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geschrieben am: 13.11.2001 um 11:33 Uhr
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Der Melancholiker weiß, so Freud, wen er
verloren hat, aber er weiß nicht, was er verloren hat, denn die
Liebesaktivitäten sind letztlich auf ihn selbst bezogen und nicht auf ein tatsächliches
Objekt!
Die Selbstvorwürfe, Herabsetzungen des Selbstwertgefühls, die Feindlichkeit
gegen sich selbst, der Verlust an Selbstachtung und die gesteigerte
Selbstkritik sind in Wirklichkeit Vorwürfe gegen ein geliebtes Objekt, die von diesem
weg auf das eigene ICH gelenkt werden. Dadurch wird es möglich das Ideal der
Liebe zu erhalten! Die Liebe in ihrer idealen Form ist dadurch... um den
Preis der Selbstbeschädigung... erhalten geblieben!
Ein Problem ist sicherlich, was wir uns in unserer Phantasie so alles
ausmalen, was eine ideale Liebesbeziehung sein sollte! Nun Phantasie bleibt
nun mal Phantasie und die Realität sieht doch wesentlich ernüchternder aus!!!
Ich habe da mal von der romantisch verklärten Liebe gesprochen...
die uns durch so viele Hollywood - Filme erreicht!
Freud zeigt auch welch empfindsame Wesen wir sind... und wie wir allzu
leicht so manchen innerlichen Zwängen folgen! Schnell wären wir bei weiteren
philosophischen Fragen wie... Haben wir wirklich einen freien Willen??? Und die
erste Frage in dem Roman Sophies Welt... Wer bist Du? ... bekommt dann wirklich
Gewicht! Nun werde ich jetzt nicht auf diese Fragen eingehen... es würde an diesen Stelle und zu diesem Zeitpunkt zu weit führen!!!
Melancholie ist übrigens eine Vorstufe der Depression!!! Und Melancholie und
dann leider auch die Depression sind richtige Volkskrankheiten geworden mit
einer erschreckenden Dunkelziffer! Und wie schnell sind oder waren auch wir
in dieser Situation in der wir uns Selbstvorwürfe machen, überzogene
Selbstkritik üben usw. ???
Der Melancholiker und auch der Depressive werden Beschrieben als Menschen,
die von sich aus zunehmend auf eigene Aktivitäten verzichten, es sei denn, wie
ich es eben beschrieben habe, es handelt sich um eine das eigene Selbst
herabsetzende Art! Der Melancholiker sieht für sich keine Zukunft, er kapselt
sich in sich ab, er erscheint, in einem Bild ausgedrückt, als jemand, der in
einer Kiste lebt und von innen den Deckel zuhält!
Es wurde sich nun die Frage gestellt, ob das bis jetzt beschriebene
krankhaft oder nicht doch eine allgemeine menschliche Eigenschaft ist!? Ähm.. was ist
eigentlich normal? *mhhh
Georg Groddeck spricht diese Vermutung in seinem 1923 erschienenen Buch "Das
Buch vom Es" ganz deutlich aus:
Also er schrieb... Denn wer ehrlich ist, der weiß, dass wir alles immer auf
uns selbst beziehen, dass es ein mehr oder minder schön anzuschauender Irrtum
ist, anzunehmen, wir lebten für andere oder für anderes! Das tun wir
niemals, nicht einen Augenblick, niemals!!! Und der, auf den sich die Verkünder der
edlen, ach so falschen und erdachten Gefühle der Aufopferung,
Selbstverleugnung, Nächstenliebe berufen... Liebe Deinen Nächsten als Dich selbst... und es
heißt nicht... mehr als Dich selbst... sondern wie Du Dich liebst. Heutigen
Tages nennt die Psychologie diesen Trieb bei Menschen zu sich selbst, diesen
Trieb, der ausschließlich ist und in dem Alleinsein des Kindes im Mutterleib
wurzelt, Narzissmus!
Soweit Georg Groddeck....
Und wie ist es mit der Sehnsucht? Durch die Endsilbe ..sucht wird die Bewertung als
krankhafter Zustand verstärkt. Dem entspricht die Abwesenheit von Wille und Tat!
Es soll ja, wie schon gesagt, die ideale Form von Liebe erhalten werden!
Freuds Entdeckung der Verbindung von Melancholie und Erhaltung der idealen Liebe
zu einem Objekt... weist auf die Sehnsucht, in der man sich das ideale
Wünschen erhält!!! Gleichzeitig wird natürlich nach idealer uneingeschränkter
Befriedigung gesucht.
Ganz anders das Sehnen... es ist Zielgerichtet und hält dabei die Realität
im Auge. Der Melancholiker, der Depressive und auch der Sehnsüchtige sind
realitätsabgewandt! Nun... sind wir das nicht alle zu einem gewissen Grade? Wie
sieht es aus mit unseren Vorstellungen und noch mangelnder Erfahrung??? Und
wie schnell verfallen wir den Süchten??? Mir fällt da auch gerade die Chatsucht
ein, über die ich mir auch schon so meine Gedanken gemacht habe.. und die
wahren ganz schön erschreckend! *puhhh
Es gilt also unseren Blick zu schärfen auf die Realität und
uns Gedanken zu machen... auch wenn es häufig nicht die einfache Lösung gibt,
die wir uns so sehr wünschen!
Um das wesentliche noch mal auf einen Nenner zu bringen...
Idealisieren wir die Liebe zu einem hohen Maße? Sind vom Wunschdenken gelenkt? Wer wünscht sich schon etwas schlechtes? *gg Fehlt uns immer wieder der Blick für die Realität?
Und sind wir nicht doch alle im wesentlichen Egoisten?
Du bist mir bis hierhin gefolgt? Dann danke ich Dir für Deine Aufmerksamkeit und Dein Interesse!
Prince..
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