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geschrieben am: 24.12.2001 um 13:04 Uhr
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das hab ich grad noch als mail gekriegt, und ich find das is ziemlich passend in den thread:
Maria und Josef waren schon ne' ganze Weile verlobt, da sagte Maria eines
Tages: „Du, Josef, ich
weiß ja auch nicht wieso, aber ich glaube ich bin schwanger; was
machen wir denn jetzt?" Das war so
im Juni. „Junge, Junge, das is'n Ding", dachte Josef, „mit wem hat
die sich denn hinter meinem Rücken
eingelassen? Da werd ich mich doch sofort entloben. Eigentlich
schade!" Weil es aber schon so spät
war und ich die ganze Sache ganz schön mitgenommen hatte, sagte er
sich: „Okay, ich entlobe mich
erst morgen", und legte sich erstmal ins Bett.
Was'n Glück, denn genau in der Nacht erschien ihm ein Engel. Der
stand vor seinem Bett, schimmerte
und sagte: „Also Josef, alter Junge, ich bin der Engel des Herrn
und die Sache mit deiner Braut geht in
Ordnung. Das war kein Hausfreund sondern der Heilige Geist
persönlich und der Sohn, der da
rauskommt, ist tierisch wichtig, damit das Volk und überhaupt die
Welt endlich mal von den ganzen
Sünden erlöst wird. Das muß ja auch mal sein – also heirate die
Maria und nennt das Kind Jesus.
Alles klar? Okay, tschüß." Und damit schwebte der Engel wieder los.
Josef war platt, aber er
machte, was der Engel gesagt hatte, und alles lief normal weiter,
bis eines Tages der König, so
Anfang Dezember, auf die Idee mit der Volkszählung kam. Da mußte
sich also jeder in seinem
Geburtsort melden und weil Josef aus Nazareth war, mußten sie
dahin, obwohl das ne ganze Ecke zu
laufen war. „Scheißbürokraten", schimpfte Josef, „mit uns können
die es ja machen! Also los, Maria,
es hilft nix, pack die Koffer!" Am 24. Dezember war's dann soweit.
Maria merkte, daß sie wohl
heute das Kind kriegen würde, und Josef rannte sich den Arsch ab,
um in dem überfüllten Bethlehem
ne Bleibe aufzutreiben. Aber für eine Hotel langte die Kohle nicht,
Krankenhäuser gab's keine und die
billigen Gasthäuser waren rappelvoll. Es war tierisch kalt und bis
zum Abend hatte er nichts weiter
gefunden als einen Stall, den ihm ein Bauer angeboten hatte, der
sich dachte: „Naja, für die Ausländer
geht das schon, die können ruhig zu den Eseln und Kühen die sind
sowieso nix besseres gewohnt....."
„Scheißkalt ist das heute", sagte gerade ein Hirte zu seinen
Kollegen, mit denen er draußen auf dem
Feld ums Feuer saß und auf die Schafe aufpaßte, als ihnen dieser
komische Stern auffiel. Auch seine
Kumpels hatten so ein Ding noch nie gesehen. Riesengroß mit einem
mordslangen Kometenschweif
hintendran. „Das ist ja ein Hammer, wenn das nix zu sagen hat?!",
meinten die Hirten noch, als es auf
einmal unheimlich hell wurde und dieser Engel (derselbe, der im
Juni Josef besucht hatte) erschien.
Gleich mit Riesenorchestern und mit Chor und mit allem Drum und
Dran. Die Hirten waren völlig von
den Socken, aber da sagte der Engel schon: „Jungs, keine Angst. Ich
hab'ne göttliche Nachricht für
euch" (und der Chor sang im Hintergrund immer mit) ihr wolltet doch
schon immer einen Erlöser, so
einen richtig guten Typen, der für alles zuständig ist, euch die
Sünden abnimmt, einen der vom Himmel
kommt und hier mal endlich Frieden schafft, den euch die Könige
immer nur versprechen, wenn sie
sich gerade selbst ernennen, stimmt's? – Seht ihr, jetzt habt ihr
einen . G'rade ist er geboren worden:
Er ist noch ziemlich klein und liegt in einem Futtertrog in einem
Stall, aber das ist der, auf den ihr
immer gewartet habt. Jesus heißt er! Laßt eure Schafe mal für ne
Stunde alleine und geht hin zum
gratulieren." Damit verschwand der Engel mit dem Chor und er ganzen
Lightshow und die Hirten
gingen los, um das Kind zu suchen. Als sie in dem Stall ankamen,
lag das Kind wirklich im Futtertrog
und sie gratulierten Maria und Josef und freuten sich alle und es
war ein ziemliches Gedränge und eine
Riesenstimmung in dem Stall.
Und heute schiebt Jesus mit inzwischen verheilten Händen und Füßen
die Wolken beiseite und guckt
sich den kranken Weihnachtszirkus hier an und denkt: „Diese
traurigen, scheinheiligen Christen,
lamettabehangene Alibi-Abholer einmal im Jahr! Wie soll ich das
bloß wieder unserem Vater
klarmachen?"
jut |
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