|
|
|
geschrieben am: 09.12.2001 um 22:49 Uhr
|
|
*lol* ne, das tust du nicht! *gg*
Ich hab da eins, aber das ist glaube ich etwas länger!
Advent
Es blaut die Nacht,
Die Sternlein blinken,
Schneeflöcklein leis hernieder sinken.
Auf Edeltännleins grünen Wipfel,
häuft sich ein kleiner weißer Zipfel.
Und dort, vom Fenster her durchbricht,
Die dunkle Nacht ein warmes Licht.
Im Forsthaus kniet bei Kerzenschimmer,
Die Försterin im Herrenzimmer.
In dieser wunderschönen Nacht,
Hat sie den Förster umgebracht.
Er war ihr bei, des Heimes Pflege
Seit langer Zeit schon sehr im Wege.
Drum kam sie mit sich überein,
am Niklasabend muss es sein.
Und als das Rehlein ging zur Ruh,
Das Häslein tat die Augen zu,
Erlegte sie direkt von vorn,
Den Gatten über Kimm und Korn.
Vom Knall geweckt rümpft nur der Hase,
Zwei, drei, vier Mal die Schnuppernase.
Und ruhet weiter tief im Dunkeln,
derweil die Sternlein traulich funkeln.
Nun muss die Försterin sich eilen,
den Gatten sauber zu zerteilen.
Schnell hat sie ihn,
bis auf die Knochen,
Nach Weidmanns Sitte aufgebrochen.
Voll Sorgfalt legt sie Glied auf Glied,
Was der Gemahl bisher vermied.
Behält ein Teil Filet zurück,
Als Festtägliches Bratenstück,
Und packt zum Schluss, es geht auf 4,
Die Reste in Geschenkpapier.
Da tönts von Fern, wie Silberschellen,
im Dorfe hört man Hunde bellen.
Wer ists, der so spät in tiefer Nacht,
Im Schnee noch seine Runde macht?
Knecht Rubrecht kommt mit seinem Schlitten,
auf einem Hirsch herangeritten.
"He, Gute Frau, habt ihr noch Sachen,
Die Armen Menschen Freude machen?"
Das Försterhaus liegt tief verschneit,
Doch seine Frau steht schon bereit.
"Die 6 Pakete, heilger Mann, sist alles,
Was ich geben kann!"
Die Silberschellen klingen leise,
Knecht Rubrecht macht sich auf die Reise,
Im Försterhaus die Kerze brennt,
Ein Sternlein blinkt,
Es ist
Advent!
(c) Loriot |
|
|
|
|