen wiegen kannst.
25. NOVEMBER:
Mama und Papa denken sich jetzt wahrscheinlich einen Namen für mich aus. Aber sie wissen
ja noch gar nicht, dass ich ein kleines Mädchen bin. Ich möchte gern Susi oder Maria heissen.
Ach, ich bin schon so groß geworden !
29.NOVEMBER:
Ich freue mich schon auf den Tag, wenn ich in einen Kindergarten und in eine Schule komme.
Mama wird bestimmt mit mir zufrieden sein.
05.DEZEMBER:
Zwei Monate bin ich jetzt schon alt. Ich habe schon ein richtiges Gesicht. Hoffentlich sehe ich
einmal so aus wie meine Mutter.
10. DEZEMBER:
Mein Haar fängt an zu wachsen. Es ist weich und glänzt. Was für Haare die Mama wohl hat ?
13. DEZEMBER:
Ich kann bald sehen. Es ist dunkel um mich herum. Wenn Mama mich zur Welt bringt, werde
ich Sonnenschein und Blumen sehen. Am liebsten möchte ich meine Mama sehen. Wie siehst
du wohl aus, Mama ?
17. DEZEMBER:
Ich habe schon 2 Geschwister. Ich werde mich sicher gut mit ihnen verstehen.
24. DEZEMBER:
Ob Mama die Flüstertöne meines Herzens hört ? Manche Babies kommen kränklich zur Welt ..
da können liebe Ärzte helfen. Aber mein Herz ist stark und gesund. Es schlägt gleichmässig ..
bum-bum, bum-bum. Mama, du wirst eine gesunde kleine Tochter haben !
26.DEZEMBER:
Vielleicht werde ich auch mal eine gute Tänzerin oder eine gute Musikantin. Ich werde meine
Talente bald entdecken. Mama hilft mir bestimmt dabei.
... ... .. . .
28. DEZEMBER:
Mama, warum hast du das zugelassen, dass sie mein Leben nahmen ?
Heute haben mich meine Mutter und mein Vater umbringen lassen.
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Der Stille Schrei
Mein Haus ist nicht von Hand gemacht ... es hat nur eine Tür.
Kein Fenster lässt das Licht herein und dennoch wohn ich hier.
Verschlossen ist der runde Raum, den ich noch nie verliess.
Gefüllt mit Wasser, ruhig und warm, fast wie ein Paradies.
Von Ferne dringen Töne bis an mein kleines Ohr.
Das Schlagen eines Herzens, das seinen Weg verlor.
Die Liebe ist erkaltet in diesem leeren Herzen ...
Das Recht auf Lust ist ein Tyrann, der fragt nicht nach den Schmerzen.
Der fordert Leben, fordert Tod, schreit pausenlos: „Gib, gib !“
Ist ungerecht und bodenlos, ein Mörder und ein Dieb.
Oh Gott, lass auch den andern Mörder nicht durch diese Tür,
Mit Messer, Säure, weissem Kittel, fast wie ein Vampir!
Sonst reisst er mir den Kopf vom Hals, zerstückelt Arm und Bein,
so frei kann Selbstverwirklichung und „freie Liebe“ sein.
Oh Gott, reiss die Himmel auf, ich schreie still zu dir.
Mein Recht auf Leben ist bedroht ... Millionen schrein mit mir !
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Quelle : ( Chatworld-Forum ) Shakira |
| Im übrigen gilt ja hierzulande derjenige, der auf den Schmutz hinweist, für viel gefährlicher als der, der den Schmutz macht. |
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