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Hippokratischer Eid? |
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geschrieben am: 17.02.2002 um 22:03 Uhr
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| Müssen angehende Ärzte immer noch den hippokratischen Eid schwören oder ist das optional? Wenn sieŽs müssen, gibt es da nicht auch den Satz "Ich werde keiner Frau Mittel zur Vernichtung keimenden Lebens geben" oder etwas Sinngemäßes? Ich meine, so etwas mal gelesen zu haben... dann dürften Ärzte doch aufgrund dieser Selbstverpflichtung keine Abtreibungen durchführen, oder? Oder ist das eher eine etwas überkommene Tradition ohne wirkliche Auswirkungen auf das tägliche Handeln? was besagt dieser Eid eigentlich noch so, und warum wurde er ursprünglich eingesetzt? |
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geschrieben am: 17.02.2002 um 22:09 Uhr
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Gehts jetzt um Abtreibung oder den Eid?
Jan |
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geschrieben am: 17.02.2002 um 22:48 Uhr
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(OT)Der Eid nennt sich Hyokratischer Eid. Nur so nebenbei.(/OT)
junkie |
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geschrieben am: 17.02.2002 um 23:40 Uhr
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huppala wie peinlich, da will man jemanden wegen der Rechtschreibung belehren und was is? Man packt selbst einen rein.
mit hochrotem Kopp inne Ecker verziehts und schämt
junkie |
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geschrieben am: 18.02.2002 um 17:44 Uhr
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(zitat)mein chef meinte mal, er musste es, obwohl er ja gar nicht in der lage ist, den patienten alle leiden zu nehmen...(/zitat)
Ich dachte, man tut was man kann...wenn man nicht mehr in der Lage ist zu helfen, ist der Schwur ja nicht gebrochen.
Die Euthanasie ist in diesem Schwur wohl fehl am Platz und wird untern Teppich gekehrt... |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 19.02.2002 um 05:46 Uhr
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Das ist ein Eid, den früher Ärzte schwören mußten, der sie
im großen und ganzen dazu verpflichtete, sich fortzubilden, die Bedürftigen mit ihrer Heilkunst zur Seite zu stehen, sie nicht auszunutzen, die Schweigepflicht einzuhalten, keine lebensverkürzenden Mittel zu geben, keine Abtreibungen vorzunehmen etc. Benannt nach dem Griechen Hippokrates.
Der hippokratische Eid wird allerdings nicht (mehr) abgelegt und hat auch keinerlei rechtliche Bindung. (ich hoffe das stimmt alles so)
Lama
Geändert am 19.02.2002 um 05:48 Uhr von BlueLama |
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geschrieben am: 19.02.2002 um 06:04 Uhr
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erst mal für den Junky hippokratischer eid ist schon richtig...
grieschische version:
Deutsche Übersetzung:
Ich schwöre bei Apollon dem Arzt und bei Asklepios, Hygieia und Panakeia sowie unter Anrufung aller Götter und Göttinnen als Zeugen, daß ich nach Kräften und gemäß meinem Urteil diesen Eid und diesen Vertrag erfüllen werde:
Denjenigen, der mich diese Kunst gelehrt hat, werde ich meinen Eltern gleichstellen und das Leben mit ihm teilen; falls es nötig ist, werde ich ihn mitversorgen. Seine männlichen Nachkommen werde ich wie meine Brüder achten und sie ohne Honorar und ohne Vertrag diese Kunst lehren, wenn sie sie erlernen wollen. Mit Unterricht, Vorlesungen und allen übrigen Aspekten der Ausbildung werde ich meine eigenen Söhne, die Söhne meines Lehrers und diejenigen Schüler versorgen, die nach ärztlichem Brauch den Vertrag unterschrieben und den Eid abgelegt haben, aber sonst niemanden.
Die diätetischen Maßnahmen werde ich nach Kräften und gemäß meinem Urteil zum Nutzen der Kranken einsetzen, Schädigung und Unrecht aber ausschließen.
Ich werde niemandem, nicht einmal auf ausdrückliches Verlangen, ein tödliches Medikament geben, und ich werde auch keinen entsprechenden Rat erteilen; ebenso werde ich keiner Frau ein Abtreibungsmittel aushändigen.
Lauter und gewissenhaft werde ich mein Leben und meine Kunst bewahren.
Auf keinen Fall werde ich Blasensteinkranke operieren, sondern ich werde hier den Handwerkschirurgen Platz machen, die darin erfahren sind.
In wieviele Häuser ich auch kommen werde, zum Nutzen der Kranken will ich eintreten und mich von jedem vorsätzlichen Unrecht und jeder anderen Sittenlosigkeit fernhalten, auch von sexuellen Handlungen mit Frauen und Männern, sowohl Freien als auch Sklaven.
Über alles, was ich während oder außerhalb der Behandlung im Leben der Menschen sehe oder höre und das man nicht nach draußen tragen darf, werde ich schweigen und es geheimhalten.
Wenn ich diesen meinen Eid erfülle und ihn nicht antaste, so möge ich mein Leben und meine Kunst genießen, gerühmt bei allen Menschen für alle Zeiten; wenn ich ihn aber übertrete und meineidig werde, dann soll das Gegenteil davon geschehen.
(Übersetzung von Axel W. Bauer)
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geschrieben am: 19.02.2002 um 06:05 Uhr
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Kommentar:
Der Hippokratische Eid ist ein zeitgebundenes Dokument der Medizingeschichte, das etwa um 400 v.Chr. entstanden sein dürfte. Hippokrates von Kos (460-377 v.Chr.) ist vermutlich nicht selbst der Autor des Eides, doch kommt sein Text der geistigen Haltung des berühmten Verfassers der authentischen Schriften Epidemien III, Epidemien I und Prognostikón durchaus nahe. Der Eid bot normierende, rational und pragmatisch motivierte Leitlinien für die Medizinerausbildung, das Arzt-Patient-Verhältnis, den ärztlichen Beruf und dessen Handlungsstrategie an. Solche Leitlinien benötigte der Arzt der griechischen Antike, um medizinisch erfolgreich wirken und ökonomisch überleben zu können.
Die Tatsache, daß die technischen Möglichkeiten der Medizin sehr begrenzt waren, hatte wesentliche Konsequenzen für das ärztliche Denken und Handeln: Die Hippokratiker betrieben keine diagnostische Medizin, sondern eine prognostisch orientierte Heilkunde, die vor allem auf der korrekten Deutung körperlicher Zeichen (Semiographie) basierte. Eigene Beobachtung und langjährige Erfahrung waren hierzu notwendig. Wer Arzt werden wollte, ging zunächst bei einem anerkannten Meister in die Lehre, der den jungen Mann theoretisch und praktisch ausbildete. Daher enthielt der Hippokratische Eid nach der Anrufung der Götter zunächst einen Vertrag (Syngraphé), der die Rechtsbeziehung zwischen Lehrer und Schüler regelte. Sowohl das Honorar und die Altersversorgung des Lehrers als auch ein Numerus clausus für den Arztberuf wurden in diesem Vertrag vorgesehen. Daraus folgte auch, daß der Eid vor Beginn der Ausbildung abgelegt wurde und nicht erst nach ihrem Abschluß.
Die Vorschriften, die sich auf das Arzt-Patient-Verhältnis und die optimale Berufsstrategie bezogen (Hórkos), wurden erst im zweiten Teil des Textes behandelt. Für den Hippokratischen Arzt kam es nicht nur aus ethischen Gründen darauf an, jeglichen Schaden von seinen Patienten abzuwenden, denn es ging dabei auch um seine eigene berufliche Existenz. Angesichts der beschränkten therapeutischen Möglichkeiten konnte es in vielen Fällen sehr viel klüger sein, nichts zu tun und damit zusätzlichen Schaden zu vermeiden, als durch eine falsche Behandlung die Krankheit womöglich zu verschlimmern. Für das Ansehen des Arztes, der sich als Fachmann (TechnÃtes) zur Erhaltung des gefährdeten Lebens verstand, wäre die Beihilfe zur Selbsttötung oder gar zur Tötung eines Menschen äußerst abträglich gewesen. Sie wurde deshalb im Eid ebenso abgelehnt wie die aktive Ausführung einer Abtreibung. Die Ablehnung der gefährlichen Blasensteinoperation mit dem Verweis auf die hierfür zuständigen Spezialisten war in ähnlicher Weise ein Teil der Hippokratischen Strategie der Risikominimierung.
Kaum etwas ist in seiner Entstehungszeit ganz selbstverständlich, das erst in einem Eid versprochen werden muß. Diese Erkenntnis läßt sich auch auf die restriktiven Vorschriften über den Hausbesuch und dessen vom Hippokratischen Arzt geforderte Rahmenbedingungen anwenden; zu ihnen zählte ebenso die Einhaltung der Schweigepflicht zum Schutz der Patienten und ihrer Familie. Nicht zuletzt das Ansehen des Arztes konnte unter einer im Dienst begangenen sexuellen Verfehlung oder unter seiner mangelnden Verschwiegenheit leiden.
Der letzte Passus des Eides benannte schließlich die Sanktionen, die dem Arzt drohten, wenn er die zuvor gegebenen Versprechungen nicht einhielt. Dabei wurden die beiden Triebkräfte besonders herausgestellt, die ihn wohl am ehesten zu motivieren vermochten, nämlich der materielle Erfolg im Leben und im Beruf sowie der dauerhafte Nachruhm bei allen Menschen für alle Zeiten. Wenn der Arzt seinen Eid brach, dann würde er freilich erfolglos bleiben und der Vergessenheit anheimfallen.
Weshalb war der Hippokratische Eid in der Antike offenbar funktionsfähig? Ein solcher Eid konnte nur dann sinnvoll und wirksam sein, wenn er die ethischen Maximen nicht in Widerspruch zu jenen praktischen Erfordernissen brachte, die der Arzt im wohlverstandenen Eigeninteresse berücksichtigen mußte. Die sittlichen Verpflichtungen konnten nur deshalb eingehalten werden, weil die berechtigten Ansprüche aller Beteiligten (Lehrer, Schüler, Arzt, Patient, Gesellschaft) in ein faires, pragmatisch begründbares Gleichgewicht gebracht wurden. Diese gelungene Balance erscheint als die eigentliche, historisch bemerkenswerte Leistung des Hippokratischen Eides. Als unmittelbar gültige normative Richtschnur für das konkrete Handeln des heutigen Arztes kann er vor dem gewandelten wissenschaftlichen und sozialen Kontext der Gegenwart allerdings nicht mehr dienen; die Geschichte entläßt uns nicht aus der Verantwortung für unsere eigene Zeit.
Prof. Dr.med. Axel W. Bauer
Institut für Geschichte der Medizin
Universitätsklinikum Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 327
69120 Heidelberg
(Quelle: HP des oben gezeigten Bildes)
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| "Autor" |
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geschrieben am: 19.02.2002 um 06:10 Uhr
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1a recherchiert KäptnD....danke ;-)
Lama |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 19.02.2002 um 06:16 Uhr
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google sei dank, geholfen ...
büddeschön :-) |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 19.02.2002 um 17:29 Uhr
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Aha... also vielen Dank an alle, die hier was Sinnvolles beigetragen haben g... und mal nen ganz dickes Lob an den Käptn breitgrinsel
Dyo |
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