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München

Nutzer: Brass
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geschrieben am: 24.07.2016    um 10:40 Uhr   
Ein schrecklicher Anschlag überschattet das erste Ferienwochenende in vielen Bundesländern. Ein Schüler beging einen Anschlag in München, bei dem 9 Menschen, neben dem Attentäter selbst, starben. Viele weitere Menschen wurden zum Teil sehr schwer verletzt. Ein unvorstellbar großer Polizeieinsatz lief nahezu perfekt ab, um die Menschen der Stadt zu schützen und die Lage möglichst schnell zu sichern.
Schon wenige Stunden nach dem Attentat tritt die Regierung an die Öffentlichkeit, teilt Ihre Trauer mit und verweist bei der Frage nach auslösenden Momenten auf die weiter andauernde Ermittlungsarbeit der Polizei. Aber scheinbar aus Routine werden schnell das Internet und sämtliche Kriegsspiele und auch andere Genres mit gewaltverherrlichenden Inhalten zum Sündenbock gestempelt.
Und die daraus resultierende Reaktion der "Gamer" wird ebenso routiniert nicht lange auf sich warten lassen. - So weit, so doof.
Es ist natürlich ziemlicher Bockmist, wenn man nun meint, der Bundesinnenminister würde diese Floskel nur aus dem Grund ins Spiel bringen, weil er der Überzeugung wäre, jeder Gamer sei auch ein potentieller Amokläufer. - Um es vor weg zu nehmen: Das meint er nicht und sieht die Sache in einem komplexeren Zusammenhang. Denn einfache Lösungen überlassen unsere Politiker dann doch lieber jenen, die sich zwar auch für Politiker halten oder gehalten werden, aber keine sind. - Den Populisten.
Um die Frage zu klären, wie prominente Politiker in solchen Fällen immer wieder auf die Gefährlichkeit von Computerspielen hinweisen, sollte man die Sache mal von dort an anfangen zu betrachten, wo es damit tatsächlich los geht. - Am Anfang.
Das Spielen ist bei Säugetieren (Mensch = Säugetier) ein natürliches Verhalten. Auf diese Weise erlernen wir wichtige Verhaltensmuster, die wir für das spätere Leben brauchen. Auch das Spielen von Spielen mit gewalttätigem Inhalt zählt dazu. Es ist ein natürlicher Trieb und findet seinen Ursprung nicht zuletzt im Fortpflanzungs-, Revier- und Dominanzverhalten. Es ist also wichtig, auch dieses Aggressivitätspotential spielerisch zu trainieren.
Zu meiner Kindheit spielten wir draußen auf den Straßen und Spielplätzen. Beliebt waren Spiele wie: Fangen, Verstecken, Räuber und Gendarm so wie Cowboy und Indianer. By the way, alles Spiele mit durchaus gewalttätigem Hintergrund. Nur damals hatte noch niemand etwas von Mobbing in den Schulen gehört. Es gab auch so gut wie keine Amokläufe. Allerdings hatten wir auch noch völlig andere Lehrpläne und Lehrer, die nicht nur in der Lage waren, auf Sozialkompetenz bei den Kindern zu achten, sondern selber auch die Zeit hatten, pädagogisch wirken zu können.
Heute haben wir hochauflösende 3D Grafik, virtual Reality, Dolby Digital Sourroundsound und Splattergames, so weit das Auge reicht.
Doch dieser Fakt allein für sich genommen, ist m.E. nicht gefährlicher, als Cowboy und Indianer von damals. Man muss schon das Gesamtbild bemühen, wenn man daraus eine Gefahr auf eine gewisse Verrohung ableiten will. Früher wurden Kinder auch an Schulen geärgert / gemobbt. Aber heute findet das Mobben auch in sozialen Netzwerken statt. Wenn es früher von mir ein Foto gab, dass mir extrem peinlich war, habe ich es zerrissen und es war aus der Welt. Heute steht es für immer und ewig im Internett. Für jedermann sichtbar. Das Schämen nimmt kein Ende. Um den Frust loszuwerden, hockt man sich an den Computer und ballert ein paar Zombies die Rübe weg. Am nächsten Tag sind es dann schon Soldaten, denen ich das Gedärm aus dem Bauch blase und Tags drauf kann ich beliebige real stattgefundene Amokläufe nachstellen. ...
Wenn man dieses Szenario weiter denkt und der Akteur dabei ein seelisch verletzter Teenager ist, der keine Möglichkeit hat, sich einer Vertrauensperson, wie den Eltern, anzuvertrauen, dann können meiner Meinung nach, solche Games tatsächlich einen Prozess positiv unterstützen, bis aus der Spielzeugpistole der Playstation ne amtliche 9mm Glock wird und es die "Arschlöcher" aus der Schule / Einkaufszentrum / Schnellrestaurant / Kino / Disco.... mal so richtig sehen können, wo der Frosch die Locken hat.
I hate how people compare Freddie Mercury to God, I mean, He's cool and good and everything.....But he's no Freddie Mercury.
(found at youtube)
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