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geschrieben am: 12.02.2018 um 22:05 Uhr
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Wir lernen so viele Menschen kennen, manche mögen wir mehr, manche weniger, manche gar nicht.
Manche lernen wir besser kennen als andere.
Es kommen immer wieder neue Menschen in unser Leben und manche gehen auch wieder.
Manchmal verlassen sie uns ohne dass wir es wirklich wahrnehmen.
Oft entscheiden wir nicht aktiv, welcher Mensch nicht weiterhin eine Rolle in unserem Leben spielen soll.
Es passiert einfach, unbewusst.
Ist das nicht komisch?
Sie gehen einfach und wir können sie nicht festhalten.
Sie entgleiten uns, so wie die Zeit und die Erinnerung uns entgleiten.
Wir können sie nicht festhalten.
Wir müssen oft Menschen gehen lassen, aber daran gewöhnen tun wir uns nicht.
Warum nicht?
Und ist das nicht widersprüchlich, dass solche Menschen uns verlassen, die eine starke Bedeutung in unserem Leben haben? Menschen, mit denen wir viel Zeit verbrachten. Vielleicht haben wir sie nicht einmal lange gekannt und trotzdem sind sie uns wichtig geworden.
Oft sind es die Menschen, die so viel von uns wissen. Sie tragen das Packet, das Wissen über unsere Geschichte hinaus in die Welt und wir selber haben keine Kontrolle mehr darüber.
Wir wissen nicht, was sie mit diesem Packet anstellen, was sie darüber denken.
Haben sie unsere Geschichte bereits vergessen und entfernen sich deshalb von uns?
Haben sie vergessen, was sie alles mit uns erlebt haben?
Ich frage mich, wie kann man sich von einem Menschen trennen, mit dem man viele wunderschöne Momente erlebte?
Werden uns diese Personen fehlen, wenn sie gehen?
Ja!
Zumindest am Anfang. Man erinnert sich an jedem Ort, bei jedem Lied an sie.
Man will sie festhalten in der Erinnerung. Nach ihrem Gehen hinterlassen sie eine Lücke in unserem Leben.
Irgendwann wird diese Lücke vielleicht von einer anderen Person wieder gefüllt.
Oder nicht?
Man wird sich wohl nie an den Schmerz des Verlassens gewöhnen, denn es wird immer ein anderer Schmerz sein,
ein unbekannter der nicht weniger weh tut.
Loslassen muss man immer wieder erneut lernen, auch beim hundertsten Menschen, der uns verlässt.
Denn: Loslassen ist schwer.
Jemanden loszulassen, mit dem man viel erlebt hat, ist sehr schwer.
Jemanden loszulassen, mit dem man Spezielles erlebt hat, ist genauso schwer.
Jemanden loszulassen, dem man viel Persönliches erzählt hat, ist noch schwerer.
Und deshalb braucht Loslassen viel Zeit.
Und in dieser Zeit des Loslassens kommen Gedanken und Fragen wie:
Weisst du noch....?
Nein, du vergisst schnell, nicht wie ich.
Denkst du noch....?
Nein, du lebst einfach weiter, ohne Gedanken an die Vergangenheit.
Willst du mich noch....?
Nein, warum auch, ich bin nicht mehr interessant.
Soll ich dich festhalten, soll ich die Erinnerung festhalten?
Ich weiss es nicht.
Will ich dich festhalten? javascript:document.eingabe.submit();
Habe ich eine Chance, dass das "wir" bleibt und nicht zur Vergangenheit wird?
Ich weiss es nicht.
Ist es möglich, ist es notwendig dich bei mir zu halten? Ist es besser los zulassen?
Gehen zulassen, was vorbei ist?
Ich weiss es nicht.
Wenn ich dich gehen lasse, werden wir uns einmal wieder sehen?
Und wenn ja, wie werden wir reagieren? Wirst du dein Schweigen dann brechen?
Ich weiss es nicht.
Doch diese Gedanken, diese Fragen werden die Menschen, die gegangen sind nie erfahren, denn sie gehören nicht mehr zu uns, sie wollen unsere Gedanken nicht mehr hören.
Wie wissen wir überhaupt, ob wir einen Menschen mögen und nicht einfach nur die Momente, die wir mit ihm verbracht haben? Oder mögen wir nur die Art, wie sie uns ihre Aufmerksamkeit schenken?
Wie soll man bitte wissen, ob man die Person vermisst, oder nur die Erinnerung, die Momente die man mit dieser Person verbindet?!
Wie?
Wie finden wir zu einem Menschen?
Wie entwickeln wir Gefühle für ihn?
Was passiert in uns beim Umgang mit andern.
Können wir es steuern?
Ich dachte immer es gibt nur eine Liebe, nur eine Art Freundschaft.
Doch jetzt weiss ich, es gibt unendlich viele und wir können sie nicht beschreiben.
Liebe kann man eben nicht verstehen, man kann sie nur fühlen.
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